Ein Jahr lang unglaubliche Momente erleben!
New York
Amerikan Airlines und die Deutsche Bahn haben eins gemeinsam, Unpuenktlichkeit. Mein Flug nach Miami hatte ueber eine Stunde Verspaetung (schon der zweite Flug, der nicht puenktlich ist). Aber ich habe mich gefreut wie ein Schnitzel, da ich abends geflogen bin und somit ich durch das Verpassen meines Anschlussfluges eine Nacht auf Kosten der Fluggesellschaft eine Nacht in Miami verbringen muss. In Miami wollte mir die Fluggesellschaft dann doch noch einen Flug nach NY andrehen, aber ich habe dann ein mitleideregendes Gesicht gemacht und nur gemeint, dass ich aber dann doch ziehmlich spaet in NY komme und dann wurde mir doch ein Hotel in Miami angeboten. Eine Nacht im Luxushotel inklusive Abendessen und Fruehstueck (beim Essen haben sie allerdings mit den Gutscheinen etwas geknausert, aber es hat fuer einen leckeren langersehnten gruenen Salat gereicht!) Und so habe ich in meinem Luxuszimmer mit zwei Riesenbetten, kuschligen Decken, guten Matrazen, riesen Falchbildschirmfernseher und Bad mit Badewanne eine Nacht genossen. Endlich mal wieder eine heisse Badewanne gehabt (so sauber war ich seit zwei Monaten nicht mehr!)! Und natuerlich hatte ich Blick auf einen Golfplatz. Miami ist glaube ich die Stadt mit den meisten Golfplaetzen, sieht sehr witzig von oben vom Flugzeug aus!
Silja im Luxushotel
Und dann war ich in NY. Da ich schon zwei Mal in NY war und alle teuren Touristenatraktionen schon gemacht habe, sollte es ein ruhiger, guenstiger Aufenthalt in NY werden. Und so habe ich erstmal alltaegliche Dinge gemacht, Lebensmittel zum Kochen einkaufen und Waesche waschen. Wie man sich auf Reisen doch ueber die kleinen Dinge freuen kann. Nach zwei Monaten Kalthandwaesche habe ich mich so ueber meine sauberen maschinengewaschenen Sachen gefreut. Musste im Waschsalon an jedem sauberen Stueck richen mit einem Honigkuchenlaecheln, mich haben die anderen Leute glaub ich alle fuer etwas verueckt gehalten (recht haben sie aber auch!)
An manches muss ich mich erst wieder gewoehnen z.B. dass es nicht um 6 Uhr schon dunkel ist, dass man Klopapier ins Klo schmeissen darf (kann man in Mittelamerika auch, wenn man auf verstopfte Klos steht!) und das man seelenruhig durch die Gegend schlendern kann ohne das einem Hinterhergepfiffen wird, ohne Hola-mi-amor und I-love-you-Baby Rufen auf die Teenagergekicher von erwachsenen Maennern folgt. Aber eins ist gleich, man geht hier einfach ueber die Strassen, wenn kein Auto kommt (rote Ampel: was soll mir das sagen??).
Zu NY so guenstig wie moeglich hatte ich echt ein gutes Haendchen, habe das guenstigste Hostel gefunden zumindes die ersten zwei Naechte, dann ist der Preis leider hochgegangen, aber immer noch ok (Jazz on the villa in Halem fuer 13 Doller bzw 20). Man muss auch wissen welche Museen hier umsonst sind. Habe mir dann am zweiten Tag das Metropolitan Museum of Art angeschaut. Die verlangen eigentlich eine Spende von 20 Dollar Eintritt, wenn man's weiss, kann man aber auch einfach weniger spenden. Das Museum ist riesig und empfehlenswert ist es sich einen Museumsplan mit auf seine Entdeckungstour zu nehmen. Habe ich nicht gemacht und ich bin immer noch erstaunt, dass ich nicht im Museum verloren gegangen bin. Nach drei Stunden Kultur und Kunst habe ich aufgegeben, dann hat es einfach gereicht.
Die anderen Tage bin ich einfach durch NY geschlendert und habe die Stadt auf mich wirken lassen. Chinatown hat mir am Besten gefallen. Wenn man kein asiatisch kann, ist man in diesem Schilderwald verloren!
Chinesischer Schilderwald
Und dann habe ich im Columbuspark (mitten in Chinatown) den Chinesen beim Spielen zugeschaut. Das chinesische Pokerspiel hatte ich nach 10 raus, aber das Strategiespiel (siehe Bild unten) habe ich nicht entraetseln koennen.
Hier spielt der halbe Park mit!
Und dann war Spendentag im Zoo von NY (immer Mittwochs), d.h. wieder guenstig eine Attraktion besichtigen. Der Zoo ist tierisch (mal ein anderes Adjektiv) gut, vor allem fuer Kinder. Alles war sehr gut und kurzweilig erklaert: Weiss jetzt warum Zebras Streifen haben und einiges mehr. Und wenn ich ein Gorilla waere, der nicht im Regenwald im Kongo leben duerfte, dann wollte ich definitiv im Bronx Zoo leben!!! Und nachdem ich so viele lebende Tiere gesehen habe, dachte ich mir schaust dir die ganzen Tiere am naechsten Tag mal ausgestopft an und bin in das Museum of Natural History of America gegangen (wenn man's weiss, Eintritt bei Spende!) Bin eindeutig ein Liebhaber von amerikanischen Museen geworden, da koennen sich die deutschen Museen einiges abschauen. In diesem Museeum kann man tagelang verbringen (habe tatsaechlich vier Stunden durchgehalten) und alles ueber die Welt lernen. Habe sozusagen auf meiner Weltreise eine kleine Welt- und Zeitreise in einem Tag gemacht: war auf jedem Kontinet und habe mir die Tiere und die Lebensweisen der Menschen dort frueher angeschaut und war in der Steinzeit und habe riesige Dinosaurierskelette bewundert.
Aber einer meiner Lieblingsorte in NY ist definitiv der Central Park. Riesig und eine kleine bzw. grosse Oase mitten in der Stadt. Wenn man tief drinnen ist, hoert man sogar den Verkehr nicht mehr. Liebevoll angelegt mit mehreren Seen, Liegewiesen, Waelder, Huegel, Fahrradwege, Spielplaetzen ... man darf in den Seen sogar fischen, allerdings muss man die Fische sofort wieder in den See zurueck schmeissen, scheint aber trotzdem eine sehr beliebte Beschaeftigung zu sein.
Und dann habe ich meine erste Couch in NY gesurft. Nein ich bin nicht mit einem Sofa den Hudson River runtergepaddelt. Couchsufing wird langsam riesig in der Welt der Traveler. Es ist eine Platform im Internet, wo Reisende oder Menschen, die Reisende moegen, entweder ihr Sofa zum Uebernachten anbieten oder einfach auch nur anderen Reisenden die Stadt zu zeigen. Ist eine sehr sichere Sache, da man nicht einfach so jemanden sein Couch anbieten kann, sondern man erst verifiziert und geprueft wird. Hatte fuer eine Nacht ein ganzes Apartment fuer mich. Mein Gastgeber hat in Brooklyn gewohnt. Ich musste mich wie im Film erstmal bei einem Tuersteher anmelden und dann wurde in Apartment 15a angerufen, ob ich hochdarf. Meinen Gastgeber habe ich nur kurz gesehen, da er sehr beschaeftigt war und abends ne Verabredung hatte. So bekam ich seinen Schluessel in die Hand gedrueckt und ich hatte einen ganzen Tag und eine ganze Nacht die Wohnung fuer mich alleine. Und bevor es bye-bye New York hiess, habe ich wahrscheinlich das weltgroesste Croissant gefunden. Wundert mich nicht, dass ich in NY fuendig geworden bin, die USA ist ja schliesslich das Land des Better, Biger, Faster!!! Aber wer weiss, ich ziehe weiter und halte die Augen auf...
Ob es noch groesser geht?