USA-Reisebericht :USA 2017 - Florida, NBA-Spiel in Atlanta und Heilig Abend im Zug nach New York

Im Amtrak von Atlanta nach New York City

Beim Betreten des Gebäudes kommt man durch den Wartebereich für die Economy Fahrgäste.

Hier sieht man den Fahrplan für diese Amtrak Haltestelle. Es gibt nur diese beiden Verbindungen von New York nach New Orleans und zurück und Beides jeweils Morgens und Abends.

An diesem Schalter zeigt man sein Ticket vor bzw. nennt seinen Namen und gibt das Gepäck auf. Nachdem ich meinen Namen und Telefonnumer auf einen Gepäckanhänger geschrieben habe, verschwindet mein Koffer auf dem Gepäckband und ich bekomme einen Abholschein.
Erst danach kommt es mir in den Sinn nachzufragen, ob ich den Koffer erst wieder in New York sehe oder vorher. Die Dame lacht und fragt ob ich denke, ich bekäme den Koffer ins Abteil geliefert. Ich sage Nein und erkläre, dass ich das erste Mal in den USA Zug fahre und die Gepflogenheiten nicht kenne. In Deutschland hat man das Gepäck jeweils mit im Abteil, auch im Schlafwagen.
Ich lasse mir dann meinen Koffer nochmals geben und packe Waschzeug, frische Kleidung und was man sonst noch braucht für die 17-stündige Fahrt, in meinen Rucksack und gebe den Koffer wieder zurück.

Hier ist der exklusive Wartebereich für First Class Passagiere, zu denen ich scheinbar auch zähle, da hier Buisness Class und Schlafwagen Gäste warten dürfen.

Der Crescent fährt täglich als Zug Nr. 19 von New York nach New Orleans und als Zug Nr. 20 in die entgegen gesetzte Richtung.
Mein Start wird in Atlanta im Bundesstaat Georgia und mein Ziel ist die New York Penn Station. Dazwischen liegen 22 Haltestellen und 17 Stunden und 42 Minuten Fahrzeit durch 9 Bundesstaaten und 1 District in dieser Reihenfolge (Georgia, South Carolina, North Carolina, Virginia, District of Columbia, Maryland, Delaware, Pennsylvania, New Jersey und New York) und eine Strecke von 859 Meilen.
Mein Zug ist heute Morgen um 7:00 Uhr in New Orleans gestartet und hat schon 518 Meilen hinter sich.

Fahrplan von der Seite amtrak.com geladen

Fahrplan von der Seite amtrak.com geladen

Das Ticket habe ich am 29. Oktober online auf der Seite amtrak.com gebucht. Der Grundpreis für die Strecke betrug für 1 Erwachsenen $155.00. Zuzüglich für die Schlafkabine (VIEWLINER ROOMETTE) wurden $184.00 fällig, was einen Gesamtpreis von nicht ganz billigen $339.00 (292,33 Euro) ergab.

Der Zug soll um 19:35 Uhr aus Richtung New Orleans ankommen und um 20:04 Uhr Richtung New Yor City losfahren.
Über die amtrak App gibt es einen guten Überblick über die aktuellen Fahrzeiten. So das ich nicht erstaunt bin, dass der Zug erst um 20:27 Uhr eintrifft und um 20:50 Uhr (als eine 3/4 Stunde Verspätung) abfahren soll.
Was mich aber erstaunt, ist die geplante Ankunftszeit in New York, denn die soll trotz Verspätung etwa 1 Stunde früher sein. Warten wir es ab.

Neben mir wartet ein Pärchen mit 3 Kindern ebenfalls auf den Zug, eine der beiden Mädchen ist schon sehr lebhaft und kann nicht wirklich eine Minute ruhig sitzen, weshalb die ganze Bank wackelt.

Als der Zug dann eingefahren ist, geht es mit dem Fahrstuhl runter zum Bahnsteig. Als erstes dürfen die Gäste mit körperlichen Gebrechen einsteigen, dann die First Class Passagiere.

Da steht er der erste Amtrak Zug meines Lebens, in dem ich fahre werde.

Mein Wagen ist ein Sleeping Car mit der Nr. 2010 und das ist fast am Ende, so dass ich eine schöne Strecke laufen muß.

Der Gang ist sehr schmall, links und rechts sind die insgesamt 12 einzelnen Kabinen pro Wagen, für 1 oder 2 Passagiere.

Ich habe die Kabine 4 für mich alleine, auf dem rechten Sitz steht ein Schild zur Begrüßung: Welcome Aboard Mr. ......

Die Sitze sind tagsüber gegenüber und werden nachts für das untere Bett zusammen geschoben, dass obere Bett wird dann etwas nach unten geklappt.

Im Zug gibt es Wifi kostenlos und man kann sich ohne Passwort einloggen. Die Verbindung scheint die ganze Strecke mal mehr und mal weniger gut zu sein.

Neben dem linken Sitz gibt es auch ein Waschbecken und eine Toilette mit Spülung.

So sieht das Waschbecken heruntergeklappt aus, es gibt sogar warmes Wasser und jede Menge Handtücher und Seife.

Und hier die Toilette, ich denke, die sollte man nur Nachts im Notfall benutzen.

Es ist schon 21 Uhr, aber der Dinner Wagen hat noch offen, weil wir so viel Verspätung haben. Es ist gleich der nächste Wagen und es sind nur wenige Leute da.

Das Personal platziert mich an einem Tisch gegenüber des Pärchens mit den Kindern. Wir kommen im Laufe der Zeit etwas ins Gespräch und so erfahre ich, dass sie in Atlanta wohnen und nach Washington einen Kurztrip bis Mittwoch machen und das sie immer deutsche Au-Pair Mädchen haben. Warum Deusche frage ich? Die sind immer super nett und können vor allem gut Auto fahren. Das sei sehr wichtig, da die Kinder viel gefahren werden müssen.

Aus der Karte bestelle ich mir ein Filetsteak mit Sauce Bearnaisse, Kartoffel und grüne Bohnen und zum Trinken ein Mountain Dew.

Essen und Trinken (außer alkoholische Getränke) sind a-la-carte frei, für die Schlafwagengäste, alle Anderen müssen bezahlen.
Um etwa einen Eindruck zu bekommen, mein Steak kostet $25, der Softdrink $2,25. Für ein Bier müsste man $6 bezahlen.
Als ich nach Nachtisch gefragt werde, passe ich, denn ich habe meinen Nachtisch ja noch in der Kabine.
Dort sitze ich noch ein bisschen und esse meine Donuts. Mein Bett ist noch nicht gemacht, obwohl der Zugbegleiter dies vorher zugesichert hatte. Als ich müde werde, klingele ich nach ihm und er kommt sofort. Er hat mich wohl vergessen und in 2 Minuten ist das Bett gemacht.
Ich schaue noch einen kurzen Film und schlafe dann ein. Die Nacht ist sehr wackelig und unruhig. Aber nichts Besonderes für mich, ich kann in Zügen und Flugzeugen nie richtig schlafen, es ist eher so ein Schlafen in Etappen.
6:15 Uhr stehe ich auf und gehe erst mal Duschen, die Duschkabine ist einem extra Raum, am Ende des Wagens.

Es gibt warmes Wasser mit ausreichendem Wasserdruck (vielleicht nicht um bei langen Frauenhaaren das Shampoo auszuspülen), Duschgel und frische saubere Handtücher.

Danach gehe ich Frühstücken (gibt es von 6:30 - 9:00 Uhr). Auch hier kann man a-la-carte bestellen. Ich nehme Omlett mit Paprika, Zwiebeln und Cheddar Käse. Dazu einen Kaffee und einen Orangensaft. Das Omlett würde $13,75 kosten, für mich kostenlos.
Natürlich lasse ich wie beim Abendessen schon einen ausreichenden Tip für die wirklich netten und zuvorkommenden Bedienungen liegen.

Zwischenzeitlich fahren wir um 8:35 Uhr pünktlich in Manassas/Virgina los, die Verspätung scheint aufgeholt.

Im Anschluss schlendere ich noch ein bisschen durch den Zug. Direkt neben dem Diner Wagen kommt der Lounge Wagen mit Sitzgelegenheiten zum Essen und Trinken.

An dieser angeschlossenen Theke können Getränke und Essen gekauft werden, über die Preise habe ich keinen Überblick.

Einen Wagen weiter kommt der normale Sitzplatz Wagen.

Die Beinfreiheit ist hier aber ganz ordentlich und eine längere Strecke zu fahren scheint mir kein Problem zu sein.

Schon um 9:20 Uhr rollen wir langsam Richtung Washington, DC - Union Station. Auf der Strecke kann ich bei der Vorbeifahrt ein paar Sehenswürdigkeiten (trotz stark versperrter Sich) erhaschen.

Das Wetter ist super draußen, blauer Himmel und Sonnenschein, aber nur 2 Grad Celsius.

Kurze Zeit später rollen wir dann in den Bahnhof ein und die Familie, sowie die meisten Gäste dieses Wagens steigen hier aus. Mit 7 Minuten Verspätung verlassen wir genau um 10:00 Uhr den Bahnhof von Washington DC.

Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof kann ich noch dieses schöne Bildnis von Abraham Lincoln fotografieren.

Bereits um 10:35 Uhr (reguläre Abfahrtszeit 11:00 Uhr) fahren wir von unserem nächsten Stop Baltimore/Maryland ab und sind beim nächsten Stop schon wieder in einem neuen Bundesstaat.

Um 11:20 Uhr erreichen wir Wilmington/Delaware und fahren um 11:22 Uhr (22 Minuten früher) weiter Richtung Pennsylvania.

Philadelphia/Pennsylvania erreichen wir um 11:42 Uhr und fahren um 11:47 Uhr (21 Minuten früher) los. Der Bahnhof 30th Street Station ist stockdunkel und man keine Fotos vom Zug aus machen, deshalb ein Foto bei der Ausfahrt.
Miitlerweile ist es sehr stark bewölkt und hat um die 0 Grad Celsius draußen.
Mittagessen scheint es wohl nicht mehr zu geben, den die Tische im Diner Wagen sind mittlerweile komplett abgeräumt und sauber gemacht.

Die nächsten beiden Stops sind dann im vorletzten Bundesstaat, den ich bei der Zugreise besuche, in New Jersey. Wir werden dort in Trenton und in Newark halten. Newark kenne ich schon von meinem letzten Besuch in New York City, wo ich mit dem Flugzeug nach und von Newark (EWR) geflogen bin.

In Newark Penn Station fahren wir um 12:53 Uhr ein und weiter gehts um 12:56 Uhr.

Die letzte Station meiner Zugfahrt die New York Penn Station, mitten in Manhattan, errreichen wir 36 Minuten früher (also nicht ganz 1 Stunde, wie vorher gesagt) als der Fahrplan aussagt um 13:10 Uhr.
Beim Aussteigen drücke ich meinem Zugbegleiter noch ein Trinkgeld in die Hand.

Wir kommen an Gleis 10 an und dann geht es eine Treppe höher.

Dann steht man direkt in der großen Halle des Bahnhofes.

Zum Gepäck geht es nach rechts auf diesem Stockwerk.

Es haben sich schon mehrere Schlangen gebildet und wir warten mindestens 30 Minuten bis die Rolladen hochgehen. Es gehen dann alle auf einmal rein und nimmt drinnen sein Gepäck. Beim verlassen des Raumes muß man dann seinen Abschnitt von der Gepäckaufgabe abgeben, dieser wird verglichen und man kann gehen.

Ich schaue zunächst nach, ob mein Gepäck vollständig ist. Lege die in Atlanta in den Rucksack gepackten Sachen wieder zurück in den Koffer und ziehe mir unter meine Jacke noch ein Hoodie und ein Fleeceshirt, draußen dürfte es max. 0 Grad haben.
Somit bleiben mir bis zu meinem Abflug heute Abend vom Flughafen JFK etwas mehr als 6 Stunden.

© 1000 Baht, 2017
Du bist hier : Startseite Die Amerikas USA USA-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Frankfurt/Main mit dem Flieger nach Florida und weiter mit dem Auto nach Atlanta. Dort Nowitzki (Dallas Mavericks) gegen Schröder (Atlanta Hawks) schauen und anschließend mit dem Amtrak nach New York. Von dort Heimflug nach Frankfurt/Main.
Details:
Aufbruch: 15.12.2017
Dauer: 12 Tage
Heimkehr: 26.12.2017
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
1000 Baht berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
1000 über sich:
Wohnort: Landkreis Karlsruhe