Chile-Reisebericht :Die Weltreise, die zur Amerikareise wurde

Und wieder in Chile: Osorno und Pucon

Überall hier sind die deutschen Einflüsse sichtbar

Überall hier sind die deutschen Einflüsse sichtbar

In Frutillar

In Frutillar

Hilfe Gartenzwerge und das mitten in Chile

Hilfe Gartenzwerge und das mitten in Chile

Auf der Milchfarm

Auf der Milchfarm

Die Blaubeersträuche

Die Blaubeersträuche

Ich, Diego, Christina und Victor

Ich, Diego, Christina und Victor

Die Wanderung in el Cañi

Die Wanderung in el Cañi

Ein Ast von einer Araukarie

Ein Ast von einer Araukarie

Hier Ausblick mit Vulkan

Hier Ausblick mit Vulkan

Nachdem wir die Insel Chiloe verlassen hatten, übernachteten wir eine Nacht in Puerto Montt und dann gings weiter nach Osorno. Dort besuchten wir Victor, Christina und ihre Tochter Virginia. Victor und Christina hatten wir in Puerto Williams auf dem Los Dientes de Navarino kennengelernt. Die beiden hatten uns eingeladen, sie besuchen zu kommen. Super nett war auch, dass wir Diego mitbringen durften. So verbrachten wir drei ein paar wirklich entspannende Tage in Osorno. Victor und Christina haben deutche Vorfahren und haben selbst die deutsche Schule besucht. So sprechen die beiden ein perfektes Deutsch. Das war vielleicht manchmal ein Sprachgewirr. Mal sprach Diego mit ihnen Spanisch, dann redeten wir Deutsch und damit wir uns alle verstehen konnten gings auf Englisch weiter. Lustig war auch, dass es zur Begrüßung typisch deutsche Kartoffelpuffer mit Apfelmus gab. Oh lecker, das hatten wir schon ewig nicht mehr gegessen. Fast wie bei Mutti, aber nur fast. Wir wurden hier eh so gut verköstigt. Zunächst arbeiteten die beiden und wir erkundeten die Gegend allein. Zuvor hatten wir ja schon gehört, dass es in dieser Gegend viele ehemals deutsche Einwanderer gab, aber dass es so viele deutsche Sachen gab, damit rechneten wir nicht. Nach neun Monaten reisen flippten Rahan und ich im örtlichen Jumbo Supermarkt total aus vor Freude. Es gab eingelegte Gurken, Volkornbrot, Käse aus Europa, Hanuta, Salzstangen und vieles mehr. Eigentlich find ich es ja furchtbar im Ausland Produkte aus der Heimat zu kaufen, aber nach so einem langen Entzug von Volkornbrot und Co. konnten wir nicht wiederstehen. Diego fand das alles glaub ich ein bisschen merkwürdig. Für ihn kauften wir ein gutes Paulaner. Außerdem unternahmen wir einen Ausflug nach Frutillar und Puerto Varas. Wir schlenderten durch die Orte und konnten wirklich viele deutsche Einflüsse entdecken. Die Gartenzwerge fand ich mitten Chile aber wirklich sehr skurril. Außerdem gab es überall Schilder mit der Aufschrift "Kuchen, Apfelstrudel und deutsches Bier". Diego fand das lustig und fragte nur, ob es so wirklich in Deutschland aussähe. Nein eigentlich überhaupt nicht. Das war echt lustig.
Mit Victor und Christina haben wir einen Ausflug zu ihrer Farm unternommen. Sie haben Milchkühe und Blaubeeren. Die perfekte Mischung für einen Blaubeershake. Außerdem fuhren wir mit den beiden noch in die Therme. Bei dem Regenwetter tat es so gut, im heißen Wasser zu relaxen. Leider konnten wir bei diesem Wetter keinen Vulkan oder die Berge sehen. Trotzdem genossen wir die Zeit bei Victor und Christina sehr. Beruflich interessierte ich mich sehr für die deutsche Schule hier. Christina bekam das mit und organisierte eine Schulbesichtigung für mich. Ich fands schon ein bisschen komisch, dass man seine Kinder mitten in Chile auf eine deutsche Schule schickt, aber sie genießt hier wohl einen sehr guten Ruf. Ich wurde von der Direktorin persönlich durch die wirklich große Schule geführt. Von der Vorschule bis zur weiterführenden Schule ist hier alles untergebracht. Ich fands amüsant, dass im Eingangsbereich ein großes Bild von Angela Merkel und Frank Walter Steinmeier hing. Natürlich durfte eine große Flagge auch nicht fehlen. Die Schule wirkte deutscher als eine deutsche Schule. Die Schulleiterin war wirklich nett und zeigte mir alles. Ich durfte sogar eine Stunde in einer vierten Klasse hospitieren. Echt spannend. Die konnten schon so viel schreiben und die komplette Stunde sprach ihre Lehrerin nur Deutsch mit ihnen. Leider waren sie sehr schüchtern und trauten sich nicht so richtig, mir Fragen zu stellen. Ich fand den Tag in der Schule wirklich spannend und zum Schluss erwähnte die Direktorin noch, dass in Chile wirklich ein Deutschlehrermangel herrschen würde und ich gern zum Arbeiten zurückkommen könnte. Gut zu wissen, aber ich glaube ich kehre dann doch erstmal nach Hamburg zurück.

Nach Osorno gings weiter nach Pucon und endlich hatten wir gutes Wetter. Wir buchten uns wieder zu dritt ein gemütliches Hostel. Der Ort war sehr touristisch, aber zum Glück war ja Nebensaison. Überall konnte man Touren buchen. Besonders die Vulkanbesteigung war ganz hoch im Kurs. Wir entschieden uns für eine Wandertour mit Blick auf vier oder waren es sogar fünf Vulkane. Ich weiß es schon gar nicht mehr. Jedenfalls brauchten wir dafür keine teure Tour buchen. Sehr früh gings mit dem Bus in den Cañi Park. Es ging durch neblige Wälder und war zunächst wirklich kalt. Dann kam die Sonne raus und es wurde richtig warm. Sehr beeindruckend fand ich die riesigen Araukarien. Das sind imposante Bäume, die aussehen wie eine Art Kaktus. Immer wieder gabs tolle Aussichtspunkte. Der Höhepunkt war aber wirklich der Blick auf die Vulkane. Aus einem konnte man sogar Rauchschwaden austreten sehen. Echt ne tolle Tour.
In Pucon mussten wir uns leider von Diego verabschieden. Er hatte sich mit einer Couchsurferin verabredet, um sich touristische Informationen einzuholen. Unserer Meinung lief da aber etwas mehr. Diego sagte nicht so viel zu unseren neugierigen Fragen und so ließen wir die beiden allein und zogen zu zweit weiter. Wir wollten uns jedoch nicht entgültig verabschieden und uns wiedertreffen. Ein bisschen traurig war es trotzdem schon, da wir nun schon so lange gemeinsam reisten.

© Nina Metz, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Im August 2016 machten Rahan und ich (Nina) uns auf den Weg, um die Welt zu bereisen. In unserem Reiseblog koennt ihr mitverfolgen, wo wir uns gerade befinden.
Details:
Aufbruch: 07.08.2016
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 10.07.2017
Reiseziele: Grönland
Island
Kanada
Vereinigte Staaten
Costa Rica
Panama
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
Der Autor
 
Nina Metz berichtet seit 14 Monaten auf umdiewelt.