Mit dem Rucksack "einmal" um die Welt -- unser Traum wird wahr!

Reisezeit: August 2013 - Juni 2014  |  von Gernot u. Kathi

Chile ... wir bleiben noch in Patagonien!

Wieder mal für die bessere Orientierung. Ushuaia -- Stopp in Rio Grande -- Stopp in Punta Arenas --> Ankunft in Puerto Natales. Aber dazu später mehr.

Wieder mal für die bessere Orientierung. Ushuaia -- Stopp in Rio Grande -- Stopp in Punta Arenas --> Ankunft in Puerto Natales. Aber dazu später mehr.

Hello @ All,

wir waren jetzt einige Tage off. Sprich wir waren in der Wildnis. Um genau zu sein, wir waren in Torres del Paine Nationalpark und waren etwas wandern. Um es gleich vorweg zunehmen, es war richtig super. Aber dazu später mehr !

Reise mit Hindernissen

Wenn ich mich an den Bericht aus Ushuaia recht erinnere, habe ich gesagt, dass ihr uns die Daumen drücken sollt. So und jetzt möchte ich wissen, wer es nicht getan hat, denn als wir in Rio Grande ankamen, waren alle Plätze im Bus weg . Tja nach etwas Recherche und herumfragen, erklärten sich ein Mann und sein Auto haha (das ist bei Knight Rider) bereit uns für einen kleinen Unkostenbeitrag nach Punta Arenas zu fahren, von wo aus wir unseren Bus nach Puerto Natales erwischen könnten. Passt, rein in die Kiste und ab ging es. Wir kamen dann zwar pünktlich in Pt. Arenas an, aber die Busfahrpläne aus dem Internet sind nicht mehr so ganz aktuell und wir versäumten den letzten Bus um quasi nicht erwähnenswerte 2 Stunden . Ja, mittlerweile lachen wir über solche Kleinigkeiten.
Tja passt, nachdem die Hostelsuche (warum auch immer) erfolglos blieb, sahen wir einen älteren Mann an der Straße vor einer Autovermietung stehen. Es war zu diesem Zeitpunkt schon 21:00 Uhr oder so und Carlo fragte ihn Scherz halber, ob er uns nach Pto. Natales fahren würde. Zu unserer Überraschung sagte er, nach einem kurzen Telefonat, ja. Nach kurzen Preisverhandlungen wurden wir uns dann auch einig und zehn Minuten später waren wir schon wieder am Weg. Alterchen, ich sag es euch, der fuhr soooooooooooo langsam wie Schildkraut, da mussten wir alle unweigerlich einschlafen ! Ungefähr 4 Stunden später, waren wir dann endlich am Ziel angekommen und unsere Odyssee nahm nach gut 21 Stunden ein Ende.

Keine Menschenseele zu sehen außer uns vier Wahnsinnigen. Die haben sogar den Busbahnhof zugesperrt haha.

Keine Menschenseele zu sehen außer uns vier Wahnsinnigen. Die haben sogar den Busbahnhof zugesperrt haha.

Von links nach rechts: 
Unser Fahrer Christian alias Padre,
(Kater-) Carlo,
(Muttis hellster) Gernot (extra für Herrn Schmidt),
(der immer müde) Tatz und last but not least 
(die Prinzessin auf der Erbse) Norman!

Von links nach rechts:
Unser Fahrer Christian alias Padre,
(Kater-) Carlo,
(Muttis hellster) Gernot (extra für Herrn Schmidt),
(der immer müde) Tatz und last but not least
(die Prinzessin auf der Erbse) Norman!

Da waren zwei aber schon wieder müde !

Da waren zwei aber schon wieder müde !

The day after!

Nach der langen Reise schliefen wir uns mal so richtig aus, bis 0700 . Danach gingen wir gleich in die Stadt, um uns Isomatten und Proviant für die nächsten paar Tage zu kaufen, denn das erklärte Ziel war wie zuvor erwähnt ............... Torres del Paine .................! Zelt und Kochutensilien borgten wir uns im Hostel aus und am "Day after tomorrow" ging es via Bus auch schon los.
Es war schon beeindruckend, als man die Berge immer näher kommen sah und dann stand man quasi nur noch ein paar Kilometer davon entfernt. Wir hatten "Glück", denn wir waren fast alleine im Park unterwegs, da die Hauptsaison erst startet. Was aber auch ein "Fluch" ist, da es bedeutet, dass es noch richtig kalt im Park ist und erinnern wir uns ein paar Zeilen zurück: ZELT (das hat bekanntlich keine Heizung an Board) borgten wir uns im Hostel .
Dann gingen wir auch schon los und ich trau mich gar nicht zu sagen wie schwer der Rucksack mit dem Proviant für ein paar Tage und dem ganzen restlichen Zeugs war. Und die erste Strecke waren immerhin knapp 20 Kilometer! Dafür war die Landschaft wie immer auf diesem Fleck der Erde atemberaubend schön.

Das Waaaaandern ist des Tatzis Lust...sind ja nur mehr ein paar Meter bis zu dem Berg da hinten

Das Waaaaandern ist des Tatzis Lust...sind ja nur mehr ein paar Meter bis zu dem Berg da hinten

Die erste Nacht

Doch etwas gerädert kamen wir dann endlich beim Refugio an und stellten unser Mega-Riesen-Voluminöses Zelt auf. Das war so groß, da hätte außer uns locker noch eine Bakterie mit reingepasst. Bevor es dunkel wurde haben wir noch schnell unsere Schlafsäcke reingebastelt, haben noch etwas gegessen und haben uns schon mal mental auf die Nacht mit den erwarteten 0°C eingestellt. Doch es kam, wie es kommen musste: es hatte -3°C. Unsere Schlafsäcke hielten ja, was uns der Verkäufer unseres Vertrauens versprochen hatte, doch Normans Schlafsack ließ ihn etwas im Stich. Als Gernot bei den Jungs am nächsten Morgen am Zelt "anklopfte" lag Norman in voller Montur mitsamt Handschuhen bibbernd im Zelt und meinte nur: "Mir ist so kalt, aber wenigstens weiß ich jetzt, dass man bei -3°C nicht erfriert". Solche Erkenntnisse machen unsere Reise so wertvoll

So klein und schon ein Zelt. Man sieht noch den Reif daran.

So klein und schon ein Zelt. Man sieht noch den Reif daran.

Morgenstimmung, kurz vorm Sonnenaufgang

Morgenstimmung, kurz vorm Sonnenaufgang

Das schöne am Zelten in einem Nationalpark bei Eiseskälte: man krabbelt widerwillig aus dem Schlafsack (weil das ist der einzige Ort, der einigermaßen warm ist), geht durch die Kälte in ein kaltes Bad (weil Nebensaison), putzt sich mit megaeiskaltem Gletscherwasser die Zähne und setzt sich dann in eine kalte Campingküche (wird nicht beheizt und die Sonne hatte noch keine Zeit die Küche aufzuwärmen), um sich dann mit Handschuhen ans Teekochen zu machen. Herrlich
Nach den ersten paar Metern auf den tollen Wanderwegen ist der Kälteschock der letzten Stunden schnell wieder vergessen und wir werden wieder mal mit super Landschaften belohnt. Und wohlbemerkt ist es am Tag mit 15°C-18°C ja super angenehm!

Kurze Verschnaufpause mit Blick auf kristallklares Gletscherwasser.

Kurze Verschnaufpause mit Blick auf kristallklares Gletscherwasser.

Ein "Steiermark"-Sticker! Darüber freuen wir uns natürlich

Ein "Steiermark"-Sticker! Darüber freuen wir uns natürlich

Da möchte man doch am liebsten reinspringen, erinnert sich dann aber doch noch rechtzeitig an die nicht so optimalen Temperaturen und lässt es im letzten Moment doch bleiben

Da möchte man doch am liebsten reinspringen, erinnert sich dann aber doch noch rechtzeitig an die nicht so optimalen Temperaturen und lässt es im letzten Moment doch bleiben

Angeblich einer der letzten noch wachsenden Gletscher, der Gletscher Grey.

Angeblich einer der letzten noch wachsenden Gletscher, der Gletscher Grey.

Die glorreichen Vier

Die glorreichen Vier

Wie aus einem "W" ein I" wird

Die 18 km am ersten Tag waren quasi nur die Anreise zum Ausgangspunkt für den "W-Track", den wir die nächsten 5 Tage bestreiten wollten (Diese Anreise oder Abreise bestreiten die meisten jedoch mit einer Fähre. Ohne Fähre ist er "W-Track" mit so schwerem Gepäck in dieser Zeit sehr schwer zu machen). Wer jetzt glaubt, wir haben es nicht gemacht, der hat recht gg. Am 2. Tag legten wir nochmal 22 km zum Gletscher zurück - die erste wirkliche Etappe vom "W". Unsere beiden Mädls, Norman und Carlo, hatten sich nach dem 2. Tag schon dicke Blasen an den Füßen geholt und machten den Vorschlag, abzubrechen und eventuell an einem anderen Tag nochmal in den Park zu fahren. Gernot und ich waren zwar auch etwas müde, aber die "Schluchtenscheißer" (wie wir von den Deutschen liebevoll genannt werden) lassen sich doch von so einem Track nicht in die Knie zwingen! Wir erklärten uns dann aber doch solidarisch (einer für alle, alle für einen) und beschlossen, nicht zuletzt wegen den eisigen Temperaturen in der Nacht, Bett gegen Zelt zu tauschen und machten uns am nächsten Tag wieder auf dem Heimweg. Wir haben von dem W also nur den ersten Strich gemacht, darum gibts jetzt offiziell den "I-Track".
Der Heimweg war relativ unspektakulär: Wir hatten 5 Stunden Zeit um vom Refugio bis 13.00 Uhr zum Treffpunkt zu gelangen, wo uns der Bus abholte. Da wir natürlich wieder pünktlich eine halbe Stunde zu spät losgingen, mussten wir Gas geben und das machte der Ösi-Express dann auch . Etwas von den Kräften verlassen und von den Blasen geplagt, ging es bei Norman und Carlo dann doch nicht mehr ganz so schnell und Gernot und ich beschlossen voraus zu gehen, um den Bus auf jeden Fall noch zu erwischen und ihn aufzuhalten, bis die zwei nachgekommen sind. Nach 4 Stunden waren wir dann um 12.30 Uhr am Treffpunkt angelangt. Wir haben uns von Zeit zu Zeit immer wieder mal umgedreht, aber keine Spur von Norman und Carlo. Oje. Wir haben uns schon darauf eingestellt, dass wir noch eine Nacht im Nationalpark zelten, weil ohne die beiden wären wir dann auch nicht zurückgefahren. Am Treffpunkt angekommen ereilte uns dann die frohe Botschaft, dass der Bus doch erst frühestens um 15.00 Uhr kommt, weil ein Marathon stattfindet und deshalb die Straßen gesperrt sind. Juhu, die Hoffnung auf ein warmes Bett lebte also wieder. Aber die beiden kommen und kommen nicht. Verdammt. Wir machten uns schon Sorgen, da kam Fabian (ein Chilene, den wir im Refugio kennengelernt haben) und den fragten wir gleich, ob er die beiden gesehen hat. Er meinte, die liegen auf halbem Weg an einem Rastplatz, ruhen sich aus und so wie es aussieht, gehen die heute keinen Meter mehr! Na toll. Ich habe dann einen Ranger von unseren Companeros erzählt, die ganze Geschichte mit etwas Dramatik verfeinert und voilá, der nette Ranger fuhr mit mir zusammen zum Rastplatz, um die beiden Prinzessinnen zurück zum Treffpunkt zu chauffieren. Lange Rede, kurzer Sinn: obwohl wir nicht mehr damit gerechnet haben, erreichten wir doch noch unseren Bus, konnten am Abend heiß duschen, gut essen und in einem warmen Bettchen schlafen

Heute ist Sonntag, wir faulenzen rum und erholen uns von den gut 60 km, die wir zurückgelegt haben. Nächster Stopp: Puerto Montt via Punta Arenas mit dem Flugzeug. Am Mittwoch gehts los und bis dahin werden wir einfach mal nichts tun

Anmerkung Gernot: ich habe noch versucht einzelne Teilnehmer davon zu überzeugen den Track von Osten nach Westen zu machen oder zumindest die Türme zu machen, musste mich dann aber doch geschlagen geben (habe beim Schnick-Schnack-Schnuck verloren grml).

Normalerweise gibts am Ende jedes Kapitels ja immer ein Bild nur von uns zwei, aber diesmal kommen unsere treuen Begleiter mit drauf, die uns jeden Tag aufs neue zum Lachen bringen und uns mit ihren Spanischkenntnissen den Alltag erleichtern.
So long,
Gernot und Kathi
Anmerkung: Für die köstliche Unterhaltung ist Norman zuständig und für das perfekte Spanisch Carlo

Normalerweise gibts am Ende jedes Kapitels ja immer ein Bild nur von uns zwei, aber diesmal kommen unsere treuen Begleiter mit drauf, die uns jeden Tag aufs neue zum Lachen bringen und uns mit ihren Spanischkenntnissen den Alltag erleichtern.

So long,
Gernot und Kathi

Anmerkung: Für die köstliche Unterhaltung ist Norman zuständig und für das perfekte Spanisch Carlo

© Gernot u. Kathi, 2013
Du bist hier : Startseite Amerika Chile Chile ... wir bleiben noch in Patagonien!
Die Reise
 
Worum geht's?:
Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen anderen Vorurteilen auf. Oscar Wilde (1900 - 1956). Unser Traum wird wahr, wir reisen ab Ende August einmal um die Welt und laden alle diejenigen ein, die ebenfalls eine solche Reise machen möchten und nach Infos suchen, aber auch jene die gerne von der Couch aus reisen und uns rund um den Globus begleiten möchten.
Details:
Aufbruch: August 2013
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: Juni 2014
Reiseziele: Argentinien
Chile
Brasilien
Bolivien
Peru
Ecuador
Neuseeland
Cookinseln
Australien
Thailand
Laos
Singapur
Philippinen
Österreich
Der Autor
 
Gernot u. Kathi berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.