Bolivien-Reisebericht :Südamerika mal anders

Bolivien: Año Nuevo Aymara

Frohes Neues Jahr 5525!

Ja, ganz richtig, am 21.06.2017 wünschen wir uns hier bei frostigen Temperaturen im Morgengrauen ein frohes neues Jahr Aber dazu gleich noch mehr....

Willakakuti - das Neujahrsfest der Aymara-Bevölkerung

Von diesem Fest höre ich zufällig keine zwei Stunden nach der Ankunft in La Paz. Schnell erkundige ich mich und es klingt so interessant, dass ich am darauffolgen Tag eine Tour buche. Hier überlege ich nicht lange, es auf eigene Faust zu machen, zu unsicher bin ich noch in dieser Stadt. Doch für knapp 47 € scheint mir der der Tagesausflug nicht zu teuer zu sein.
Ich erzähle von diesem Ereignis meiner Mitbewohnerin Chen, die übrigens auch spanisch lernt und mit der ich mich ausschließlich auf spanisch unterhalte, und sie bucht die Tour ebenfalls.

Am 21.06. gehen wir um 4 Uhr morgens an die Hauptstraße, wo wir vor einem Hotel abgeholt werden. Mit uns fahren noch einige andere Touristen, ein argentinisches Ehepaar, eine Südkoreanerin, ein Dreiergrüppchen (Deutscher, Argentinier und Amerikaner(?)) und eine ganze Horde junger Engländer. Unser Guide Víctor ist super drauf und verbreitet den ganzen Tag lang gute Laune.

Wir fahren etwa eineinhalbstunden zu den Ruinen Tiwanaku.
Tiwanaku ist die wichtigste prähispanische Stätte Boliviens. Die Tiwanaku-Kultur ist auf den Zeitraum von etwa 1000 v. Chr. bis 1000 n. Chr. datiert und gilt als eine der Urkulturen des Kontinents.

Es ist noch dunkel als wir ankommen, doch so langsam lichtet es sich, man kann erkennen, wo die Sonne etwa aufgehen wird. Wir bekommen einen Mate Tee zum Aufwärmen und dann gehen wir, mit vielen anderen Menschen, in Richtung Sonnentor. Es ist kalt, nein.... es ist frostig, die Wiesen sind weiß.

Dort stehen wir alle erwartungsvoll und warten auf den Sonnenaufgang. Wir können die Stelle am Horizont sehen, wo die Sonne uns gleich begrüßen wird. Wir heben alle die Arme, strecken die Hände hoch, wollen die ersten Sonnenstrahlen an den Fingerspitzen fühlen. Doch es dauert noch etwas... doch dann, ja, da kommt sie, die ersehnte Sonne!

Alle jubeln, strecken die Hände ganz nach oben, freuen sich! Nachdem die Sonne ganz zu sehen ist, fangen die Menschen an zu tanzen und sich frohes neues Jahr zu wünschen. Víctor und ich stehen nebeneinander, drehen uns zueinanderum, umarmen uns und wünschen uns "felíz año nuevo!" Es ist eine fröhliche Stimmung.

Dann bekommen wir alle ein paar Cocablätter, mit denen wir uns was wünschen. Dann werden sie eingesammelt, um anschließend ins Feuer geworfen zu werden. Die Menschen tummeln sich alle auf den Stufen, um ihre Opfergaben ins Feuer zu werfen.

Die Einheimischen fragen uns, ob sie mit uns ein Foto machen können. So werden wir von vielen Einheimischen zusammen mit ihnen fotografiert Vermutlich sollen wir Glück bringen Die englische Jugendgruppe wird von einem Fernsehsender interviewt Es wird immer heller, man sieht nun die vielen Menschen, die sich hier versammelt haben um das neue Aymara Jahr zu begrüßen.

Dieser nationale Feiertag wurde 2009 von dem Präsidenten Evo Morales eingeführt, der einer Aymara Familie entstammt.

Jeder von uns in der Gruppe hat vorher so ein oder so ein ähnliches Mützchen bekommen

Jeder von uns in der Gruppe hat vorher so ein oder so ein ähnliches Mützchen bekommen

Anschließend gehen wir Frühstücken, wärmen uns bei einem heißen Getränk auf. Dann gehen wir ins Museum, und lassen uns von Víctor die vielen Exponate erklären, in englisch und in spanisch. Er vergisst jedoch immer wieder die spanische Erklärung und wird dann stets von der Argentinierin daran erinnert, es auch auf spanisch zu erläutern, was ich total gut finde

Nach dem Museumsbesuch gehen wir in den archäologischen Park und besuchen die gesamte Anlage.

Vom weiten sehen wir die Reste der Feuerstelle, wo sich vorher alle etwas gewünscht haben.

Vom weiten sehen wir die Reste der Feuerstelle, wo sich vorher alle etwas gewünscht haben.

Im Laufe des Tages wird es immer wärmer, Stunde um Stunde ziehe ich je eine Schicht meiner vielschichtigen Bekleidung aus...

Im Laufe des Tages wird es immer wärmer, Stunde um Stunde ziehe ich je eine Schicht meiner vielschichtigen Bekleidung aus...

Das originale Sonnentor: Puerta del sol - Intipunku
Víctor, unser Guide, macht seine Arbeit so gut, dass unsere Gruppe immer größer wird. Es gesellen sich viele Menschen dazu, um hm zuzuhören

Das originale Sonnentor: Puerta del sol - Intipunku

Víctor, unser Guide, macht seine Arbeit so gut, dass unsere Gruppe immer größer wird. Es gesellen sich viele Menschen dazu, um hm zuzuhören

Im Anschluss gehen wir (die ursprüngliche Gruppe) Mittag essen.
Danach fahren wir noch zu den Stückchen weiter entfernten Tempelruinen Pumapunku und fahren danach zurück nach La Paz.

Pumapunku

Pumapunku

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Als Backpackerin durch Südamerika, Beginn des Abenteuers in Peru, Cusco. Danach Bolivien, Chile, ... ach, mal sehen, was so kommt! Hier berichte ich über meine Erfahrungen während der Reise und natürlich freue ich mich auf Eure Gästebucheinträge!
Details:
Aufbruch: 17.05.2017
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 22.12.2017
Reiseziele: Peru
Bolivien
Argentinien
Uruguay
Live-Reisebericht: Katharina schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Katharina Deckers berichtet seit 9 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Katharina über sich:
"Ich würde ja gerne mal als Backpacker durch Südamerika reisen, ABER....." So oder so ähnlich dachte ich schon einige Male, bis ich mir vor einigen Monaten sagte "Warum eigentlich nicht?" Warum sich dem eigenen Traum im Weg stehen?"
Im Mai 2017 werde ich also für einige Monate nach Südamerika reisen!