Ecuador-Reisebericht :Mit der 2 CV-Ente auf dem Weg nach Kolumbien

Kolumbien - Ecuador - Peru

So, da sind wir wieder. Wir sind mittlerweile in Sued Peru angekommen. Ich habe dementsprechend viel nachzuholen mit meinem Bericht. So ging es weiter...

Von Cali aus fahren wir weiter Richtung Pasto. Geht alles ziemlich reibungslos, und wir uebernachten in "El Borde" in einem Motel. In Deutschland mietet man diese Etablissements ueblicherweise fuer eine Stunde oder so. Hier ist es genauso. Wir kriegen aber trotzdem einen sehr fairen Preis fuer die ganze Nacht, in einem seeeehr komfortablen Zimmer mit eigener Garage und einem riiiiiiiesigen Wandspiegel. Na ja, muss man halt auch mal mitgemacht haben.

Weiter am Samstag 12.11
Wir treffen in Pasto ein, wo wir auch promt wieder sehr nette Leute kennenlernen, die auf unser Auto aufmerksam geworden sind und uns daraufhin ansprechen, weil da am vergangenen Wochenende ein Oldtimer treffen stattgefunden hatte. Na ja, sind wir halt eine Woche zu spaet da gewesen. Auf der Suche nach einer guenstigen Uebernachtungs-moeglichkeit richten wir unser "Camp" in einer Karrosseriebauwerkstatt ein. Zwischen einem alten Buick und einem VW Bulli Bauj. 52. Stilgerecht uebernachten wir auch promt zwei mal hier. Pasto liegt bei 2600 m und es ist nachts dementsprechend kalt und regnerisch.

Montag 14.11.
Pasto - Ibiales, die Grenzstadt zu Ecuador
Es geht alles reibungslos. Ibiales liegt bei 2900 m. Wir uebernachten in Otavalo an der ecuadorianischen Grenze, machen die Grenzabfertigung, und schließen in der naechsten Stadt (so 150 km weiter) die obligatorische Haftpflichtversicherung fuer Ecuador ab, fuer umgerechnet 5 US$. Benzin ist hier wieder wesentlich billiger, fuer eine Gallone zahlt man so 1,30 $.
Da wir mittlerweile ganz schoen in Zeitverzug sind, beschließen wir dieses Land mehr oder weniger im Schnelldurchgang zu bereisen, in der Hoffnung das unsere Gordita jetzt weniger Probleme macht.

In Quito treffen wir uns mit unseren Freunden Elisabeth und Rupert Gruber aus Deutschland, die gerade ihre Motorraeder fuer den Ruecktransport per Flugzeug nach Deutschland fertig machen. Im Web bei Grubers unterwegs: www.umdiewelt.de
Es ist ein freudiges Wiedersehen und die beiden geben uns noch einige wertvolle Tipps fuer unsere Weiterreise.

Freitag 18.11.
Wir wollen heute noch aus Quito raus so weit wie moeglich. Auf geht`s! Weil wir jetzt ja schon einschlaegige Erfahrungen haben mit den Motels hier, beschließen wir wieder ein solches anzufahren. Diese sind, ich muss es an dieser Stelle endlich mal erwaehnen, absolut gepflegt und pik-sauber. So manches Hotel mit den Sternchen und so koennte sich da eine Scheibe von abschneiden. Auch was die Preise angeht, sind diese Unterkuenfte durchaus empfehlenswert. Und weil es so schoen war, bleiben wir noch eine Nacht in unserem Luxusestablissement, und wollen morgen, Sonntag den 20.11. fruehzeitig weiter.

An diesem Tag schaffen wir so gut 300 km bis nach Camilo Ponce. Wir sind so ziemlich geschafft an diesem Tag, und ich freu mich auf mein obligatorisches Angekommen-Bierchen.
Doch was muss ich da hoeren? In ganz Ecuador ist es strengstens verboten am Sonntag Alkohol auszuschenken oder zu verkaufen. Es wird tatsaechlich von Polizei streng kontrolliert. Vor jedem Restaurant und ueberall wo so ein Teufelszeug wie alkoholische Getraenke verkauft werden koennen, steht einer rum (auch in zivil) und observiert. Domi schafft es aber dennoch in einem Hinterhof ein paar Buechsen zu ergattern und fuer mich ins Hotel zu schmuggeln. Na denn "Prost" zum abendlichen Daemmerschoppen.

Auf der Fahrt zur Grenze nach Peru faengt La Gordita schon wieder an zu spinnen. Ich glaub erst "die will halt kein so Billigheimer - Benzin". Muss dann aber feststellen, das der Choke-Zug sich verklemmt hat und der Motor halt abgesoffen ist. Na ja, das geht ja noch.
Kann aber mit Freude feststellen dass das Getriebe kein Oel mehr verliert.
Wir machen die Grenzabfertigung nach Peru, und kommen dann grad mal so 10 km weiter.
Bienvenido en Peru an einer Straßenblockade von Demonstranten. Die sehen aber nicht so aus als ob die das nur aus Spaß an der Freud machen. Wir kriegen mit, das an vorgeschobener Front grad gewalttaetige Begegnungen mit der Polizei stattfinden. Die Sperre besteht schon einen Tag und eine Nacht, na dann "Prost Mahlzeit"
Da stehen wir also wiedermal. Aufregend ist aber dennoch der Fahrzeugpark der hier in der Blockade zu bewundern ist. Vor allem die Mopedrikschas die hier als Taxi sowie auch fuer den Warentransport eingesetzt werden. Bunte Dinger, sehen so aus als wuerden sie noch aus vergangenen Zeiten stammen mit dem Verdeck das eher zu einer alten Kutsche passen wuerde.

Die Dinger kommen in Teilen aus China und werden in Peru montiert.
Nach ein paar Stunden, die Polizei gibt die Strasse wieder frei nach heftigen Auseinandersetzungen an vorderer Front " alles erledigt". Kurz vor Tumbes koennen wir noch die Spuren der Auseinandersetzung erkennen. Abgefackelte Autoreifen, sowie jede Menge dicke Wackersteine auf der Strasse. Was da wohl vorgefallen ist ?
Wir erfahren, das Demonstrationen in Peru immer sehr heftig sind. Deshalb hat wohl auch die Polizei die Strasse schon so 20 km vor dem eigentlichen Geschehen gesperrt. Hier ging es wohl um ein nicht eingehaltenes Wahlversprechen des Gobernadores, eine Strasse neu herzurichten, damit diese wieder befahrbar wird.

Grenzstadt Tumbes:

Da wieder mal einige Wartungsarbeiten an "La Gordita" faellig sind, mieten wir einen Stellplatz in einer Holzhandlung, wo ich dann am naechsten Tag die angefallenen Sachen erledigen will. Auf der Suche nach einer guenstigen Unterkunft kommen wir dann in den Genuss einer Stadtrundfahrt mit einer sehr abenteuerlichen Mopedrikscha.
Tumbes ist wider erwarten ganz anders als die bisherigen Grenzstaedte. Auf der Plaza ein wunderschoen gestaltetes Freilichttheater, wo an diesem Abend eine Oper aufgefuehrt werden soll. Eintritt frei, einfach nur so.

Da wir eigentlich recht muede sind an diesem Abend, und ich weder in Deutschland noch sonst wo jemals eine Opernauffuehrung besucht hatte, beschliessen wir es hier auch nicht zu tun, und lieber frueh in "Position Horizontal" zu gehen.
Nach getaner Arbeit bleiben wir noch eine Nacht in unserem Hostal, um am naechsten Tag zeitig aufzubrechen.
Wir beschliessen die einfachere Strecke immer der Kueste entlang zu nehmen. Diese ist auch fuer Gordita einfacher, da es praktisch nicht in hoehere Regionen geht.
Bald schon erwarten uns die wildesten Wuestenlandschaften der Sechura-Wueste. Wir kommen gut vorwaerts, denn die Strassen sind wirklich vorbildlich. Fast alles vierspurig, wobei die Gegenspur manchmal bis zu 500 m daneben liegt.
Wir sind begeistert von der einmaligen Wuestenlandschaft, die mit riesigen Duenen bis zum Pazifik abfaellt. "La Gordita" fuehlt sich auch sehr wohl, und schnurrt wie eh und je.
In Piura uebernachten wir, und es geht weiter immer durch die Wueste mit ihren aufregenden Landschaften.

Am Strassenrand stehen zwei Pkw, einer mit geoeffneter Motorhaube. Einer winkt aufgeregt und veranlasst uns zum anhalten. Habt ihr ein Abschleppseil ? Mein Motor ist fest (Ford), und wir wollen schleppen bis nach Huacho um da eine Werkstatt zu suchen. Ok wir waren ja auch immer sehr froh auf hilfsbereite Menschen zu treffen als wir Probleme hatten.
Wir treffen uns dann am Stadteingang von Huacho wegen eurem Seil. Dazu kam es leider nicht.
Wir fahren schon mal voraus, weil wir ja doch des oefteren anhalten zum fotografieren und so.
Fotostopp... wir sehen unsere beiden Schlepper ankommen, an uns vorbei mit affenartiger Geschwindigkeit, und ich hatte mal ein Abschleppseil. Gott sei Dank hatte ich nur das einfache Seil aus der Ferreteria hergegeben, mit dem wir eigentlich immer die Haengematte aufgespannt hatten.

Ich bin sehr froh darueber, denn das andere wirklich gute ist ja Privateigentum von meinem freund Eckard. Ob der mir das wohl verziehen haette? grins grins grins...

Ich merke allerdings schon wieder erheblichen Oelverlust am Motor. Auch die Leistung laesst einiges zu wuenschen uebrig. Das sollte eigentlich jetzt in Huacho erledigt werden, denn der Weg ist noch recht weit. Außerdem muessen wir noch einige Paesse von einiges ueber 4000 m bezwingen.

Es ist Samstag schon gegen Abend. Ich find noch eine Werkstatt wo jede Menge Leute rumspringen. Dem Chef versuch ich mein Problem zu erklaeren. Unwirsch antwortet er "kauf dir ein anderes Auto" kann dir aber noch einen Rat geben - ein paar Strassen weiter gibt es eine Werkstatt, wo ausschließlich an komischen alten Autos rumgeschraubt wird, VW Kaefer und so.
Dies koennte unser Platz sein, und es war auch so.
Ein Zweimannbetrieb, Vater und Sohn die uns sofort aufnahmen.
Am Sonntag wird der Motor ausgebaut, und die Zylinderkoepfe abgenommen. Resultat, Kolbenringe an einem Kolben fest. Beim Abnehmen der Ringe faellt auch noch ein Teil des Kolbens, da wo die Ringe sitzen raus. Ein schoenes Loch etwa von der Groesse von zwei Zwanzig-Pfennig Briefmarken im Kolben. Kein Problem, der Kommentar von Ruper (Sohn), wir fahren morgen nach Lima so 150 km von hier. Dort lassen wir das alles mit autogen wieder zuschweißen, Ringe kaufen, egal von welchem Fahrzeug, Hauptsache sie passen vom Maß her, Kolben nachdrehen, neue Ringnuten drehen, und wieder zusammenbauen. Genauso war es dann auch. Ich hatte ja eh keine andere Wahl, denn fuer ne Ente gibts wohl in ganz Peru keine Teile.

Wir hatten jetzt bis hierher so 12.000 km geschafft, und noch so 6.500 km vor uns.
Mit einem komischen Gefuehl im Bauch starten wir. Ich nehms vorweg, der Kolben hat alles wunderbar ueberstanden, nur ein etwas unrunder Lauf in niedrigen Drehzahlen ist zu bemaengeln. Wie sollte es aber anders sein, wo doch jetzt vom Gewicht her zwei unterschiedliche Kolben eingebaut sind.
Heute bin ich maechtig Stolz auf unsere Arbeit. Bei manch anderen haette dies wohl das "Aus", oder zumindestens eine "Uebungsunterbrechung" auf unbestimmte Zeit bedeutet.
Die Polizeikontrollen sind in Peru beruehmt-beruechtigt bei Reisenden, die auf eigener Achse unterwegs sind. Und so sollte es uns wenigstens auch einmal erwischen.
Papiere und Versicherungsschein ist die Aufforderung bei der ersten Kontrolle unweit hinter Lima. Er will meine internationale Versicherung die auch Peru beinhaltet, absolut nicht anerkennen. Das aergert mich irgendwie denn in Peru waren wir ja international versichert. Na gut das war sowieso ein unsympatischer und unwirscher Knabe, und so werde auch ich ein bisschen lauter, wie ich es im allgemeinen sonst so bin (Aussage von Domi)

Nach einigem Hin und Her laesst er uns dann weiterfahren mit der Bemerkung, das wir an der naechsten Kontrolle nicht so davon kommen werden, weil er jetzt dort telefonisch Bescheid sagen wird. 50 km weiter werden wir wieder rausgewunken, und das Theater geht weiter.
Wer in Peru ohne SOAT (nat. Haftpflichtversicherung) unterwegs ist, handelt gesetzeswidrig.

Das Fahrzeug wird auf der Comiseria festgehalten bis der geforderte Versicherungsschein vorliegt. Außerdem gibts dann noch ein ordentliches Busgeld zu berappen. Alle Einwaende bringen nichts, und ich verhandle dann mit verhaltener Stimme 50 Pesitos Colaborationsgeld aus. In Anbetracht meiner Colaborationsbereitschaft duerfen wir dann weiterfahren bis nach Chincha unter der Voraussetzung, das wir versprechen da unsere geforderte Versicherung zu kaufen.
Ok, wir kommen gegen Abend in Chincha an, und wir finden ein schoenes Hostel mit Pool und kaltem Bier. So koennen wir den Abend noch recht gut genießen.
Nach dem dritten Bierchen werden jedoch Rachegefuehle wach, und ich beschließe am naechsten Tag ein vertrauliches Gespraech mit dem Comandante der Policia Nacional in Chincha anzustreben.

Dann gibts ein schoenes Fruehstueck, und wir wollen die Comandancia aufsuchen. Geht leider nicht, denn Gordita will nicht. Die Batterie hat sich einfach verabschiedet. Also wieder eine Mopedrikscha und Batterie kaufen gehen, was dann auch schnell erledigt ist.
Domi versucht mich immer wieder von meinem Vorhaben mit dem Comandante abzubringen, und so gehe ich erst mal in eine Versicherungsagentur und frag nach einer entsprechenden Versicherung. Warum willst du noch eine ? Deine hier ist absolut legitim, und außerdem darf er auch fuer ein auslaendisches Fahrzeug keine solche ausstellen.
Muy bien, meine Rachegefuehle steigen, und ich wills jetzt absolut wissen. Domi sagt das kannst du nicht machen. Mit der Polizei kann man nicht so einfach diskutieren. Die haben immer recht, und kauf doch einfach besagte Versicherung damit Ruhe ist. Mir kommt mein uralter Spruch wieder in den Kopf "Geld und Angst nie gekannt" also ab in die Hoehle des Loewen zum Comandante.
Vor der Comandancia hatten wir erst mal falsch geparkt, und der Wachmann will uns gleich weiterschicken weil der Comandanta in einer anderen Comiseria seinen Dienst tut.
Da werden wieder mal ein paar Passanten die mit einer Profikamera unterwegs waren auf unser "komisches" Auto aufmerksam. Zuerst die ueblichen Fragen:
woher, wohin, was fuer ein Auto??
Und ihr seid tatsaechlich alleine unterwegs? Oder wo sind den die Toyotas, die euch doch sicherlich begleiten?

Sie sagen uns, das sie vom lokalen Fernsehkanal sind und haetten gerne ein Interview mit uns gemacht. Der Parkplatzwaechter haelt still und ist nur noch neugierig. Ich erzaehle alles ueber unsere Reise und bemerke zum Schluss, das wir ja eigentlich zum Comandante wollten, um mit ihm ein vertrauliches Gespraech zu fuehren betreffend eines kleinen Missgeschickes mit seinen Untergebenen. Ein kurzes Telefongespraech, und wir werden von den Journalisten direkt zum Comandante geleitet. Die durften dann sogar bei dem Gespraech dabei sein und mitschneiden.
Ich bekam vollkommenes Recht ausgesprochen, was meine Versicherungssache angeht. Außerdem gibt er mir dann noch einen handgeschriebenen Freifahrtsschein fuer den Rest unserer Strecke in Peru.
Mit gestaerktem Selbstvertrauen und befriedigten Rachegefuehlen machen wir uns auf den Weg. Nazca soll unser naechstes Fernziel sein.
Durch immer wieder faszinierende irre Wuestenlandschaften ziehen wir immer weiter Richtung Sueden. Bei Ica wollen wir die beruehmte Huacachina Oase besuchen. Diese liegt nur 6 km auserhalb von Ica. Sogar gibt es am Stadtrand ein Hinweisschild, ein weiteres muss ich wohl uebersehen haben, denn der Weg geht immer weiter in die Wueste hinaus, ohne das eine Oase in Sicht kam. Ziemlich generft wenden wir und nehmen einen neuen Anlauf.
Ruck Zuck waren wir sogar ueber Asphalt nach Huacachina gelangt. Touristisch ziemlich kommerzialisiert, bietet sich auch der kleine Ort. Preise fuer Uebernachtung jenseits von Gut und Boese sind natuerlich die gewaltigen Sandduenen sehr beindruckend. Alles wird hier geboten, Sandboarding, Jeeptouren mit riesigen 4x4 Monstern Achtzylinder. Natuerlich gehts mit bis zu 10 Passagieren auf Wuestensafari.

Wir sind sowieso an diesem Tag beide sehr gereizt. Bedingt dem ganzen Rummel der da stattfindet wollen wir nicht schon wieder Sand und Wueste sehen.
Wir ertappen uns immer oefters bei dem Gedanken "ach wie schoen ist doch unser Paraguay". Die Landschaft immer schoen gruen, 1-liter Bierflaschen, Asado mit Rindfleisch und gegrillten Daermen, die Menschen etc. Alles kommt uns so vor, das doch das Paradies auf Erden eigentlich in Paraguay liegen muesste. Von Domi hoere ich immer oefters den Spruch, der schon fast wie ein Gebet klingt:
Grazias a dios por haber nacido en la tierra que se llama Paraguay.

Wir merken, das wir eigentlich jetzt ein bisschen Reisemuede geworden sind, und haetten hier wohl besser mal ein paar Tage ausgespannt. Wir kehren also um und uebernachten dann in Palpa.

Von Palpa bis Nazca ist es nur noch ein Katzensprung. Unterwegs noch ein paar Fotostopps. Da geht mein Fotoapparat nicht mehr. Na ja, Domi hat ja auch noch einen. Ganz seltsam ist das Domis Kamera an der gleichen Stelle mit dem gleichen Defekt bleibt wie meine.
In Nazca will ich mir dann eine neue Kamera kaufen. Wir besuchen dann noch die Geoglyphen von Nazca, wo wir dann leider keine Fotos machen koennen. Angekommen gehen wir erst mal zu einem Techniker der unsere Kameras begutachtet. Er sagt, das er sowas noch nicht hatte und er wuesste auch nicht wie er das reparieren kann. Na ja, dann muss halt eine neue her.
Hier in Nazca wollen wir noch mal zwei Tage bleiben, denn dann gehts wohl wieder nur bergauf ueber die Anden mit Ziel Machu Pichu.

Bevor es dann wirklich wieder losging mit der Kletterei, besuchen wir noch den Cementerio arqueologico de chauchilla . Das ist ein Graeberfeld aus der Praeinkazeit auf dem die typischen Langschaedel gefunden wurden. Knochen, Schaedel und Textilfetzen die ueberall herumlagen, wurden von Archaeologen in freigelegte Grabkammern gesetzt. Auch kann man beim herumlaufen hier immer und ueberall noch menschliche Knochenreste finden. Gegen Mittag an diesem Tag beginnen wieder in alpine Hoehen zu klettern. Ich hatte ja eigentlich ein bischen Bammel vor diesem Abschnitt, denn die Strassenkarte mit den Hoehenangaben verhieß nichts Gutes fuer unseren angeschlagenen Zwei-Zylinder-Motor.

Der erste Pass der Pampa Galeras mit dem Vicuna Nationalpark bringt uns "rasch" oft des laengerem im ersten Gang auf 3800 m. War schon ne beachtliche Leistung auf 155 gefahrene km von schaetzungsweise 450 m auf die 3800 m zu klettern. Wir sind sehr stolz auf unsere Gordita und auf uns selbst. Dann gehts erst mal wieder runter, ich denk mal so auf 3000 m und auf der Abra Condorcenca befinden wir uns dann letztendlich wieder auf 4330 m.
Vertrauen ins ganze Team steigt, Stimmungspegel liegt bei heiter und uns geht es eigentlich nur noch gut.

Wir uebernachten in einem Nest namens Puquio, wo wir wieder des Oefteren um unser eigenartiges Gefaehrt beneidet werden.
Also weiter Richtung Cusco, und bei der Lagune Yaurihuri sind wir wieder mal bei 4300 m angelangt.
La Gordita laeuft erstaunlich gut. Ich glaube heute, die hatte schon eine Vorahnung auf eine sehr interessante und emotionelle Begegnung, die uns dieser Tag noch bescheren sollte.

Enge Haarnadelkurven bei extremen Steigungen veranlassen mich oft schon so bei 30 kmh in den Ersten zu gehen, was ich ja vor langer Zeit bei der Bundeswehr als Kraftfahrer eines Uralt-MAN zur Genuege mit der Winkerkelle eingehaemmert bekommen habe. Bei jedem Schaltvorgang zwei mal kuppeln, und dazwischen immer die richtige dosis Zwischengas. Das ist Kraftfahrerleben vom Feinsten. An Steigungen muss dies allerdings auch noch blitzschnell gehen, sonst wirds nix mit dem lautlosen Schalten.

Genau in so einer Situation beim Zwischengas in der Haarnadelkurve kommt uns doch driftend, weil bergab, eine Ente entgegen. Und zisch, ist sie auch schon abwaerts hinter der Kurve verschwunden.
Domi wollte nicht glauben, das die irgendwo halten und warten. Ich hab dann aber doch gedreht (manchmal setz ich halt auch meinen Willen gegen das Wohlwollen meiner Domi durch) und da standen sie dann da ,die drei. Zwei Maedels und eine Ente, allesamt aus Argentinien, und haben auf uns gewartet. Es war eine Begegnung, als haetten wir uns schon hundert Jahre gekannt.
Bei unseren beiden Federbichos koennte ich mir das schon vorstellen, denn die stammen aus der gleichen Entenwiege in Argentinien. Fuer`s Fotoshooting haben sie sich auf jeden Fall stolz präsentiert und wir hatten noch ein tolles Gespraech mit den Beiden.
Paula, la Pulgita mit ihrem 3CV aus Argentinien waren auch schon 4 Monate unterwegs und verdienen ihr Benzingeld mit Kunsthandwerk, was sie dann in den Staedten an der Plaza verkaufen. Es war die einzige Begegnung mit einer Ente auf dieser Tour von insgesamt fast 19.000 km.

http://www.viajarencitro.blogspot.com

Bevor wir dann in Carahuasi uebernachten, gehts noch mal auf 4000 m. In Atka gibt es an diesem Tag kein Benzin. Wir haben aber gluecklicherweise noch einen Reservekanister und so wird es ausreichen bis ins Valle Sagrado, von wo aus wir dann morgen den Machu Pichu besichtigen wollen. Die angenehme Ueberraschung hier, es gibt Bierflaschen von 1,1 Liter. Unangenehm war das kalte Wetter mit Nieselregen. Da schmeckt kein Bier. Da man Traditionen aber unbedingt pflegen sollte, hatte ich mir trotzdem eine Flasche mit Gewalt reingedrueckt.

In Ollantay Tambo befindet sich die letzte Eisenbahnstation zum Machu Pichu. Sehr frueh sind wir da um die Fahrtickets zu besorgen. Nachdem wir dann aber die entgueltigen Preise erfahren und es außerdem immer noch regnet, knicken wir den Machu Pichu. Alles in allem d.h. Zugticket plus Eintritt fuer uns beide sollte umgerechnet 270 Dollar kosten. Und nur um sagen zu koennen wir waren auch da, war uns das doch ein bisschen viel, wobei wir Paraguayos ja sowieso keine Knete haben.
Muessen zudem feststellen, das wir mittlerweile auch etwas Peru-Muede geworden sind. Wir wollen weiter nach Bolivien, und ob wir den Titi Caca noch in Peru besuchen, wollen wir morgen entscheiden.
Tagesziel ist Puno am Titikaka. Cusco wird nur gestreift und wir sind froh, wieder ausserhalb auf der Carretera zu sein. So beginnt wieder das Klettern bergauf. Irgendwann hab ich wieder das Gefuehl, das Gordita unter erheblichem Leistungsverlust zu leiden hat. Na ja, wir haben ja auch Gegenwind und es ist ja auch nicht grad ne Talfahrt. Dann muessen wir an einer Peaje anhalten um unsere Strassengebuehr zu entrichten. Hey Mann !! sag ich. Hast du ne Ahnung wie hoch wir hier sind ???? 4200 m sagt er, und es geht noch weiter rauf. Ein Stein faellt mir vom Herzen. Da kann ich ja auch kein Durchzugsvermoegen erwarten bei unserem 600`ter Motoerchen.

Bei Puno erblicken wir zum ersten mal denn Titikaka. Schon beeindruckend solche Wassermengen in dieser Hoehe. Auch Puno wird von uns nur gestreift und wir fahren strebsam immer in Richtung Bolivien mit dem Titikaka als Panorama im linken Seitenfenster. Und so schaffen wirs dann auch bis Desaguadero, die Grenzstation zu Bolivien.
Die Grenzabfertigung verlaeuft reibungslos, wo wir noch an einer Befragung teilnehem die vom offiziellen Amt fuer Tourismus durchgefuehrt wird. Hier darf ich dann noch mal die Geschichte mit meiner Versicherung zum Besten geben und wir nehmen noch die 120 km bis La Paz unter die Raeder, wo wir uns dann ein richtig schoenes und teures Hotel goennen.

© Wolfgang Glück, 2012
Du bist hier : Startseite Die Amerikas Ecuador Ecuador-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Hallo liebe Freunde, Heute früh geht's jetzt endgültig los, Richtung Karibik... Ein lange gehegter Traum, über Land von Paraguay aus Richtung Venezuela und Kolumbien zu fahren... und zwar mit unserer 2cv-Ente "la gordita" beginnt jetzt endlich.
Details:
Aufbruch: 30.08.2011
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 18.12.2011
Reiseziele: Paraguay
Brasilien
Venezuela
Kolumbien
Ecuador
Bolivien
Der Autor
 
Wolfgang Glück berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt. Wolfgang über sich:
Hola an diese wunderbare Seite und ihre Leser. Ich schreibe hier zunächst im Namen eines Freundes, der sich mit dem Internet nicht so auskennt. Aber seine Abenteuerreisen sind es wert, publik gemacht zu werden.