Bolivien-Reisebericht :Mein Reisetagebuch

Ankunft in Bolivien (Copacabana)

Abschied von Noemi und Peru

29.11.11, Copacabana

Der Tag des Abschieds ist gekommen. Wir schienen beide gefasst, waren innerlich aber doch etwas unruhig. Ich durfte Noe ein paar unnötige Klamotten und gekaufte Souvenirs mitgeben. Nun muss sie einen 20kg schweren Rucksack bis nach Ecuador mit sich herumtragen...hierfür (sofern sie eines Tages meinen Blogg lesen sollte): Herzlichen Dank

Um 13.45 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Terminal Terrestre, wo wir bereits im Vornherein unsere beiden Tickets gekauft hatten. Ich fuhr um 14.30 Uhr nach Copacabana, währenddem Noemi um 15.00 Uhr mit Cruz del Sur nach Ecuador fuhr. Ihre Reise führt während 5 Tage von Puno nach Arequipa bis nach Lima und weiter nach Guayaquil. Die Fahrt war erstaunlich billig: sie machte umgerechnet lediglich ca. 130 Franken.

Vor der Abfahrt erhielt ich verschiedenste Zettel die ich wegen dem Grenzübergang auszufüllen hatte. Nachdem ich meinen Rucksack abgegeben und die ganzen organisatorischen Informationen erhalten hatte, blieben nur noch 10 Minuten Zeit um mit Noemi zu sprechen. Die Verabschiedung ging dann erstaunlicher- und glücklicherweise schnell und reibungslos über die Bühne. Eine Umarmung, ein paar Tränen, gute Wünsche und fertig.

Die Fahrt nach Copacabana ging super schnell vorüber (3 Stunden). Wir machten einen Halt bei einer Wechselstube, wo ich aber lediglich 30 Sol wechselte. Ich war mir nicht sicher ob der angebotene Kurs okay ist und zog es vor Geld direkt bei der Bank in Copacabana abzuheben. Der nächste Stopp war bei der peruanischen Grenze. Der Grenzübergang war super mühsam. Als ich meinen Pass zeigte, schaute der Typ nur komisch und ging zum Telefon. Ich fragte was los sei ohne eine Antwort zu bekommen. Nach einem einmütigen Gespräch kam er zurück und gab mir wortlos den Ausreisestempel in den Pass. Verwirrt ging ich aus dem Büro. Danach mussten wir - aus welchen Gründen auch immer - die paar Meter über die Grenze laufen. Auf der bolivianischen Seite, schaute ein anderer Typ meinen Pass an und fragte mich ob ich alleine reise. Ich antwortete "Ja" und fragte zugleich, ob es kein Problem gäbe wenn ich nach ca. 2 Wochen ausreise und nächstes Jahr wieder einreise um nach Peru zu gelangen. Laut einem neuen Gesetz, wird nämlich nur noch 1x pro Jahr ein Touristenvisum ausgestellt. Ich wusste nicht ob dies pro Kalenderjahr gilt und ob das Visa evtl. weiter läuft, auch wenn ich ausreise. Ohne eine Antwort zu bekommen, zeigte er auf meinen Pass und meinte, ich hätte keinen Ausreisestempel aus Peru. Ich dementierte und zeigte ihm den schwach gezeichneten, kaum lesbaren Stempel. Er diskutierte 2 Minuten mit mir, bis deutsche Mitreisende ankamen und mir versuchten zu Helfen. Sie redeten mit auf den Typen ein und bestätigten, dass sie gesehen hätten wie ich den Stempel bekommen habe. Da immer mehr Mitreisende ankamen, kam der Beamte unter Druck und gab mir schlussendlich ohne Widerrede den Einreisestempel. Ich guckte ihn an und sah, dass es lediglich ein 30-Tage-Visum ist. Obwohl ich nicht unbedingt ein längeres brauche, fragte ich, ob ich ob ich nicht die 90-Tage haben könne. Er antworte grimmig, dies sei nicht möglich. Obwohl ich nachhackte, meinte er nur, ich müsse nach La Paz um ein längeres Visum zu erhalten. Genervt ging ich zum Bus zurück. So kam ich also mehr gestresst wie erfreut in Bolivien an.

Hier geht die Zeit eine Stunde vor, so dass nun nur noch 5 Stunden Zeitunterschied zu Europa herrscht. Wie bereits erwähnt gibt es hier zudem wieder eine andere Währung. Ein Franken ist etwa 7.30 Bolivianos. Ich rechne nun also ungefähr "durch sieben".

In Copacabana, schloss sich mir ein Irländer (Brian) an. Er war im gleichen Bus, spricht kein Spanisch und war daher froh, dass ich nach Hostels und Infos betreffend dem Besuch der Isla del Sol fragen konnte. Wir machten uns auf den Weg zu einem Hostel welches mir Kevin empfohlen hatte und lediglich 8 Bolivianos kosten sollte (Hostel Mariana). Während unserem Marsch dorthin, liefen wir, wer hätte es gedacht, genau in die Arme von Kevin und Sevino. Sie brachten uns zum Hostel welches sich als Hippy-Absteige und meines Erachtens Drogenkonsum-Hotel entpuppte. Weder Brian noch ich hatten gross Lust dort zu bleiben. Daher gingen wir mit Kevin und Sevino zu einem anderen Hostel (San José), welches uns von einem auf der Strasse empfohlen worden war. Für 15 Bolivianos pro Person sind wir hier untergekommen. Wenn man bedenkt; dies sind keine 3 Franken...

Zu viert suchten wir danach nach einem Restaurant. Auf der Strasse erkannte ich einen Jungen, denn Noe und ich in unserem Hostel kurz kennengelernt hatten. Ich sprach ihn an und fragte ihn kurzerhand ob er mit uns mitkommen wolle. So gingen 5 verschiedene Nationalitäten (Peru, Frankreich, Russland, Irland und Schweiz) zusammen Abend essen. Wir sprachen zusammen Spanisch, was leider dazu führte, dass Brian kaum was verstand .
Das Abendprogramm fand danach in unserem Hostel stand: der Russe (Stas), Kevin und Sevino mieteten den Billardtisch. Brian und ich zogen uns in unser Zimmer zurück. Brian scheint ganz ein netter Kerl zu sein. Zwar etwas zurückhaltend, sehr sarkastisch mit schwarzem Hummer und etwas paranoid was die Hygiene der Betten und der Nahrungsmittel anbelangt, aber voll unterhaltsam und ein angenehmer Zeitgenosse.

© Fabienne D., 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Kurzfristig entschied ich mich nach Südamerika zu reisen. Spontan begleitet mich Lucia die ersten 5 Wochen durch Ecuador. Was weiter noch bereist und entdeckt wird, steht noch in den Sternen geschrieben :-) Let's go!
Details:
Aufbruch: 21.07.2011
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 25.05.2012
Reiseziele: Ecuador
Peru
Bolivien
Chile
Argentinien
Der Autor
 
Fabienne D. berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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