Ecuador-Reisebericht :Eine Weltreise

Ecuador 20.7.-20.8.06: Incapircatrail 24.7.-27.7.06

In Cuenca trafen wir Tobi, einen 28jaehrigen, trekking-verrueckten Deutschen, der uns kurz entschlossen auf den Incapircatrail begeleitete und machten die letzten Besorgungen fuer den Treck.
Fuer den richtigen Bus nach Alausi brauchten wir allerdings drei Anlaeufe. Erst hatten wir die Tickets fuer den richtigen Bus zur falschen Abfahrtszeit gekauft, um dann nach heftigem Reklamieren die richtige Abfahrtszeit fuer den falschen Bus zu bekommen. Zum Glueck merkten wir den Irrtum im Bus sitzend noch bevor der Bus den Busbahnhof verlassen hatte. Schliesslich bekamen wir auch die richtigen Tickets und erreichten nach fuenf Studen Busfahrt Alausi.
Hier wurden wir am naechsten Morgen nach schlechten Fruehstueck und kalter Dusche von einem Pickup abgeholt und auf abenteurlichen Schotterpisten mit atemberaubenden Blicken nach Azuay, den Ausgangspunkt unseres drei-taegigen Trecks, gebracht.

Im Pickup

Im Pickup

Blick auf der Fahrt nach Azuay

Blick auf der Fahrt nach Azuay

In Azuay, ein komplett urtuemliches Indiodorf, angekommen erklaerte uns ein Bauer den Weg nach Incapirca. Dabei wurden wir von Kindern des Dorfes neugierig begutachtet.

Schaefer in Azuay

Schaefer in Azuay

Ein Bauer erklaert Tobi(mit Huhn auf dem Ruecken) den Weg

Ein Bauer erklaert Tobi(mit Huhn auf dem Ruecken) den Weg

Der Incapircatrail fuehrt uns in einer Schlucht durch Doerfer immer weiter die Berge hoch. Da der Bauer uns gesagt hatte, wir braeuchten fuer die heutige Etappe nur 3 Stunden, lassen wir uns zunaechst viel Zeit und versuchen gute Aufnahmen von Einheimischen zu bekommen, was gar nicht so einfach ist, da diese behaupten, eine Kamera klaue ihre Seele. Dieses koennte man auch akzeptieren und das Fotografieren sein lassen, wenn die selben Einheimischen ihre Seele nicht im naechsten Atemzug fuer 2 Dollar zum Verkauf anbieten wuerden.

Indiomaedchen auf dem Incapircatrail

Indiomaedchen auf dem Incapircatrail

Der Weg geht durch gruene Taeler immer hoeher und hoeher. Schon vor der Mittagspause bekomme ich leichte, durch die Hoehe bedingte Kopfschmerzen.

Incapircatrail

Incapircatrail

Zum Mittag rassten wir bei Sonnenschein an einem Bach und goennen uns Nudeln mit Tomatensosse. Leider werden Nudeln auf 3800m Hoehe nur matschig und nicht al dente!

Mittagspause

Mittagspause

Gestaerkt von den Nudeln finden wir den Weg erst nach einer Stunde Suchen. Es wird schnell klar, dass Tobi (der "Kletterossi"),der schon lange aklimatisiert ist, in diesen Hoehen wesentlich fitter als wir zu sein scheint. Gegen 17Uhr (wir sind mittlerweile 7 Stunden unterwegs) werden wir langsam nervoes, da wir die nach drei Stunden versprochene Lagune immernoch nicht sehen koennen.
Um 19 Uhr als die Sonne schon untergeht und es beginnt empfindlich kalt zu werden, finden wir - dank GPS - auf 4200m den ersehnten Ort. Im halbdunkel und mit vor Schmerzen zerberstenen Kopf bauen wir unser Zelt am Ufer der Lagune auf. Die Tempetraturen fallen deutlich unter Null und obwohl ich 3 Paar Socken, 2 Hosen und 6 Sichten am Oberkoerper trage, ist es kaum moeglich am Kocher auf die Suppe zu warten - geschweige denn, den grandiosen Sternenhimmel zu bewundern . Eigentlich war hierfuer ein Feuer geplant, nur leider hatten wir nicht bedacht, dass 4200m deutlich ueber der Baumgrenze liegt. So versuchen wir, ein Feuer aus trockenen Kuhfladen in Gang zu kriegen - mit maessigem Erfolg.
Nach der Suppe mit matschigen Nudeln und ein wenig Brot, verkrieche ich mich in voller Montur im Schlafsack. Wegen der Kaelte und der Tatsache, dass das Zelt fuer Johannes und mich deutlich zu kurz ist, schlafe ich in dieser Nacht kaum.
Um 7.30Uhr werden wir von der Sonne geweckt - muede und mit Kopfschmerzen.

Der Blick aus unserem Zelt am Morgen

Der Blick aus unserem Zelt am Morgen

Johannes vor unserem Zelt

Johannes vor unserem Zelt

Nach dem Fruestueck folgen wir einer Karawane bis auf 4432m, was mein Wohlbefinden nicht gerade steigert. Die Ausblicke hier oben entschaedigen allerdings fuer alle Strapatzen!

Trekken mit genialem Ausblick

Trekken mit genialem Ausblick

Auf 4432m

Auf 4432m

Eine fantastische Route fuehrt uns weiter ueber Bergruecken in ein Tal (Hier merken wir erst, dass auch ein Abstieg verdammt anstrengend sein kann!) an einer Lagune entlang zu unserem naechsten Schalfplatz.
Dieser Platz liegt an einem Bach, bei welchem man sich mit Wasserentkeimungstabletten deutlich wohler fuehlt. Um uns herum sind freilaufende Kuehe und Stiere, die uns zum Glueck nicht wirklich auf die Pelle ruecken.
Nach einem leckerem Abendessen, das von Johannes mit der Gitarre begleitet wird, startet mein Durchfall, den ich schon besiegt geglaubt hatte, ein Comeback - in ockerfarbe!
Trotz erneut schlechtem Schlaf bei Temperaturen um -8Grad sind meine Kopfschmerzen am naechsten Morgen weg. Dafuer habe ich mit von der Sonne verursachten Brandblasen auf Lippen und Nase zu kaempfen.
Entspannte fuenf Studen spaeter erreichen wir unser Ziel: Die Ruinen von Incapirca.
Unterwegs versucht Tobi alles um authentische Bilder von den Idios zu bekommen. Hierfuer bietet er sogar seine Hilfe beim Erbsenschaelen an. Sein nicht wirklich ernst gemeintes Hilfsangebot wird bereitwillig angenommen un so puhlt Tobi eine knappe halbe Stunde Erbsen.

Tobi beim Erbsenpuhlen

Tobi beim Erbsenpuhlen

Fazit: Der Incapircatreck ist die mit ihm verbundenen Qualen wegen seiner landschaftlichen Highlights und der Tatsache, dass er touristisch absolut unerschlossen ist, definitiv wert!!!
Nur die Hoehenprobleme und mein schmaler werdener Geldbeutel lassen mich ueberlegen, die Cotopaxibesteigung(6000m und 180Dollar) zu streichen.

Die Gruppe: Johannes, Jonas, ich, Tobi (v.l.n.r.)

Die Gruppe: Johannes, Jonas, ich, Tobi (v.l.n.r.)

Zurueck nach Alausi mit Zwischenstopp in Cañar versuchen wir zunaechst (leider erfolglos) zu trampen. Wer will schon drei stinkende Maenner mitnehmen?
In Alausi fallen wir tot ins Bett.

Waehrend der Fahrt kuschelt sich das Indiomaedchen neben mir an mich

Waehrend der Fahrt kuschelt sich das Indiomaedchen neben mir an mich

Sonnenunergang waehrend der Busfahrt

Sonnenunergang waehrend der Busfahrt

© Morris B., 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die geplante Reiseroute: Argentinien - Peru - Ecuador(+Galapagos) - Peru - Bolivien - Chile - Argentinien - Neuseeland - Australien - Indonesien - Singapore - Kambodscha - Vietnam - Laos - Thailand
Details:
Aufbruch: 12.07.2006
Dauer: 8 Monate
Heimkehr: 06.03.2007
Reiseziele: Argentinien
Peru
Ecuador
Cuzco
Bolivien
Salar De Uyuni
Neuseeland
Australien
Indonesien
Singapur
Kambodscha
Vietnam
Laos
Thailand
Der Autor
 
Morris B. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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