Chile-Reisebericht :Von Pattaya nach Zittau

Von Pucon nach Valparaiso

Pucon - Valparaiso, 900 km, 4 Tage

Als ich in Pucon losfahre, merke ich ein leichtes Schlingern beim Anfahren am Motorrad. Vielleicht habe ich auf irgendeinem Feldweg einen kleinen Schlag auf die hintere Felge bekommen. In Vietnam hatte ich das selbe Problem und es hat mich fast bis zum Ende begleitet. Also halb so schlimm dachte ich. Leider nicht. Als ich bei der nächsten Rast genauer hinschaue, merke ich, dass neun Speichen gebrochen sind. Ich muss in die Werkstatt, so geht es nicht weiter. Ich fahre nach Temuco rein.

Beeindruckend finde ich das Nebeneinander der bunten Laubbäume und der grünen Palmen.

Beeindruckend finde ich das Nebeneinander der bunten Laubbäume und der grünen Palmen.

Es dauerte bis ich eine Werkstatt gefunden hatte und man wollte kräftig zulangen. Nach etwas hin und her, haben wir uns auf 30.000 geeinigt. Ich hatte sowieso keine Wahl. Also Hostel suchen und Wunden lecken. Ich hatte dann noch einen Tag Zwangsaufenthalt, weil es regnete.
Am dritten Tag ging es weiter Richtung Norden, immer die Autobahn entlang, vorbei an den Weinfeldern.

Wenn ich morgens losfahre so gegen 10, 11 Uhr, ist es noch neblig und kalt. Ich muss alles anziehen, was ich noch habe und friere trotzdem. Nachmittags geht es dann einigermaßen. Ich habe in Molin übernachtet, nicht toll aber teuer. Am nächstem Tag habe ich die Autobahn verlassen und bin über Land weitergefahren. Wieder fahre ich durch Weinfelder und an Schaffarmen vorbei.
Heute habe ich das Glas des rechten Rückspiegels verloren und der Kilometerzähler ist stehen geblieben.

Diese Blumen duften ganz stark. Man riecht sie sogar auf dem Motorrad beim Vorbeifahren.

Am Abend erreiche ich Valparaiso. Ich beziehe ein Bett im 10- Bettschlafsaal im Hostel. Wir sind aber nur zwei und so bleibt es ruhig. Es kostet 7000 Pesos mit Frühstück.

Weil es so schön war, bleibe ich noch eine Nacht länger. Am nächsten Tag schlendere ich etwas durch die Gassen. Es ist die Stadt der steilen Straßen und der bunten Graffitis.

Es gibt kaum ein Haus ohne Graffiti.

Es gibt kaum ein Haus ohne Graffiti.

Zwischen den alten Häusern wachsen neue empor.

Zwischen den alten Häusern wachsen neue empor.

Auch an den Hochhäusern macht die Kunst nicht halt.

Auch an den Hochhäusern macht die Kunst nicht halt.

Für Alte und Herzkranke wie mich gibt es Fahrstühle. Dieser kostet 100 Pesos.

Für Alte und Herzkranke wie mich gibt es Fahrstühle. Dieser kostet 100 Pesos.

© Bernd Feurich, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Insgesamt habe ich in den letzten 20 Jahren 5 bis 7 Jahre in Thailand gelebt und gearbeitet. Die letzten zwei Jahre war ich fast am Stück dort gewesen. Jetzt ist das Ende des Geldes abzusehen und ich reise in östliche Richtung über die Pazifikinseln und Südamerika nach Deutschland zurück.
Details:
Aufbruch: 04.01.2016
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.12.2016
Reiseziele: Thailand
Philippinen
Fidschi
Neuseeland
Französisch Polynesien
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
Brasilien
Der Autor
 
Bernd Feurich berichtet seit 20 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/20):
Anonym vom 7. Januar 1484413925000
Diesmal dif­fe­ren­zier­ter: ich war Rich­tung Osten schon an vielen Orten. Meh­rfach. O­ver­land von Frei­burg nach Nepal, anno 71 z.B. Viele Inseln (NZ) usw. Aber meine besten Touren waren zu­sam­men ca. 10000 km mit einer 250 trial durch die Wes­tal­pen. Mit Zelt. Volles Prog­ramm, Stra­ßen, Pässe und u­nend­lich Gel­ände. Des­we­gen finde ich Deine Fahrt mit dem Mo­tor­rad so ben­ei­dens­wert. Das würde ich auch mal wieder gerne machen. Bin aber jetzt 64 und fast zu alt dafür. Koor­di­na­tion, Gesun­dheit, Lei­dens­fähig­keit und so. Hab meine Maschi­ne vor Kurzem ver­kauft. Au­ßer­dem ist das Risiko Alleine riesig. Aber trot­zdem bin ich nei­disch. Auch auf so lange Pat­ta­ya. Ich war nur einen Monat dort. Mach weiter so. Man lebt nur ein Mal.
Antwort des Autors: Na da hast du doch viel erlebt und keiner kann dir die Erinnerungen nehmen. Ich habe noch Hoffnung, dass ich noch vor der Rente irgendwohin eine Tour machen kann. Kommt Zeit - kommt Ra(d)
Gruß, Bernd
Rachel 1484137624000
Ich habe dich die letzten an­der­thalb Jahre auf deiner Reise beg­lei­tet (und war in dieser Zeit selber mit meiner Familie drei­ein­halb Wochen in Thai­land auf Reisen) und war immer sehr angetan von deinen Bildern und deinen Er­leb­nis­sen, danke! Ja, wer den Rei­se­vi­rus in sich trägt, den hält es man­chmal nur mit Mühe in "ewig" den­sel­ben Gew­ässern. Ich wünsche dir alles Gute, gute Gesun­dheit und dass du auch dem kühlen Deuts­chland viel Po­si­ti­ves ab­rin­gen kannst!
Antwort des Autors: Das Gewässer ist fest zugefroren und die dicke Eisschicht hält alles, was auf ihn trieb gefangen. Doch tief unten, am Boden fließt es leise weiter. Irgendwann kommt der nächste Frühling, die Sonne wird das Eis brechen und der Fluss wird alles mit sich nehmen, was dort nicht bleiben will.
anonym 1483787155000
Vielen Dank für Dienen Bericht und die Bilder. Wenn ich nochmal auf die Welt komm, mach ich auch sowas.
Antwort des Autors: Vielen Dank fürs Mitreisen.