Chile-Reisebericht :Südamerika mit eigenem Fahrzeug

Chile: Argentinien und Chile

Argentinien

Wir haben noch im Parque National de los Glaciares das Fitz Roy Bergmassiv erwandert. Der Weg hinauf zum Fuße des Massivs war aber bei weitem nicht so anstrengend wie der 8 h Schlauch zu den Torres.
Nun heißt es aber wieder fahren, fahren, fahren. Wir wollen endlich raus aus Patagonien. Auf der PanAm (im argentinischen Teil die Ruta 40) geht es nordwärts wieder tagelang durch eintöniges Land. Der ständige, starke und kalte Wind kostet Nerven und Benzin, da wir meistens auch noch vollen Gegenwind haben.
Man muss immer die Tanknadel im Blick haben, und jede Gelegenheit nutzen, um zu tanken. Viele hunderte Kilometer kommt gar keine Tanke und es kann passieren, dass die eine, die endlich kommt, dann keinen Kraftstoff hat. Wir haben 50 l Reserve dabei, um in keine blöde Situation zu kommen.
Es hat sich inzwischen so eingespielt, dass wir so alle vier Tage einen Campingplatz suchen, um zu duschen und Haare und Kleinzeug ( Socken, Höschen usw.) zu waschen. Es gibt bei weitem nicht so viele Plätze wie wir dachten. Leider sind sie auch noch teuer und meist in schlechtem Zustand. Man plant zwar gewisse Strecken, aber Gegenwind oder Schotterpiste kann schnell alle Planung zunichte machen. Die sicherste Form, "frei" zu campen sind die großen Tankstellen. Das machen viele, weil es hier Toiletten, Duschen und gutes WLAN umsonst gibt. Tanken muss man ja eh.
Ich hab eine App runtergeladen, heißt iOverlander, die arbeitet offline und zeigt einem in jedem Ort, wo man sich befindet, alle offiziellen und inoffiziellen Stellplätze (wild camping) an. Das Teil ist Gold wert. Und weil es mit GPS arbeitet, haben wir noch ein zusätzliches Navi. Das spinnt manchmal, aber ohne wäre man aufgeschmissen.
Zusammenfassend will ich damit eigentlich sagen, dass diese Reise kein Zuckerschlecken ist. Nach fast zwei Monaten kommt schon auch mal der Durchhänger. Wo man einfach nur daheim auf dem Sofa liegen möchte, Fernseh schauen und Lebkuchen futtern. Und einen gescheiten Kaffee trinken und mal wieder ein leckeres Dinkelbrot essen, oh Mann........Aber wenn ich dann sehe, was für einen langen, harten Winter es heuer in Deutschland gibt, bin ich dann doch ganz froh über die 25 Grad, die es heute hatte (25.01.)
Nach drei Tagen und 1300 km haben wir die sogenannte argentinische Schweiz erreicht. Endlich wieder Vegetation. Bummeln ein wenig rum in Bariloche und Villa La Angostura. Von da aus wechseln wir dann wieder nach Chile, ins Seengebiet.

Hier beginnt der Wanderweg zum Fitz Roy.

Hier beginnt der Wanderweg zum Fitz Roy.

Und hier ist es geschafft. Der Wind ist eiskalt und bläst einen fast um.

Und hier ist es geschafft. Der Wind ist eiskalt und bläst einen fast um.

Ab hier können die Kletterer ihr Glück versuchen. Fitz Roy in der Mitte ist 3400 m hoch

Ab hier können die Kletterer ihr Glück versuchen. Fitz Roy in der Mitte ist 3400 m hoch

Die PanAm in Argentinien, leider auch heute noch mit teilweise übelster Schotterpiste.

Die PanAm in Argentinien, leider auch heute noch mit teilweise übelster Schotterpiste.

Ist uns passiert: no hay NAFTA, es gibt kein Benzin. Bei leerem Tank hätte man jetzt ein Problem. Zur nächsten Tanke waren es 150 km.

Ist uns passiert: no hay NAFTA, es gibt kein Benzin. Bei leerem Tank hätte man jetzt ein Problem. Zur nächsten Tanke waren es 150 km.

Diese Gegend wird argentinische Schweiz genannt. Wir campen wild, das war der Blick am Morgen aus dem Wohnwagen.

Diese Gegend wird argentinische Schweiz genannt. Wir campen wild, das war der Blick am Morgen aus dem Wohnwagen.

© Karin Grasser, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir wollen mit unserem Auto plus Wohnanhänger von Montevideo runter nach Feuerland. Auf der Panamericana dann über Chile, Bolivien, Peru und Equador hoch nach Kolumbien.
Details:
Aufbruch: 01.12.2016
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 24.03.2017
Reiseziele: Italien
Deutschland
Brasilien
Argentinien
Uruguay
Chile
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Der Autor
 
Karin Grasser berichtet seit 10 Monaten auf umdiewelt.