Der Titicacasee liegt auf 3750m und ist damit das hoechste schiffbare Gewaesser der Welt. Er ist der grosste See Suedamerikas und gehoert zu 60% Peru und zu 40% zu Bolivien.
Auf der drei stuendigen Fahrt nach Copacabana merke ich, dass mein Hintern Busfahrten nicht mehr gewoehnt ist.
Copacabana ist ein Ort direkt an den Ufern des Titicacasees mit netter Athmosphaere, vielen Hippies und guten Bars. Jeder Tag geht hier mit einem fantastischen Sonnenuntergang ueber dem endlos wirkenden See zu Ende.
Am folgenden Tag unternahmen wir einen Tagesausflug auf die Copacabana vorgelagerte Isla del Sol. Ihren Namen traegt die Insel ganz zu recht, da sie der Ort mit den meisten Sonnenstunden in Bolivien ist.
Als wir ankommen, liegt auf der Isla del Sol fruehlingshafte Stimmung in der Luft. Bei angenehmen Temperaturen wird die -nach La Paz sehr gut tuende- Stille nur von Bienensummen und leichten Windboehen unterbrochen. Wir geniessen einen schonen, vier stuendigen Track quer ueber die Insel mit faszinierenden Ausblicken und verpassen ueber eine frische Forelle unser Boot. Gleucklicherweise faehrt noch ein Weiteres an diesem Tag und so treffen wir gegen Abend wieder in Copacabana ein. Diesen traumhaften Tag lassen wir auf einem nahe gelegenen Huegel mit Blick ueber Stadt und auf den See bei einem abermals atemberaubenen Sonnenuntergang ausklingen.
Aus zwei Gruenden haben wir uns fuer einen Trip nach Puno auf der peruanischen Seite des Sees entschieden: Zum einen gefaellt uns Bolivien so gut, dass wir langsam in Probleme kommen unser 30Tage-Visum einzuhalten und zum anderen ist es nur von Puno aus moeglich die schwimmenden Schilfinseln der "Uros" zu besuchen.
Der International Bus bringt uns in drei Stunden nach Puno. Puno ist eine haessliche, grosse, hektische Stadt und kann nicht annaehernd mit dem Flair von Copacabana mithalten. Auch der auf der bolivianischen Seite kristall-klare See ist hier mit gruenen Algen bedeckt.
Schnell organisieren wir uns einen Bootstrip zu den Uros. Der einzige Unterschied zum "Touri-Normalprogramm" besteht darin, dass wir uns auf einer der Insel absetzen lassen, um dort in einer Schilfhuette zu uebernachten.
Die Uros nutzen den Schilf fuer alles. Sie bauen damit ihre schwimmenden Inseln, ihre Haeuser und Boote. Damit aber noch nicht genug: Sie nutzen ihn als Brennmaterial und ratet mal, was sie essen! Aber auch hier haben mit dem Tourismus westliche Gueter Einzug erhalten und so findet man an manchen Schilfhuetten Solaranlagen, deren Strom fuer Radio und Fernseher benutzt wird. Die Kinder haben schnell begriffen, von Touris Geld fuer Fotos zu verlangen und begruessen einen mit ausgestreckter Hand und den Worten "Money, money!?".
Gekakt wird uebrigends auf einer extra "Scheissinsel", die gelegentlich auf dem Festland entleert wird.
Der Touriausflug an sich war eher weniger spannend, aber die Uebernachtung auf der Insel war genial. Als alle Gringos weg waren, konnten wir von Uro-Kindern umringt, Gitarre spielend am Wasser sitzen und auf die Lichter Punos schauen.
Nach einer sehr gemuetlichen Nacht, brachten uns Boote und Busse wieder zurueck nach La Paz.
Wir haben jetzt wieder ein neues 30 Tagesvisum, dafuer aber keine Gitarre mehr - die liegt noch im Bus.