USA-Reisebericht :Yellowstone, wir kommen!

Williams - Grand Canyon

07.08.2005, Sonntag

Ein Sonnenuntergang fällt ins Wasser.

Heute dürfen wir etwas länger als sonst schlafen, denn wir haben nur ca. fünfzig Meilen Fahrtstrecke. Nach dem gewohnten Continental-Breakfast geht's dann auch erst gegen halb zehn los. Beim Frühstück beklagt sich ein Teilnehmer, dass sein Zimmernachbar derart laut geschnarcht hat, dass er die Nacht im Bad verbringen musste, um dort in Ruhe schlafen zu können. (Leider hat er deshalb auch die meisten weiteren Nächte so verbringen müssen und hat dafür mein ganzes Mitgefühl.) Edith und Andy drehen noch ein paar Runden auf ihren GoldWings durch das riesige Hotelgelände und dann geht's ab. Nach der Hälfte der Strecke durch Wälder und Savanne halten wir in Valle an einem kleinen Flugplatz mit Fliegermuseum an. Dort können wir schon mal vorab ein paar Hubschrauber-Flüge über den Grand Canyon buchen.

Eagle am Airport

Eagle am Airport

Gegen 01.00 Uhr sind wir dann auch schon am Holiday Inn. Aber wir sind zu früh, unsere Zimmer sind noch nicht fertig. Also bummeln wir über den sonntäglichen Indianermarkt, aber er ist seit dem letzten Jahr unverändert; fast jeder Stand bietet das gleiche an. Wir finden nichts für uns. Dann essen einige von uns im angrenzenden McDonald's, sind aber danach noch so hungrig, dass wir dann alle gegenüber noch mal in einem Café etwas essen. Ein paar von uns müssen dann schon zum Hubschrauber. Wir andern warten vor dem Hotel, bis wir die Key Cards erhalten. Mike verbringt noch etwas Zeit damit, meine GoldWing zu optimieren und baut dazu Sitz und Radiokonsole ab, wofür ich ihm hier an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich danke. Ich fotografiere ihn dabei. Dann geht's auf die Zimmer. Oben fällt mir ein, dass ich meine Kamera unten auf dem Moped habe liegen lassen. Also sause ich rasch runter, aber sie ist weg. An der Reception erhalte ich sie glücklicherweise und Gott sei Dank zurück; sie war schon gefunden und abgegeben worden... Mannomann, ich werde alt!

Mike braucht immer was zum Rumschrauben

Mike braucht immer was zum Rumschrauben

Dann folgt der obligatorische Besuch des Grand Canyon. Wir trennen uns und fast jeder fährt seiner eigenen Nase nach. Unser Golden Eagle-Paß vom letzten Jahr erspart uns mal wieder den Eintritt. Ingrid und ich fahren diesmal bis ans Ende, wo der Bright Angel Trailhead beginnt, gegenüber der Bahnstation. Hier ist die Endstation für die Grand Canyon Railroad mit tollen Pullman-Waggons und spektakulärer Riesen-Dampflok, die aus Williams hierher fährt. Später zuhause höre ich, daß auf dieser Strecke der längste gerade Schienenabschnitt der ganzen Welt verlegt sein soll.

In Wirklichkeit ist sie viel imposanter

In Wirklichkeit ist sie viel imposanter

Auf einem Schild lese ich unsere Höhe: 6.860 feet = 2091 Meter. Merkt man eigentlich gar nicht. Aber nach der Begeisterung im letzten Jahr sind unsere Eindrücke diesmal nicht ganz so toll. Und man gewöhnt sich halt schnell an spektakuläre Dinge und erwartet immer wieder eine Steigerung. Präsident Roosevelt soll gesagt haben, daß jeder US-Amerikaner hier einmal gewesen sein soll, um dieses Wunder der Natur zu bestaunen. Da das Wetter zwar sonnig aber trotzdem etwas diesig ist, sind wir heute nicht allzu beeindruckt.

Ein paar Daten zum G.C.

Ein paar Daten zum G.C.

Das Wetter sieht nicht allzu gut aus

Das Wetter sieht nicht allzu gut aus

Der Grand Canyon - immer wieder beeindruckend

Der Grand Canyon - immer wieder beeindruckend

Ob das mal ein Eagle wird?

Ob das mal ein Eagle wird?

Überall werden trotz der deutlichen Verbotsschilder und trotz der Strafandrohungen die Erdhörnchen gefüttert. Aber sie sind auch einfach zu possierlich.

Unter "Selbstbedienung" versteht man ja eigentlich etwas anderes

Unter "Selbstbedienung" versteht man ja eigentlich etwas anderes

Bald fahren wir nach ein paar kurzen Stopps zurück ins Hotel und ruhen uns dort etwas aus. Nach und nach treffen alle anderen aus unserer Gruppe vom Hubschrauberflug und vom Besuch des Parks hier ein.

Der Grand Canyon vom Hubschrauber aus

Der Grand Canyon vom Hubschrauber aus

Abends fällt der erneute Besuch des Grand Canyons zum Sonnenuntergang ins Wasser. Es regnet. Also habe ich mir ganz vergeblich ein Einbein-Stativ gekauft und bis hierher mitgeschleppt. Ich wollte doch unbedingt unverwackelte Fotos vom Sonnenuntergang und von der einbrechenden Dämmerung im Grand Canyon schießen. Statt des Besuchs im Grand Canyon empfiehlt uns daher Harry das Quality Inn direkt hinter unserem Hotel und wir können uns dort am Buffet solange bedienen, bis alle Klamotten, die sich nicht oder nicht weiter stretchen können, aufgeknöpft werden müssen. Eine wirklich dicke Empfehlung für alle nach uns dorthin Reisenden! Bis aufs ausländische Bier sehr günstige Preise. Ein paar unserer Gruppe sehen sich den Film im IMAX an und essen woanders.

Auf dem kurzen Heimweg werden wir noch von ein paar Leuten im Auto nach dem Weg nach Las Vegas gefragt. Sie finden hier kein Zimmer weit und breit und wollen einfach weiter fahren. Falls man hier übernachten will, also unbedingt lange im voraus buchen.

Da es noch viel zu früh zum Schlafen ist, empfehle ich uns die Bar im Keller des Best Western hier nebenan und so trinken wir dort noch etwas Tee in Form von einigen Long Island Ice Teas. Fast Food wird ständig reichlich hereingebracht, aber wir sind einfach zu satt.

© Wilfried Virmond, 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Auf sechs GoldWings durch den Südwesten der USA. Von Wilfried R. Virmond
Details:
Aufbruch: 01.08.2005
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 18.08.2005
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Kayenta
Der Autor
 
Wilfried Virmond berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Wilfried sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Wilfried über sich:
Ich bin über sechzig Jahre alt, verheiratet, keine Kinder. Mein Beruf: Kaufmann in der Edelmetallbranche, ofiziell aber inzwischen im Ruhestand. Mein größtes Hobby: GoldWing-Fahren und Reisen, Reisen, Reisen. Vor allem in den USA. Inzwischen zieht es mich aber immer mehr nach Thailand, das den USA ja in vielen Dingen sehr ähnelt. Wer noch nicht in beiden Ländern war, wird es sich wohl kaum vorstellen können.