ist es nicht der abschied, der uns leben gibt und uns zu neuen wegen, neuen zielen führt?
so nehme ich sie bei der hand, die zeit zwischen examen und dem leben danach, lasse zurück, was ich einmal hatte, setzte einen fuss vor den anderen und umrunde ihn, unseren globus. mit all meinem mut für eine hand voll augenblick...
das dasein für das hier... streben ohne ziel... treiben in dieser welt... den kopf ab und zu verlieren... mag der verstand auch nicht verstehn, das herz immer...
entlang des meeres der highway number one. wunderschoene kueste, sonnendurchflutet, geschungene pfade, klippen und traumhafte straende. irendwo dazwischen: ein paket nach hause. suendhaft teuer, aber sehr erleichternd.
point lobos. voller seeloewen in der ferne und nicht ganz so unnatuerlich wie am pier 39, alte verknoecherte un rot umaestelte baeume.
big su. wundervolle klippen und kochen im sonnenuntergang.
wir haben das jenseits des lichtes erreicht, aber noch immer sind es hunderte meilen bis nach l.a. ganz schoen weit...
irgendwo im nichts stehen zwei gestalten und wedeln ein bisschen leidenschaftslos mit einem pappschild. tramper? wollen die in unsere richtung? sie stehen auf der falschen seite. sollen wir die mitnehmen? wir wenden. mark und matt aus england. ey jungs, ihr wisst schon, dass trampen in californien verboten ist? aber was soll man tun, wenn es keine busse gibt? und an verboten haben wir uns ja gewoehnt. irgendwie schaffen wir es unsere sachen so zusammen zu schmeissen, dass wir alle hier rein passen. wir haben uns ganz schoen daran gewoehnt, an den platz... unterwegs verwerfen die beiden ihren urspruenglichen plan nach ein paar kilometern auszusteigen und kommen stattdessen mit uns nach l.a.. dankenswerter weise, denn kurz bevor ich am steuer einschlafe - aus meinen geraden sind mal wieder lustige kurven geworden - fragen sie mich dieses und jenes, was uns vor dem naechsten graben bewahrt. an der tanke druecken sie mir 40 dollar in die hand. eigentlich will ich gar kein geld annehmen - dafuer bin ich viel zu viel getrampt in meinem leben - andererseits weiss ich, dass unserer verbliebenes bargeld einmal mehr gezaehlt ist. und ob es zum parken in hollywood und l.a. reichen wird? ich nehme schliesslich die haelfte von dem geld, was in etwa auch der halben tankfuellung entspricht. so sind sie gluecklich und wir.
mitten in der nacht erreichen wir die strasse runter zum strand. krasse kurven und sie hoeren gar nicht auf. inzwischen sind alle wieder hell wach und sterben drei tode. die hoelle fuer mich als fahrerin und fuer die anderen als meine beifahrer. getreulich gehen immer alle augenlider runter, wenn ich galant die naechste kurve mit schwung nehme, nur um ahnungslos in der darauf folgenden zu landen. mehr glueck als verstand, aber wir kommen lebend an. unsere scheiben ganz dreckig von dem rauch der feuer in kalifornien. auf einem massenparkplatz zum strand hin wohnen wir traditionell verbotener weise. mark und matt haben nur duenne schlafsaecke und sind im grunde keinen zentimeter auf draussen schlafen eingerichtet. immerhin koennen wir ihnen unser zelt als unterlage anbieten. die verbleibende kaelte muessen sie unter selbstgewaehltes schicksal verbuchen.
am naechsten morgen backe ich vor der kulisse des maliu strandes fladen auf meinem benzinkocher fuer uns. einfach aber wundervoll zusammen mit honig. fasziniert wohnen die jungs dem treiben bei. was sie davon halten, kann ich ihren gesichtern nicht ablesen, aber fuer besonders halten sie uns alle male.
der strand von santa barbara ist menschenleer. wie das wohl im sommer hier ist, wenn sich tausende von menschen in der sonne brutzeln und sich im wasser taumeln? im moment ist es eisig und die wellen sind hoch. so hoch, dass ich hier nicht rettungsschwimmerin sein wollte.
beim duschen schnekt lisa ihr viel zu schweres handtuch einem stadtpenner, die hier nicht zu knapp an diesem strand hausen.