Bolivien-Reisebericht :Von Pattaya nach Zittau

Sorata - Einfach nur schön

Aber zu Erst - Chaostage in Bolivien

Nach einer Woche Copacabana fahre ich an die peruanische Grenze. Der Zöllner spricht etwas Englisch und erklärt mir, das ich keine Aufenthaltsverlängerung für mein Motorrad habe und er mich nicht passieren lassen kann. In Oruro, wo ich meinen Aufenthalt hatte verlängern lassen, hatte ich extra auch nach dem Bike gefragt und man sagte mir, es sei alles okey. Ich hacke etwas halbherzig nach, denn in Peru ist am Wochenende Nationalfeiertag und so ist wahrscheinlich eh besser noch etwas in Bolivien zu bleiben. Es nützt also nichts, er schickt mich nach La Paz zurück. Ich überlege noch kurz, es an am nächstem Übergang zu versuchen, fahre aber schließlich doch zurück. In La Paz schickt man mich natürlich zu Erst an die falsche Stelle, die Richtige sei am Flughafen. Ich muss vorsichtshalber noch Geld abheben, da ein Overstay bei Personen 20 Bol pro Tag kostet. Wieviel es bei meinem Motorrad sein wird, weiß ich nicht, aber ich rechne mit dem Schlimmsten. Zu allem Unglück, bleibt auch noch meine Kreditkarte im Automaten stecken und es dauert einige Zeit, bis ich sie wiederbekomme. Der Zoll am Flughafen spricht ein ausgezeichnetes Englisch und erklärt mir, dass alles in Ordnung sei mit meinen Papieren und ich das Land jederzeit verlassen könne. Sooo ??? Na gut, wenigsten kostet es nichts.

La Paz - Sorata 160 km

Als alles gut überstanden ist, suche ich mir irgendeinen Ort auf der Karte, welcher mir interessant erscheint und entschließe mich in die Berge nach Sorata zu fahren.
Ich muss wieder auf der in baubefindlichen Autobahn die Stadt verlassen. Nur dieses Mal ignoriere ich alle Umleitungen und fahre direkt durch die Baustellen hindurch, wo es keinen Verkehr gibt und die Straße super ist. Es ist seltsam, da stehen nun extra Streckenposten die den Verkehr umleiten sollen, manchmal sogar Polizei, aber keiner hindert mich dort durch zufahren. DANKE !

Beim Anblick der Berge bekomme ich schnell das Gefühl eine glückliche Entscheidung getroffen zu haben. Nur die Mentalität der Menschen scheint hier doch etwas anders zu sein. Die beiden Damen, die mit im Bild sind, beschimpften mich und griffen nach einem Stein, weil sie sich fotografiert fühlten. Sorry !

Auf dem Pass in 4300 m Höhe

Auf dem Pass in 4300 m Höhe

Der war friedlicher

Der war friedlicher

Sorata, herrlich gelegen, einmalig schöne Natur

Sorata, herrlich gelegen, einmalig schöne Natur

Sorata liegt auf ca. 2700 m, es ist deutlich wärmer, auf dem Dorfplatz wachsen Palmen.

Ich beziehe ein Hostal im Zentrum, 35 Bol, 5 Bol für das Motorrad in der Garage, kein Internet. In der Küche ist nochmal ein Schild angebracht, dass die Benutzung 4 Bol extra kostet, seltsam. Aber am Ende hat das keiner kassiert.
Es ist noch früh und ich fahre noch einmal auf den Pass hoch, um den herrlichen Anblick zu genießen.

Ich fahre etwas Querfeldein

Ich fahre etwas Querfeldein

Wolken ziehen auf, es wird kalt - ab nach Hause

Wolken ziehen auf, es wird kalt - ab nach Hause

© Bernd Feurich, 2017
Du bist hier : Startseite Die Amerikas Bolivien Bolivien-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Insgesamt habe ich in den letzten 20 Jahren 5 bis 7 Jahre in Thailand gelebt und gearbeitet. Die letzten zwei Jahre war ich fast am Stück dort gewesen. Jetzt ist das Ende des Geldes abzusehen und ich reise in östliche Richtung über die Pazifikinseln und Südamerika nach Deutschland zurück.
Details:
Aufbruch: 04.01.2016
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.12.2016
Reiseziele: Thailand
Philippinen
Fidschi
Neuseeland
Französisch Polynesien
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
Brasilien
Der Autor
 
Bernd Feurich berichtet seit 20 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/20):
Anonym vom 7. Januar 1484413925000
Diesmal dif­fe­ren­zier­ter: ich war Rich­tung Osten schon an vielen Orten. Meh­rfach. O­ver­land von Frei­burg nach Nepal, anno 71 z.B. Viele Inseln (NZ) usw. Aber meine besten Touren waren zu­sam­men ca. 10000 km mit einer 250 trial durch die Wes­tal­pen. Mit Zelt. Volles Prog­ramm, Stra­ßen, Pässe und u­nend­lich Gel­ände. Des­we­gen finde ich Deine Fahrt mit dem Mo­tor­rad so ben­ei­dens­wert. Das würde ich auch mal wieder gerne machen. Bin aber jetzt 64 und fast zu alt dafür. Koor­di­na­tion, Gesun­dheit, Lei­dens­fähig­keit und so. Hab meine Maschi­ne vor Kurzem ver­kauft. Au­ßer­dem ist das Risiko Alleine riesig. Aber trot­zdem bin ich nei­disch. Auch auf so lange Pat­ta­ya. Ich war nur einen Monat dort. Mach weiter so. Man lebt nur ein Mal.
Antwort des Autors: Na da hast du doch viel erlebt und keiner kann dir die Erinnerungen nehmen. Ich habe noch Hoffnung, dass ich noch vor der Rente irgendwohin eine Tour machen kann. Kommt Zeit - kommt Ra(d)
Gruß, Bernd
Rachel 1484137624000
Ich habe dich die letzten an­der­thalb Jahre auf deiner Reise beg­lei­tet (und war in dieser Zeit selber mit meiner Familie drei­ein­halb Wochen in Thai­land auf Reisen) und war immer sehr angetan von deinen Bildern und deinen Er­leb­nis­sen, danke! Ja, wer den Rei­se­vi­rus in sich trägt, den hält es man­chmal nur mit Mühe in "ewig" den­sel­ben Gew­ässern. Ich wünsche dir alles Gute, gute Gesun­dheit und dass du auch dem kühlen Deuts­chland viel Po­si­ti­ves ab­rin­gen kannst!
Antwort des Autors: Das Gewässer ist fest zugefroren und die dicke Eisschicht hält alles, was auf ihn trieb gefangen. Doch tief unten, am Boden fließt es leise weiter. Irgendwann kommt der nächste Frühling, die Sonne wird das Eis brechen und der Fluss wird alles mit sich nehmen, was dort nicht bleiben will.
anonym 1483787155000
Vielen Dank für Dienen Bericht und die Bilder. Wenn ich nochmal auf die Welt komm, mach ich auch sowas.
Antwort des Autors: Vielen Dank fürs Mitreisen.