USA-Reisebericht :Yellowstone, wir kommen!

Twentynine Palms - Lake Havasu

05.08.2005, Freitag

Eine Klapperschlange. Heiße Wüste. Und eine original English Bridge.

Heute gibt es mal wieder nur ein kurzes Continental-Frühstück. Harry erkundigt sich ausführlich an der Reception und erfährt, dass unsere Straße noch immer total gesperrt ist. Also bleibt uns keine andere Wahl, wir müssen den dreifachen Umweg über Palm Springs machen. Zuvor fahren wir durch den Yoshua Tree National Park. Die eigentliche Straße durch den Park, die ich auch gestern ursprünglich gekommen wäre, ist ebenfalls nach wie vor gesperrt und so machen wir nur einen kleinen aber trotzdem beeindruckenden Schlenker durch den Park.

Wir bestaunen die rumliegenden Felsen

Wir bestaunen die rumliegenden Felsen

Hoffentlich purzelt der jetzt nicht gleich da runter...

Hoffentlich purzelt der jetzt nicht gleich da runter...

Yoshuah Trees im Yoshua Tree National Park

Yoshuah Trees im Yoshua Tree National Park

Die Yoshua Trees strecken noch immer ihre stachelig-trockenen Arme nach oben und auch die zum Teil riesigen und oft wunderbar glattgewaschenen riesigen gelben, grauen und rotbraunen Gneis- und Quarzfelsen liegen noch immer sehr dekorativ und unverändert herum. Eine Klapperschlange schlängelt sich direkt vor unseren Füßen durch die Gegend.

Sie haut lieber gleich ab

Sie haut lieber gleich ab

Da wir dieses Jahr die Straße in umgekehrter Richtung befahren, sieht alles ganz anders aus. Dies ist einer der kleineren Nationalparks, den ich aber dafür umsomehr bestens empfehlen kann. Schade, dass die Hauptdurchgangsstraße immer noch gesperrt ist und ich sie so immer noch nicht zu sehen kriege.

In Yoshua Tree biegen wir links ab und fahren weiter in Richtung Palm Springs, durch ein endloses Gebiet mit tausenden von Windrädern in allen Größen, über ein langes Stück Autobahn, dann die mir noch von gestern gut bekannte Strecke durch die Wüste mit nur einem einzigen Knick auf über 40 Kilometern. Und danach führt die Straße weiter fast gerade durch die Wüste. Wieder wird es heißer und heißer. Irgendwann beschließe ich, die andern zu überholen und etwas schneller zu fahren, um der Hitze mit Hilfe des Fahrtwindes etwas zu entgehen. An einer Tankstelle warten wir dann wieder auf die andern, dann noch ein kurzes Stück und schon sind wir in Parker. Hier fahren wir am Colorado entlang. Trotzdem bleibt die Hitze weit über 100° F. Am Parker Dam halten wir zu einem kurzen Fotostopp an.

Parker Dam

Parker Dam

Da wir hier die Grenze von California nach Arizona überschreiten, können wir endlich unsere Helme für den gesamten Rest der Reise abnehmen. Aber schwarze Wolken dräuen schon am Himmel vor uns. Wir beeilen uns etwas und kommen gerade noch halbwegs trocken durch. Glück gehabt, hinter uns sehen wir das Unwetter im Rückspiegel mit vielen Blitzen runterkommen.

Bald sind wir an unserem heutigen Ziel, Best Western Lake Place Inn in Lake Havacu City. Hier wollte ich schon letztes Jahr hin, soll hier doch die London Bridge sein. Diese Brücke ist vor Jahren in London komplett abgebaut worden, alle Steine wurden nummeriert und dann wurde die Brücke im Originalzustand mit sämtlichen Laternen und allem Drum und Dran hier wieder aufgebaut. Aber erst mal nehmen wir ein ausgiebiges Bad im Pool und dann bringt uns der Van zur Brücke. Ich bin diesmal in der ersten Fuhre und so kann ich mich hier sehr schön umsehen. Die Brücke ist insgesamt ziemlich unspektakulär, irgendwie bin ich etwas enttäuscht, obwohl sogar die original englischen Straßenlaternen drauf stehen. Gute Fotos lassen sich von der Brücke jedenfalls nicht machen.

Eigentlich eine ziemlich langweilige Brücke

Eigentlich eine ziemlich langweilige Brücke

Später zuhause erfahre ich von Klaus, dass es vielen Amerikanern wohl auch so geht; sie erwarten offenbar die Tower Bridge oder auf jeden Fall eine schönere Brücke. Und so suchen wir uns bald ein Lokal zum Essen. Vorher zeigt mir Harry ein anderes Hotel, in dem er vor Jahren schon genächtigt hat: London Bridge Resort-Hotel. Hier steht eine Original-Kutsche aus London, dazu noch eine außergewöhnliche Reception mit einer sehr schönen geschnitzten Holzrückwand.

Eine englische Kutsche

Eine englische Kutsche

Wir finden ein recht schönes Lokal mit sehr vielen geschnitzten Bären in vielerlei Größen (Black Bear Diner) und essen dort ganz ordentlich. Wie fast überall auf unserer Reise, müssen die Raucher draußen vor der Tür rauchen.

Suchspiel: Finde den schönsten unter den sechs Bären!

Suchspiel: Finde den schönsten unter den sechs Bären!

Ein paar von uns laufen nach dem Essen lieber zurück, sodass das Auto nur einmal fährt. Rasch sind wir daher wieder zurück in unserem Hotel. Unterwegs besorgen wir noch ein bisschen Bier an einer Tankstelle und trinken es, weil der uneinsichtige Wächter uns nicht mehr lange genug am Pool sitzen bleiben läßt, im Freien vor einem unserer Zimmer.

© Wilfried Virmond, 2005
Du bist hier : Startseite Die Amerikas USA USA-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Auf sechs GoldWings durch den Südwesten der USA. Von Wilfried R. Virmond
Details:
Aufbruch: 01.08.2005
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 18.08.2005
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Kayenta
Der Autor
 
Wilfried Virmond berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Wilfried sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Wilfried über sich:
Ich bin über sechzig Jahre alt, verheiratet, keine Kinder. Mein Beruf: Kaufmann in der Edelmetallbranche, ofiziell aber inzwischen im Ruhestand. Mein größtes Hobby: GoldWing-Fahren und Reisen, Reisen, Reisen. Vor allem in den USA. Inzwischen zieht es mich aber immer mehr nach Thailand, das den USA ja in vielen Dingen sehr ähnelt. Wer noch nicht in beiden Ländern war, wird es sich wohl kaum vorstellen können.