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Zu unserer Unlust, Santiago zu verlassen, trug wohl auch unsere Abflugzeit am Montag Morgen bei: Sechs Uhr, das Taxi hatten wir für 4:30h bestellt. Zumal wir für Karin, Pato und Karins Freundin Kathleen ein (ohne jetzt angeben zu wollen...) mehrgängiges Abschiedsessen gekocht hatten, wurde der letzte Abend natürlich länger, als es angesichts der Zeit auf unserem Wecker ratsam oder angebracht gewesen wäre... Müde wie wir waren, verpassten wir daher im Flugzeug nach Patagonien beinahe die Sicht auf die berühmten Torres del Paine, eine riesige Felsformation, über die wir ziemlich nah drüber flogen. Gottseidank war unser chilenischer Sitznachbar frech genug, uns aufzuwecken und auf das um ein Haar verpasste Naturwunder aufmerksam zu machen.
Blick aus dem Flugzeug
Auf den Bus nach Puerto Natales, wo wir uns die Torres noch mal etwas genauer ansehen wollten, mussten wir ein paar Stunden warten. Erst fanden wir das nervig, aber so hatten wir Zeit, uns das eigentlich ganz schöne Punta Arenas anzusehen und unsere weitere Reise ein bisschen zu planen.
Punta Arenas ist, sagen wir mal, so mittel-spannend
Auf der Plaza. Im Vordergrund der obligatorische schlafende Hund...
Auf dem Weg nach Puerto Natales: Patagonische Landschaft
In Puerto Natales angekommen, fanden wir dann schnell ein recht teures, aber gemütliches Hostel. Von hier aus kann man den grossen See sehen, an dem Puerto Natales ziemlich malerisch gelegen ist. Die Stadt selber hat ausser einer sehr entspannten Atmosphäre (die bisweilen in dezente Langeweile abgleitet) nicht allzu viel zu bieten. Touristen zieht sie vor allem an, weil man von hier aus diverse Touren unter anderem zu mehreren Nationalparks machen kann.
Abendstimmung am See
Da Tina durch diverse Gebrechen für größere Aktivitäten nicht wirklich geeignet war, beschlossen wir uns zum ersten Mal während der Reise für mehrere Tage zu trennen. Resa machte sich auf den Weg zu einem Drei-Tages-Treck durch den Nationalpark Torres del Paine.
Die Bruecke, die bestimmte Minibusse gerade so passieren koennen. An den Raendern fehlen jeweils 2cm. Gruselig!
Auf dem Weg zum Mirador de las Torres
Der erste Schnee seit Langem!
Triumph nach fast 4 Stunden Aufstieg
Da die Unterkuenfte im Nationalpark unverschaehmt teuer waren, entschloss Resa sich, zu campen. Trotz naechtlicher Gefriehrtemperaturen!
Der ausgeliegene Schlafsack war aber zum Glueck (fast) warm genug.
(Fuer bestimmte Personen, die sich diesen Weblog ueber den Googletranslator erschliessen - und ab und zu ein paar Fotos davon klauen - : Der Stein, den ich geworfen habe ist 10 mal gesprungen
)
In den drei Tagen ist Resa eine Expertin in Sachen Selbstausloeser geworden...
Der Grey-Gletscher
Tina wählte die bequemere Variante und liess sich mit einer Gruppe mittelalter Menschen, die in den diversen Luxus-Hotels der Stadt abgestiegen waren, für einen Tag im Minibus durch den Nationalpark kutschieren. Immerhin sparten wir so einiges an Geld, denn im Park kostet eine einfache Hostel-Übernachtung 60 Dollar pro Person.
Dieses possierliche Tierchen ist leider schon ausgestorben...
...in dieser Höhle bei Puerto Natales fand ein deutscher Entdecker seine Überreste
Auf dem Weg in den Park
Die berühmten Torres. Im Vordergrund: Die Laguna Amarga, so benannt wegen ihres bitteren Wassers (hier ist man geringfügig kreativer als in Uyuni, was die Namensgebung von Gewässern angeht; eine Laguna Verde gibt es allerdings auch hier)
Das Wasser ist in echt noch blauer!
Das Eis, das von einem Gletscher am Rande des Sees abfällt, auch. In ein paar Wochen wird es geschmolzen sein, wurde uns gesagt.
Bei dem frischen Wind am Strand des Lago Grey tauen selbst ältere Damen auf!
Frühling!
Danach verbrachte Tina zwei gemütliche Tage in Puerto Natales. Zwischen langen Aufenthalten im Radius verschiedener W-Lans machte sie noch ein paar Fotos vom Ort.
Im Vorfeld hatten uns mehrere Leute dringend davon abgeraten, um diese Jahreszeit nach Patagonien zu reisen: Zu kalt, zu windig, nichts funktioniert, weil die Touristen erst ab November langsam kommen. Alles Unsinn. Mitten im Winter mag es hier ungemütlich sein, aber jetzt im Frühling sind die Temperaturen über Null, Wind gab es kaum (im Gegensatz übrigens zum Sommer, wie wir gehört haben) und die Sonne schien mit sich selbst um die Wette. Was wir benutzen wollten, hat alles funktioniert. Und Patagonien ist wirklich noch mal was ganz anderes als alles andere, was wir bisher gesehen haben! Wenn man sich die bunten Holzhäuschen und die grossen, teilweise sogar blonden Menschen anguckt, fühlt man sich unwillkürlich nach Schweden oder Norwegen versetzt. Gottseidank erinnern ein paar wilde Müllkippen, streunende (beziehunsgweise herumliegende, aber herrenlose) Hunde und Horden von Schülern in Uniformen daran, dass man sich noch in Lateinamerika befindet!
Wer fühlt sich hier nicht nach Skandinavien versetzt
Suchbild: Wer findet den schlafenden Hund?
An unserem letzten Abend in Natales, wie Experten den Ort liebevoll-einfallslos nennen, gingen wir mit Resas Trekking-Buddies Michael, Kate und Kieran essen. Ein in die Jahre gekommener Junggeselle am Nebentisch hatte uns bereits den ganzen Abend schmachtende Blick zugeworfen und rang sich schliesslich durch zu einem Vorstoss: Der Kellner überbrachte uns ein selbst geschriebenes Gedicht von zweifelhafter Qualität, extra für uns verfasst. Unsere Schönheit wurde darin mit der der Torres verglichen. Drei Mal dürft ihr raten, wer gewonnen hat...
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