USA-Reisebericht :Yellowstone, wir kommen!

Pinedale - West Yellowstone

13.08.2005, Samstag

So ein Geyser hat's halt auch nicht einfach. Yellowstone N.P. - war das hier die Hölle?

Hier gibt es mal wieder Continental Breakfast. Tisch und Stühle gibt es gar nicht. Daher werden kurzerhand ein paar rumstehende Kartons mit den Lieferungen an das Hotel entsprechend umfunktioniert. Und weil wir keine allzu große Strecke vor uns haben, geht es auch erst gegen 9 Uhr los. Bald haben wir schon wieder eine acht Meilen lange Baustelle mit der gewohnten Schotterstrecke, die sich dieses Mal aber ganz gut befahren läßt.

Wir sind hier in den Bergen und daher ist die Gegend abwechslungsreich und grün. Aber wie immer auf unserer gesamten Route stehen auch hier wieder überall unheimlich viele tote Bäume rum. Trotzdem finden wir es bei unserem ersten heutigen Fotostopp an einem rauschenden klaren Fluss ganz romantisch in der warmen Sonne.

Fotostopp am Fluß

Fotostopp am Fluß

          Briefing

Briefing

Dann kommen wir nach Jackson rein. Hier ist unheimlich viel Tourismus. Deshalb fahren wir auf dem kürzesten Weg durch und halten erst wieder hinter der Stadt vor einer herrlichen Gebirgskette. Viele hohe Berge mit vielerlei Schnee auf den Spitzen.

Am See

Am See

Bald danach bezahlen die andern ihren Eintritt in den Grand Teton National Park und dann fahren wir durch eine wunderschöne grüne Gebirgslandschaft. Hier kommen uns auf einmal ständig Motorradfahrer entgegen. Manche grüßen, manche nicht, wie bei uns.

Fast wie im Schwarzwald, ist aber USA

Fast wie im Schwarzwald, ist aber USA

Bald beginnt der Yellowstone National Park. Hier werden noch mal alle Eintrittskarten überprüft. Vielleicht weil die Landschaft hier so schön ist, fallen mir immer mehr die abgestorbenen Bäume auf. Und geradezu schlagartig stehen hier nur noch total verkohlte Baumstämme rum. Es gibt sehr viele nachwachsende kleinere Bäume und Büsche, aber die verbrannten Baumstämme sind doch sehr markant. Später erfahren wir, dass 1988 fast der gesamte Baumbestand hier im Yellowstone abgebrannt ist. Man hat nicht wieder aufgeforstet, sondern man hat bewusst die Natur ihr Werk selbständig machen lassen. Und so ist zwar alles wieder grün, aber man wird die Katastrophe noch lange überall sehen müssen.

Alle Bäume sind damals verbrannt

Alle Bäume sind damals verbrannt

Mehrmals überfahren wir die "Continental Divide", die Wasserscheide zwischen Pazifik und Atlantik, bis wir dann am Old Faithful anhalten und Rast machen. Hier ist unheimlich viel los. Viele tausend Menschen sind hier. Essen und Trinken ist entsprechend schlecht und teuer. In einer Stunde um 4.30 pm soll der nächste Ausbruch des Geysers sein. Also begeben wir uns schon mal rüber. Aber wir sind nicht die ersten, viele Menschen sitzen hier schon auf den im Halbkreis angeordneten Bänken und warten auf den Ausbruch des einige hundert Meter entfernten Geysers .

Wir warten auf das Sandmänn.. äh, den Geyser

Wir warten auf das Sandmänn.. äh, den Geyser

Mir ist das etwas langweilig und deswegen laufe ich mal etwas durch die Gegend zu den andern Geysiren und heißen Quellen. Alles ist natürlich recht spektakulär und schön. Schöne Farben in einer schönen Landschaft. Überall raucht es, sprudelt es, dampft es, spritzt es. In einiger Entfernung sehe ich eine Geyser-Fontäne. Aber aus irgendwelchen Gründen sind dort keine Menschenmassen wie hier.

Endlich geysert der Geyser

Endlich geysert der Geyser

Wir, nach dem Ausbruch

Wir, nach dem Ausbruch

Deswegen drehe ich mich wieder zu unserem Old Faithful Geyser um. Aber er lässt uns ganz schön zappeln und bricht erst zehn Minuten später aus als angekündigt. Eine 20m hohe Fontäne steigt auf und ist nach ein paar Minuten wieder versiegt. Sofort brechen fast alle Menschen auf und verlassen geradezu fluchtartig den Ort. Wir warten deshalb lieber noch eine Viertelstunde und können dann über die inzwischen wieder ruhige Straße weiterfahren.

Eine Stunde später verlassen wir den Park und sind schon in West Yellowstone. Unser Best Western Hotel ist gar nicht so leicht zu finden, denn es gibt rings um einen Park drei verschiedene Best Western Hotels.

Endlich am Hotel

Endlich am Hotel

Mike muss natürlich wieder unseren Koffer die Treppe raufschleppen. Irgendwie ist keine Zeit, um den Außenpool aufzusuchen. Also machen sich alle rasch fertig und fahren die kurze Strecke in die Stadt. Harald, Ingrid und ich besuchen ein B-B-Q-Lokal und essen da auch ganz gut und würzig. Es gibt verschiedene Biere aus der Region. Ich probiere tatsächlich ein Kölsch. Und es wird auch genauso geschrieben. Aber es hat nichts außer seinen Namen mit unserem guten Kölsch gemeinsam. Die andern essen ihre gwohnten Burger.

Zurück auf unserem Zimmer sehen wir natürlich noch mal kurz nach, ob der Jack Daniels noch genießbar ist. Ist er.

© Wilfried Virmond, 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Auf sechs GoldWings durch den Südwesten der USA. Von Wilfried R. Virmond
Details:
Aufbruch: 01.08.2005
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 18.08.2005
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Kayenta
Der Autor
 
Wilfried Virmond berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Wilfried sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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Wilfried über sich:
Ich bin über sechzig Jahre alt, verheiratet, keine Kinder. Mein Beruf: Kaufmann in der Edelmetallbranche, ofiziell aber inzwischen im Ruhestand. Mein größtes Hobby: GoldWing-Fahren und Reisen, Reisen, Reisen. Vor allem in den USA. Inzwischen zieht es mich aber immer mehr nach Thailand, das den USA ja in vielen Dingen sehr ähnelt. Wer noch nicht in beiden Ländern war, wird es sich wohl kaum vorstellen können.