Bolivien-Reisebericht :Peru, Bolivien und Ecuador

Samaipata: Auf den Spuren Che Guevaras

Die letzten 2 Jahre Che Guevaras

Von Samaipata sind wir etwa 180 km in die Berge zu dem kleinen Dorf La Higuera gefahren. Hier in der Gegend hatten die Guerillas ihren Rückzugsort und die meisten sind wie Che auch hier gestorben.

Und wie bei uns umgibt ihn auch in Lateinamerika der Mythos des Kämpfers für die Armen und Rechtlosen. Gerade die Globalisierungsgegner hier nutzen dieses Bild für ihre Kampagnen.
Der Sieg an der Seite Fidel Castros gegen die Diktatur von Batista in Kuba war für den Mediziner, der einer argentinischen Familie entstammt, wohl der größte Erfolg. Dort wurde er Regierungsmitglied, heiratet nochmal und bekam 4 Kinder.

Nach dem Sieg war er für hunderte von Hinrichtungen ohne Gerichturteil verantwortlich, darunter auch Kinder, einige erschoss er selbst. Gleichzeitig beklagt er dass Kinder hungern und ihre Eltern Fronarbeit leisten müssen.
"Der Jesus Christus mit der Knarre" wie Biermann ihn in Commandante Che Guevara besang hat mit der Realität nicht viel zu tun, er war eher ein gnadenloser, blutrünstiger Mann mit einer weichen Seite, sehr eloquent und intelligent.

Nachdem der politische Weg Castros und Guevaras auseinanderlief ging er für 2 Jahre nach Afrika, versuchte im Kongo mit 200 Guerillas eine Revolution zu starten aber die einheimischen Wiederstandskämpfer sind mißtrauisch, schliessen sich ihnen nicht an und als es im Fiasko endet kehrt er nach Laeinamerika zurück.

In Bolivien wollte er dann eine Guerillaarmee aufbauen, diese sollte auf die umliegenden Länder ausgeweitet werden und ganz Südamerika erfassen.
Er kam mit nur wenigen Kämpfern 1966 über die Grenze nach Bolivien, später stieß auch als einzige Frau in der Truppe die Deutsch - Argentinierin Tamara Bunke genannt "Tania" dazu. Sie war von der Stasi auf Guevara angesetzt worden, es gibt allerdings keine Akten darüber dass sie dann auch tatsächlich Informationen lieferte.

Che Guevaras Pläne waren allerdings so weit weg von der Situation der indianischen Bauern vor Ort dass sich ihm nur wenige junge Männer anschlossen und er lediglich über 94 Kämpfer verfügte. Sein Operationsgebiet war sehr beschränkt auf das Tal zwischen Samaipata, Vallegrande und La Higuera. Ihnen gegenüber stand eine Regierung in der die Armee das sagen hatte, die schnell Jagd auf die Guerillas machten und bis Ende 1997 fast alle auslöschten.

Und wir wollten einige Stationen dieses Commandante Che Guevara besuchen, unser Führer Rolando lebt in Samaipata hat Geschichte und Biologie studiert, verfügt über viel Wissen und konnte es auch in Englisch an uns weitergeben. Sein Vater hat in den Jahren 66 /67 in Samaipata im Krankenhaus gearbeitet und erlebt dass die Guerillas von ihm Medikamente forderten, er sie aus Angst auch aushändigte und es dann am Hauptplatz des Dörfchens zu einem Zusammenstoß mit der Armee kam und ein Soldat erschossen wurde.

Da dieser große Fels der  Baskenmütze von Che ähnelt  wurde sie mit eine Stern versehen und heißt jetzt auch "Cap de Che" Mütze von Che

Da dieser große Fels der Baskenmütze von Che ähnelt wurde sie mit eine Stern versehen und heißt jetzt auch "Cap de Che" Mütze von Che

Rolando ging mit der Machete voraus da in dieser Gegend auch  Klapperschlangen vorkommen.

Rolando ging mit der Machete voraus da in dieser Gegend auch Klapperschlangen vorkommen.

Der Pfad zum Versteck der Rebellen den auch die  Soldaten am 8. Oktober 67 gingen. Wir sind etwa 2 Stunden  durch Gestrüpp zum Talboden  runter- und wieder hochgestiegen.

Der Pfad zum Versteck der Rebellen den auch die Soldaten am 8. Oktober 67 gingen. Wir sind etwa 2 Stunden durch Gestrüpp zum Talboden runter- und wieder hochgestiegen.

Auf dem Weg eine Vogelspinne die sich gerade aufwärmt, auch wenn ich weiß dass eine einzelne Dame gerne ein Bild mit mir und Vogelspinne hätte,  war es mir doch zu gefährlich als sich auch Rolando nicht traute und sie als sehr giftig bezeichnete.

Auf dem Weg eine Vogelspinne die sich gerade aufwärmt, auch wenn ich weiß dass eine einzelne Dame gerne ein Bild mit mir und Vogelspinne hätte, war es mir doch zu gefährlich als sich auch Rolando nicht traute und sie als sehr giftig bezeichnete.

Der Stein an dem Che Guevara am 8. Oktober 67 verletzt und umstellt von 400 Soldaten verhaftet wurde.

Der Stein an dem Che Guevara am 8. Oktober 67 verletzt und umstellt von 400 Soldaten verhaftet wurde.

Am "Quebrada del  Churo" ( Gebrochener Weg) wurde zur Erinnerung ein Stern angebracht und ein Feigenbaum gepflanzt. Der Rückzugsort an einem kleinen Bach wurde von Bauern der Armee verraten.

Am "Quebrada del Churo" ( Gebrochener Weg) wurde zur Erinnerung ein Stern angebracht und ein Feigenbaum gepflanzt. Der Rückzugsort an einem kleinen Bach wurde von Bauern der Armee verraten.

Der Nachbau des ehemaligen Schulhauses von La Higuera  in das  Che Guevara am 8. Oktober 1967 nach seiner Verhaftung gebracht wurde. Aufgesperrt wurde es uns von einer alten Dame die ihn noch persönlich hier gesehen hat, sie hat sich sehr gefreut als wir ihr 2 Che T-Shirts abkauften, sonst kommen eher Hippies mit denen kein Geld zu verdienen ist.

Der Nachbau des ehemaligen Schulhauses von La Higuera in das Che Guevara am 8. Oktober 1967 nach seiner Verhaftung gebracht wurde. Aufgesperrt wurde es uns von einer alten Dame die ihn noch persönlich hier gesehen hat, sie hat sich sehr gefreut als wir ihr 2 Che T-Shirts abkauften, sonst kommen eher Hippies mit denen kein Geld zu verdienen ist.

Heute ist die Schule ein Museum voll  Bildern und Erinnerungsstücken an den Commandante und seine Mitstreiter

Heute ist die Schule ein Museum voll Bildern und Erinnerungsstücken an den Commandante und seine Mitstreiter

Sogar den Stuhl gibt es noch auf dem er am 9. Oktober 67 am nachmittag sitzend von einem Bewacher erschossen wurde. Am 10. Oktober wurde der tote Che  mit einem Hubschrauber abgeholt und nach Vallegrande gebracht.

Sogar den Stuhl gibt es noch auf dem er am 9. Oktober 67 am nachmittag sitzend von einem Bewacher erschossen wurde. Am 10. Oktober wurde der tote Che mit einem Hubschrauber abgeholt und nach Vallegrande gebracht.

Das  Dorf La Higuera, in dem etwa 45 Menschen leben steht ganz in der Verherrlichung von Che Guevara. Es wird  jährlich ein "Dio San Ernesto" gefeiert und 2 Monumente wurden aufgestellt

Das Dorf La Higuera, in dem etwa 45 Menschen leben steht ganz in der Verherrlichung von Che Guevara. Es wird jährlich ein "Dio San Ernesto" gefeiert und 2 Monumente wurden aufgestellt

Es gibt ein Cafe das Che Guevara heißt, ein Geschäft mit dem Namen 8.Oktober, ein Lokal Los Amigos und noch einiges mehr.
Es mutet schon eigenartig an wenn ein "Kämpfer gegen den Imperialismus" heute eine Figur ist mit der die halbe Welt Geld verdient.

Es gibt ein Cafe das Che Guevara heißt, ein Geschäft mit dem Namen 8.Oktober, ein Lokal Los Amigos und noch einiges mehr.
Es mutet schon eigenartig an wenn ein "Kämpfer gegen den Imperialismus" heute eine Figur ist mit der die halbe Welt Geld verdient.

Hier im Krankenhaus von Vallegrande wurde die Leiche von Che Guevara gewaschen

Hier im Krankenhaus von Vallegrande wurde die Leiche von Che Guevara gewaschen

und dann auf diesem Tisch der Weltpresse präsentiert. Nachdem die Wandmalereien der Anhänger hier ausarteten wurde das Gelände vom Krankenhaus mit einem Zaun abgetrennt und darf nur noch mit Führer betreten werden.

und dann auf diesem Tisch der Weltpresse präsentiert. Nachdem die Wandmalereien der Anhänger hier ausarteten wurde das Gelände vom Krankenhaus mit einem Zaun abgetrennt und darf nur noch mit Führer betreten werden.

Das Leichenhaus in dem die weitere "Behandlung" durch die Armee stattfand. Der Leichnam wurde mit Formaldehyd behandelt, Kopf und Hände abgetrennt um eine Identifizierung zu verhindern  und dann heimlich weggebracht.

Das Leichenhaus in dem die weitere "Behandlung" durch die Armee stattfand. Der Leichnam wurde mit Formaldehyd behandelt, Kopf und Hände abgetrennt um eine Identifizierung zu verhindern und dann heimlich weggebracht.

Die Armee behauptete die  Leichen der Rebellen verbrannt zu haben und schaffte es 30 Jahre lang den tatsächlichen Begräbnisplatz geheim zu halten. Ein amerikanischer Journalist kam 97 nach langen Recherchen auf den ehemaligen Armeeflugplatz in Vallegrande und nach  der Exhumierung durch internationale Experten wurden auch die Überreste von 7 Menschen identifiziert. Über dem Auffindeort wurde ein Mausoleum gebaut, an den Wänden wird die Lebensgeschichte  Guevaras in alten Fotos abgebildet.

Die Armee behauptete die Leichen der Rebellen verbrannt zu haben und schaffte es 30 Jahre lang den tatsächlichen Begräbnisplatz geheim zu halten. Ein amerikanischer Journalist kam 97 nach langen Recherchen auf den ehemaligen Armeeflugplatz in Vallegrande und nach der Exhumierung durch internationale Experten wurden auch die Überreste von 7 Menschen identifiziert. Über dem Auffindeort wurde ein Mausoleum gebaut, an den Wänden wird die Lebensgeschichte Guevaras in alten Fotos abgebildet.

Die 7 am Quebrada und in La Higuera getöteten Rebellen, nur 5 konnten flüchten aber 3 wurden später verhaftet und 2 gingen nach Chile. 
Die Überreste von Che und Tamara Bunke wurden mit den kubanischen Toten in Santa Klara (Kuba) in einem Mausoleum beigesetzt.

Die 7 am Quebrada und in La Higuera getöteten Rebellen, nur 5 konnten flüchten aber 3 wurden später verhaftet und 2 gingen nach Chile.
Die Überreste von Che und Tamara Bunke wurden mit den kubanischen Toten in Santa Klara (Kuba) in einem Mausoleum beigesetzt.

Das "Gedenkgrundstück" in Vallegrande ist riesig, es wurden auch 8 Millionen Bolivianos bereits verbaut und die Hälfte liegt noch brach und wartet auf weitere Geldverschwendung. Hinten links das Mausoleum daneben eine riesige Bühne für Theaterstücke rund um den Commandante, Gedenksteine, große Rasenflächen die in dieser wasserarmen Region  ständig gewässert werden müssen  und im Vordergrund ein überdimensionierter Brunnen.

Das "Gedenkgrundstück" in Vallegrande ist riesig, es wurden auch 8 Millionen Bolivianos bereits verbaut und die Hälfte liegt noch brach und wartet auf weitere Geldverschwendung. Hinten links das Mausoleum daneben eine riesige Bühne für Theaterstücke rund um den Commandante, Gedenksteine, große Rasenflächen die in dieser wasserarmen Region ständig gewässert werden müssen und im Vordergrund ein überdimensionierter Brunnen.

Im Eingangsbereich stehen rechts 4 neue Häuser, im ersten hängen  jede Menge Bilder  von Che und seinen Genossen und  Geschichtsabrisse auf großen Marmortafeln. Die anderen stehen noch leer, da wusste man wohl nicht mehr was man da präsentieren soll. Der ganze linke Teil des Grundstückes liegt noch brach aber da heuer im Oktober der 50. Todestag zu feiern ist fällt der Regierung bestimmt noch was dafür ein.
Die Stadt Vallegrande benötigt dringend ein größeres Krankenhaus und die Pläne dafür sind auch schon fertig nur Geld ist  nicht da.
Das Geld versickert stattdessen hier und in den x anderen unsinnigen Bauwerken rund um Che Guevara. 
Er dreht sich wohl ständig im Grabe um wenn er sieht was hier unter seinem Namen abläuft.

Im Eingangsbereich stehen rechts 4 neue Häuser, im ersten hängen jede Menge Bilder von Che und seinen Genossen und Geschichtsabrisse auf großen Marmortafeln. Die anderen stehen noch leer, da wusste man wohl nicht mehr was man da präsentieren soll. Der ganze linke Teil des Grundstückes liegt noch brach aber da heuer im Oktober der 50. Todestag zu feiern ist fällt der Regierung bestimmt noch was dafür ein.

Die Stadt Vallegrande benötigt dringend ein größeres Krankenhaus und die Pläne dafür sind auch schon fertig nur Geld ist nicht da.

Das Geld versickert stattdessen hier und in den x anderen unsinnigen Bauwerken rund um Che Guevara.
Er dreht sich wohl ständig im Grabe um wenn er sieht was hier unter seinem Namen abläuft.

© Vera und Konrad L., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
5 Monate durch Peru, Bolivien und Ecuador, bleiben wo es uns gefällt und weiterfahren um neues zu entdecken.
Details:
Aufbruch: 14.05.2017
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 16.10.2017
Reiseziele: Peru
Bolivien
Ecuador
Der Autor
 
Vera und Konrad L. berichtet seit 9 Monaten auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (3/31):
Rosemarie Schmiedlehner 1507974601000
Hallo Vera,­
jetzt habe ich gerade deine inte­res­santen Berich­te gelesen und die Bilder an­gescha­ut ! Ihr Zwei hattet ja eine super er­leb­nis­reiche Reise um die Welt !
Ich wünsche Euch einen ent­span­nten Rückflug !
Vie­le Grüße Ro­se­ma­rie
­
Grüße auch an deinen Mann
Antwort des Autors: Hallo Rosmarie
du bist aber früh dran
Ja wir hatten eine gute Zeit und es war sicher nicht unsere letzte Langzeitreise.
Grüße von Konrad zurück.
Wir sehen uns ja vermutlich am 26. Oktober.

Liebe Grüße
Vera und Konrad
Helga Junk 1507918341000
Hallo liebe Vera, lieber Kon­rad­
eu­er Blog ist super und die Fotos ein Traum! Eure Traum­rei­se ist fast zu En­de.­Die Zeit ist schnell ver­gan­gen. Ich wünsche euch eine gute Heim­rei­se und freue mich aufs Wie­der­se­hen! Liebe Grüße Helga
Antwort des Autors: Hallo Helga
ja morgen steht die Heimreise an aber wir nehmen viele Erlebnisse, Eindrücke und Bilder mit. Und es war sicher auch nicht unsere letzte längere Reise, einiges in Südamerika lockt uns noch.
Ich melde mich wenn wir zuhause sind.

Liebe Grüße
Vera und Konrad
Klissenbauer Martha 1506405944000
Hallo Konrad und Vera, Danke für eure wun­der­ba­ren Fotos, den in­fo­ma­ti­ven tollen Rei­se­bericht. Es ist eine Freude und Ber­eiche­rung mit daran teil­zu­ha­ben. Ich wünsche euch, dass auch die letzten Wochen noch gut ver­lau­fen und ihr heil nach Hause kom­mt.
lie­be Grüße von Martha
Antwort des Autors: Hallo Martha,
danke für die Grüße. Uns geht es gut und wir genießen die restliche Zeit. Es ist kaum zu glauben aber in drei Wochen sind wir schon wieder daheim.
Liebe Grüße, Konrad und Vera