ist es nicht der abschied, der uns leben gibt und uns zu neuen wegen, neuen zielen führt?
so nehme ich sie bei der hand, die zeit zwischen examen und dem leben danach, lasse zurück, was ich einmal hatte, setzte einen fuss vor den anderen und umrunde ihn, unseren globus. mit all meinem mut für eine hand voll augenblick...
das dasein für das hier... streben ohne ziel... treiben in dieser welt... den kopf ab und zu verlieren... mag der verstand auch nicht verstehn, das herz immer...
mit den letzten strahlen der sonne kommen wir an, am legendaeren GRAND CANYON. der erste blick in die tiefen und die weiten laesst einen auch tatsaechlich ganz klein werden. so ueberwaeltigend gross und riesig!
NUR: man gewoehnt sich sehr schnell daran. als ich am naechsten morgen erneut an den abbruchkanten stehe, ist es gar nicht mehr so wundervoll gross, wie gestern... ist das alles ueber nacht kleiner geworden? wie schade. ein bisschen enttaeuscht bin ich ja schon. aber vielleicht kommt die groesse ja wieder, wenn wir durch die steinschluchten spazieren und hindurch wandern. wenn wir dann am ende des tages voellig fix und fertig sind, vom ab- und aufstieg zu dem canyon.
also: auf nach unten, allen warnungen zum trotz. offiziell soll man hier naemlich nicht an einem tag runter zum fluss und wieder hoch wandern. warum verstehe ich allerdings nicht. der weg ist nicht wirklich steil, nur stetig. im grossen und ganzen gut zu laufen.
unten: dem fluss (colorado) ganz nahe. auf einer klippe im sonnenschein sitzen, den rapids lauschen und die landschaft geniessen. ueberrascht bin ich von der weite des tals - die war von oben nicht ersichtlich.
insgesamt brauchen wir sechs stunden, fuer hoch und runter zusammen. von an ueberanstrengung sterben keine spur. nur abends, da sind wir dann muede.
eine wirklich wundervolle begegnung am grand canyon haben wir mit einer hopi-indianerin, die dort aufgewachsen ist. sie weiss von dem fluss, den geschichten darum und von ihrer alten kultur zu erzaehlen. von ihr erfahren wir auch einen ort, an dem wir hier in der gegend legal, einsam und verlassen und wild zelten koennen.