Bolivien-Reisebericht :Benji & Alex around the world

Bolivien

Puno nach Copacabana 14.10.2014

Als wir morgens um fünf in Puno angekommen sind, entschlossen wir uns kurzerhand gleich nach Copacabana weiter zu fahren. Haben von vielen Reisenden gehört, dass Puno viel zu touristisch und teuer ist und dass auch die bekannten floating islands gar nicht so beeindruckend sind wie man sich das vorstellt. Als wir dann noch in Erfahrung gebracht haben, dass man auch auf der bolivianischen Seite des Titicacasees schwimmende Schilfinseln besuchen kann, hielt uns nichts mehr in Puno. Also ging es nach 1,5 Stunden und einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem See weiter nach Copacabana. JAA, Copacabana liegt in Bolivien und wie die Bolivianos scherzhaft sagen, wurde der berühmte Strand in Brasilien nach diesem wunderschönen Örtchen benannt.
Die Fahrt und auch der Grenzübergang waren problemlos. Danke noch an Andi und Armin für die 5 Bolivianos, die wie im Rucksack gefunden haben. Hat uns einiges an Wartezeit an der Grenze erspart, weil wir kein Geld für die Gebühren von 2 Bolivianos wechseln mussten. was einem umgerechnet bissle mehr als 50 Cent für ne Freude bereiten können...
In Copacabana angekommen, ging es dann erst mal wieder auf Hostelsuche und nach laengerem Hin und Her haben wir auch ne ganz ordentliche Unterkunft gefunden. Zwar war der versprochene Seeblick etwas spaerlich, aber ansonsten war es okay. Da es fuer eine Tour zur Sonneninsel schon zu spaet war, schauten wir uns ein wenig die Stadt an. Hauptattraktion ist die beruehmteste Wallfahrtskriche des Landes mit der Virgen de Copacabana (Jungfrau aus Copacabana), die angeblich Wunder wirkt. Diese heilenden Kraefte ziehen jaehrlich Tausende von Pilgern an. Um sie herum wurde sogar eine riesige Basilika gebaut um der Statue einen gebuehrenden Platz zu bieten. Vielleicht haetten wir auch mal besser dran geglaub, denn ab hier fing fuer uns eine richtige Pechstraehne an... haben wir etwa die Jungfrau erbost, da wir nicht sofort ihre Schoenheit und ihre Kraft erkannten?!
Die Statue wurde 1925 sogar vom Vatikan heilig gesprochen.
Viel mehr gibt es in der Stadt eigentlich nicht zu sehen und so beschlossen wir uns mal den kulinarischen Highlights zu widmen. Spezialitaet ist angeblich Regenbogenforelle (Truchas) in allen Variationen. Uns hat der Fisch ehrlich gesagt nicht besonders ueberzeugt, dafuer entschaedigte aber der Blick auf den Titicacasee um so mehr.
Ein Highlight der Stadt, das wir jedoch leider nicht sehen konnten, (findet wohl eher am Wochenende statt) ist die Autosegnung in Copacabana. Die Autos werden mit Blumen, Girlanden und allem moeglichen Zeugs geschmueckt und an den Hauptplatz gefahren. Dort werden die Autos sowohl von einem Priester als auch von einem Schamanen gesegnet. Das Ganze wird dann mit ziemlich viel Alkohol begossen. Die Leute erhoffen sich dadurch von Unfaellen und Pannen verschont zu bleiben - die bolivianische Autoversicherung eben. Die Leute kommen sogar aus La Paz hierher um die Autos segnen zu lassen. Verrueckt. Schade, dass wir so ne Segnung nicht miterleben durften.

Sonnenaufgang über dem Titicacasee in Puno

Sonnenaufgang über dem Titicacasee in Puno

An der Grenze hieß es dann bye bye Peru...

An der Grenze hieß es dann bye bye Peru...

Basilika von Copacabana mit der berühmten Jungfrau (natürlich darf man von der Statue kein Bild machen)

Basilika von Copacabana mit der berühmten Jungfrau (natürlich darf man von der Statue kein Bild machen)

An der Bootsanlegestelle

An der Bootsanlegestelle

Isla del Sol (Sonneninsel)

Am naechsten Morgen ließen wir uns dann vom Taxiboot auf der Nordseite der Isla del Sol (Cha'llapampa) absetzen und wanderten auf die Suedseite (Yumani). Eine der schoensten Wanderungen bisher. Auf der Nordseite besichtigten wir dann noch den Chincana Komplex, der die Reste des Sonnentempels, den heilligen Felsen und den Inka-Palast umfasst. Oder besser gesagt was davon noch uebrig ist. Wir entschieden uns dann die Bergroute zu nehmen und hatten so herrliche Ausblicke. Auf der Suedseite sahen wir dann noch die Inka- Treppe und den Inka- Brunnen. Angeblich soll es Glueck und Gesundheit bringen, wenn man sich dort in allen drei Becken die Haende waescht. Klar, dass wir das sofort gemacht haben.
Von dort aus nahmen wir dann auch wieder das Taxiboot zurueck nach Copacabana.

Was für herrliche Ausblicke..

Was für herrliche Ausblicke..

Mauern des Inka- Palastes

Mauern des Inka- Palastes

Inka- Treppe

Inka- Treppe

Inka- Brunnen

Inka- Brunnen

Von Sicuani nach Copacabana

Da es uns hier so gut gefallen hat, entschlossen wir uns noch eine Nacht zu bleiben und noch eine Wanderung von Sicuani nach Copacabana zu machen. Da die Busverbindungen so schlecht sind und nicht garantiert ist ob man abends noch einen Bus bekommt, liessen wir uns morgens in Sicuani aussetzen und wanderten dann 14km zurueck, hauptsaechlich entlang der Kueste was uns einen fantastischen Blick auf den Titicacasee und die Inseln bescherte. In Sicuani wollten wir eigentlich Hilario Paye treffen, der dort Fahrten mit einem typischen Schilfboot anbietet. Leider war dieser aber nicht zu Hause und wurde auch erst gegen Mittag zurueck erwartet, sodass wir unsere Wanderung dann eben so fortsetzten. Die Strecke fuehrte uns durch kleine Doerfer in denen wohl kaum mal ein Tourist durchkommt. Die Haeuser waren sehr einfach und die Leute hatten wohl nur so viel, dass es zum Leben reicht und manchmal vielleicht noch nicht mal das. Kein Wunder, dass wir im Bus gleich mal den doppelten Preis bezahlten, was aber voellig ok war.
Ganz unverhofft kamen wir dann nach der Haelfte der Strecke an Schilfinseln vorbei und konnten so doch noch erleben wie es sich anfuehlt auf solch einer Insel zu laufen. Schon beeindruckend, wenn man weiss, dass sie nur aus Schilf gebaut ist und eigentlich permanent daran gearbeitet werden muss und die Schilfschichten ersetzt werden muessen.
Unseren Abstecher zum Bad des Inka war dann aber leider ein Reinfall, obwohl er im Reisefueher als Highlight dargestellt wurde. Das einzige was wir sahen waren ein paar Mauern und ein Hund der uns ansprang und mich zu Tode erschreckt hat. Dieser hat uns dann auch noch den ganzen Weg zurueck nach Copacabana begleitet und ist nicht mehr von unserer Seite gewichen, bis wir dann in ein Restraurant sind.
Trotzdem ein toller Tag. Am Abend ging es dann mit dem Bus weiter nach La Paz und wie die meisten von euch wohl wissen, fing ab dort unsere immer noch anhaltende Pechstraehne an.
Vielleicht sollte ich noch kurz erwaehen, dass wir in Copacabana dann gemerkt haben, dass unser "Notfallgeld", dass wir immer in einem kleinen Geldbeutel im grossen Rucksack versteckt hatten irendwo gestohlen wurde (wir vermuten in Nazca, denn seit wir dort unsere Rucksaecke gelagert hatten fehlt auch unser Nagelset ; keine Ahnung warum das jemand brauchen konnte, aber wir hatten es am Tag zuvor in Huacachina noch)

Eine der Schilfinseln

Eine der Schilfinseln

Bad des Inkas?!

Bad des Inkas?!

Unser treuer Begleiter

Unser treuer Begleiter

Auf dem Weg nach La Paz mussten wir dann noch mit dem Bus den Titicacasee überqueren. Bisher wurde noch keine Brücke gebaut und so wird jedes Auto, jeder Bus mit Booten überführt. Personen werden mit kleinen Motorboote ans andere Ufer gebracht. Ich will gar nicht wissen wie viele Boote hier untergehen. In unserem Boot, dass vermutlich für 10 Personen geeignet gewesen wäre, wurden ca. 30 Personen transportiert. Und so zitterten wir die 10min bissle bis wir am anderen Ende waren.

© Benji und Alex AiZi, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir erfüllen uns unseren Traum - in 180 Tagen um die Welt :) oder zumindest fast... ;) USA, Costa Rica, Ecuador, Peru, Bolivien, Chile, Neuseeland, Australien, Tasmanien, Kuala Lumpur, Vietnam, Hongkong, Indien
Details:
Aufbruch: 08.08.2014
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 03.02.2015
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Costa Rica
Peru
Bolivien
Chile
Neuseeland
Australien
Malaysia
Vietnam
Kambodscha
Thailand
Hongkong
Indien
Der Autor
 
Benji und Alex AiZi berichtet seit 3 Jahren auf umdiewelt.