Peru-Reisebericht :Peru, Bolivien und Ecuador

Heiliges Tal: Ollanteytambo

Ollanteytambo

Ollanteytambo ist ein kleines Städtchen auf dem Schienenweg nach Machu Picchu und das ist Segen und Fluch für den Ort. Viele leben gut vom Tourismus. Hotels, Restaurants und Andenkenläden gibt es in großer Anzahl. Dafür werden die engen Straßen und Gassen vom Verkehr überrollt, große Busse mit Touristen die die Felsenfestung besuchen oder die Pasagiere für den Zug herankarren.

Der Bau der Felsenfestung über der Stadt begann 1460 unter Patchacutec und wurde durch das Heranrücken der Spanier nicht fertig. Sie ermöglichte den Inkas das Urubambatal zu überwachen und war strategisch wichtig
Als 1536 Manco Inca die entscheidende Schlacht gegen die Spanier in Cusco verloren hatte, zog er sich nach Ollanteytambo zurück. Die Spanier jedoch folgten ihm und die Inkas konnten den ersten großen Angriff mit der Flutung des Urubambatales abwehren. Aber die Spanier kamen mit größerer Streitmacht zurück und Manco Inca blieb nichts übrig als sich in seiner Dschungelfestung Vilcabamba zu verschanzen, wo 1572 die letzten Inca festgenommen und hingerichtet wurden.

Immer öfter stolpert man im Heiligen Tal über Hotels und Lodges die Ayahuasca und San Pedro Zeremonien anbieten.
Der San Pedro Kaktus enthält den psychedelischen Wirkstoff Mescalin und Ayahuasca ist ein Auszug einer Liane, wirkt auch psychodelisch und wird vermischt mit anderen Pflanzensäften getrunken. Es wird traditionell von Curanderos, den Heilern aus dem Regenwald für Zwiegespräche mit Geistern und Zwischenwesen und zur Heilung von Krankheiten benutzt. Die Heiler ziehen sich dazu wochenlang in die Einsamkeit zurück, fasten und meditieren vor der Zeremonie.
"Übersatte" Ausländer zahlen viel Geld dafür und suchen damit einen Weg in "ihr Inneres und zum Sinn ihres Daseins". Dabei kommt es immer wieder zu Todesfällen, schweren psychischen Krisen und sexuellen Übergriffen.

Auch rund um Ollanteytambo ist der Boden fruchtbar und es wird viel Landwirtschaft betrieben

Auch rund um Ollanteytambo ist der Boden fruchtbar und es wird viel Landwirtschaft betrieben

Um den Stadtplatz gruppieren sich die Häuser oft mit kleinen Innenhöfen und Gärten.

Um den Stadtplatz gruppieren sich die Häuser oft mit kleinen Innenhöfen und Gärten.

Die Grundmauern der Altstadthäuser sind die alten Inkamauern.

Die Grundmauern der Altstadthäuser sind die alten Inkamauern.

Schmale Gassen, oft mit kleinen  Wasserläufen wie hier rechts.

Schmale Gassen, oft mit kleinen Wasserläufen wie hier rechts.

Alte Menschen müssen hier oft  immer noch hart arbeiten. Rente und ein schöner Lebensabend ist nur für wenige möglich.

Alte Menschen müssen hier oft immer noch hart arbeiten. Rente und ein schöner Lebensabend ist nur für wenige möglich.

Trachten werden im Tal noch häufig getragen und je weiter man in die Dörfer kommt umso bunter und vielfältiger werden sie.

Trachten werden im Tal noch häufig getragen und je weiter man in die Dörfer kommt umso bunter und vielfältiger werden sie.

Leider stromern hier auch viele Kinder ganztägig durch die Stadt, verkaufen kleine Andenken, posieren gegen bares für Fotos oder singen Quechualieder vor. Schule hat noch nicht den Stellenwert den sie haben sollte.

Leider stromern hier auch viele Kinder ganztägig durch die Stadt, verkaufen kleine Andenken, posieren gegen bares für Fotos oder singen Quechualieder vor. Schule hat noch nicht den Stellenwert den sie haben sollte.

Die alte Stierkampfarena der Stadt.

Die alte Stierkampfarena der Stadt.

Auf den meisten  Dächern sind Glücks- und Schutzbringer einzementiert. Die Ochsen sind Glücksbringer aus dem alten andinen Glauben, da die Peruaner pragmatisch sind nimmt man das Kreuz dazu und da die Liebe zum Bier weit verbreitet ist können einige Bierflaschen auch nicht schaden. Lieber einen Glauben mehr bevor der später an entscheidender Stelle fehlt.

Auf den meisten Dächern sind Glücks- und Schutzbringer einzementiert. Die Ochsen sind Glücksbringer aus dem alten andinen Glauben, da die Peruaner pragmatisch sind nimmt man das Kreuz dazu und da die Liebe zum Bier weit verbreitet ist können einige Bierflaschen auch nicht schaden. Lieber einen Glauben mehr bevor der später an entscheidender Stelle fehlt.

Die Vorratsspeicher hoch oben am Berg sind nur über schmale, steile Steige zu erreichen und damit gut geschützt.

Die Vorratsspeicher hoch oben am Berg sind nur über schmale, steile Steige zu erreichen und damit gut geschützt.

Auch bei so einfachen Dingen wie Vorratsspeicher wurde auf Ästhetik beim bauen Wert gelegt. Möglichst vieles wurde in Rundungen gebaut

Auch bei so einfachen Dingen wie Vorratsspeicher wurde auf Ästhetik beim bauen Wert gelegt. Möglichst vieles wurde in Rundungen gebaut

Heute stehen nur noch die Außenmauern der Vorratsspeicher.

Heute stehen nur noch die Außenmauern der Vorratsspeicher.

Die beiden wandern zu den Ruinen hoch und das Bild ist sehr typisch für peruanische Reisen und Ausflüge, man hat immer jede Menge Taschen und Tüten dabei, keine Ahnung was sie da immer mitnehmen.

Die beiden wandern zu den Ruinen hoch und das Bild ist sehr typisch für peruanische Reisen und Ausflüge, man hat immer jede Menge Taschen und Tüten dabei, keine Ahnung was sie da immer mitnehmen.

Eine natürliche Felsformation an der Rückseite des Berges, die einen Inkakopf mit Kopfschmuck, Augen und Nase darstellen soll. Wir finden es ist durchaus zu erkennen.

Eine natürliche Felsformation an der Rückseite des Berges, die einen Inkakopf mit Kopfschmuck, Augen und Nase darstellen soll. Wir finden es ist durchaus zu erkennen.

Über die Terassen der Felsenfestung erreicht man die Tempelanlage auf dem Plateau.

Über die Terassen der Felsenfestung erreicht man die Tempelanlage auf dem Plateau.

Die Basis der Tempelanlage waren große Steinmonolithen  in denen die Herzen und Eingeweide der verstorbenen Inkaherrscher aufbewahrt wurden.

Die Basis der Tempelanlage waren große Steinmonolithen in denen die Herzen und Eingeweide der verstorbenen Inkaherrscher aufbewahrt wurden.

Manche der Steine wiegen über 50 Tonnen und man weiss immer noch nicht wie sie den Berg hochgebracht wurden.

Manche der Steine wiegen über 50 Tonnen und man weiss immer noch nicht wie sie den Berg hochgebracht wurden.

Wohnhäuser der Festung. In und um die Anlage waren über 10.000 Soldaten mit ihren Familien stationiert.

Wohnhäuser der Festung. In und um die Anlage waren über 10.000 Soldaten mit ihren Familien stationiert.

Wasser spielte bei religiösen Zeremonien eine große Rolle, diese Quelle war den Inkaprinzessinnen vorbehalten.

Wasser spielte bei religiösen Zeremonien eine große Rolle, diese Quelle war den Inkaprinzessinnen vorbehalten.

Alpakas sind für uns Touristen bei fast allen Ruinen stationiert und jeder stürzt sich zuerst auf die lebendigen Fotomotive.
Außerdem findet man die Alpakas hier in fast jedem Restaurant auf der Speisekarte und es schmeckt serviert als "Lomo saltado de alpaca", mit Tomaten, Zwiebeln und Karotten gut gewürzt sehr lecker.

Alpakas sind für uns Touristen bei fast allen Ruinen stationiert und jeder stürzt sich zuerst auf die lebendigen Fotomotive.
Außerdem findet man die Alpakas hier in fast jedem Restaurant auf der Speisekarte und es schmeckt serviert als "Lomo saltado de alpaca", mit Tomaten, Zwiebeln und Karotten gut gewürzt sehr lecker.

Immer mehr Ausländer ziehen ins Heilige Tal, bilden eigene Gemeinschaften und integrieren sich kaum

Immer mehr Ausländer ziehen ins Heilige Tal, bilden eigene Gemeinschaften und integrieren sich kaum

Der Arzt im Allrad-LKW besucht abgelegene Dörfer und versucht wenigstens eine medizinische Basisversorgung sicherzustellen. Die Kinder die hier leben, wachsen meist nur Quechua sprechend auf und haben im spanischsprachigen Bildungssystem keine Chancen.

Der Arzt im Allrad-LKW besucht abgelegene Dörfer und versucht wenigstens eine medizinische Basisversorgung sicherzustellen. Die Kinder die hier leben, wachsen meist nur Quechua sprechend auf und haben im spanischsprachigen Bildungssystem keine Chancen.

Demonstration auf dem Hauptplatz. Die letzten Tage ist Peru politisch unruhig, es werden oft Straßen und Schienen blockiert, Demonstrationszüge und Sternmärsche abgehalten. Thema ist immer wieder Korruption, schlechte Bildung und der Rassismus. Die Mehrheit der Peruaner ist indigen oder hat indigene Wurzeln aber die Macht im Land liegt beim Geld und den Indios werden viele Rechte vorenthalten. Vor kurzem gab es erst wieder ein Höchsrichterliches Urteil dass die Kanadische Minengesellschaft in Cajamarca ihren Goldabbau ausweiten darf, damit vielen Kleinbauern ihre Lebensgrundlage verlorengeht und die Wasserversorgung von Cajamarca gefährdet wird. Es wird vermutet dass da viel Geld geflossen ist dass es zu dem Urteil kam. Dieser Tage wurde auch der Expräsident Humala und seine Ehefrau wegen Geldwäsche verhaftet, vermutlich könnte man fast alle Politiker hier einsperren.

Demonstration auf dem Hauptplatz. Die letzten Tage ist Peru politisch unruhig, es werden oft Straßen und Schienen blockiert, Demonstrationszüge und Sternmärsche abgehalten. Thema ist immer wieder Korruption, schlechte Bildung und der Rassismus. Die Mehrheit der Peruaner ist indigen oder hat indigene Wurzeln aber die Macht im Land liegt beim Geld und den Indios werden viele Rechte vorenthalten. Vor kurzem gab es erst wieder ein Höchsrichterliches Urteil dass die Kanadische Minengesellschaft in Cajamarca ihren Goldabbau ausweiten darf, damit vielen Kleinbauern ihre Lebensgrundlage verlorengeht und die Wasserversorgung von Cajamarca gefährdet wird. Es wird vermutet dass da viel Geld geflossen ist dass es zu dem Urteil kam. Dieser Tage wurde auch der Expräsident Humala und seine Ehefrau wegen Geldwäsche verhaftet, vermutlich könnte man fast alle Politiker hier einsperren.

© Vera und Konrad L., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
5 Monate durch Peru, Bolivien und Ecuador, bleiben wo es uns gefällt und weiterfahren um neues zu entdecken.
Details:
Aufbruch: 14.05.2017
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 16.10.2017
Reiseziele: Peru
Bolivien
Ecuador
Der Autor
 
Vera und Konrad L. berichtet seit 9 Monaten auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (3/31):
Rosemarie Schmiedlehner 1507974601000
Hallo Vera,­
jetzt habe ich gerade deine inte­res­santen Berich­te gelesen und die Bilder an­gescha­ut ! Ihr Zwei hattet ja eine super er­leb­nis­reiche Reise um die Welt !
Ich wünsche Euch einen ent­span­nten Rückflug !
Vie­le Grüße Ro­se­ma­rie
­
Grüße auch an deinen Mann
Antwort des Autors: Hallo Rosmarie
du bist aber früh dran
Ja wir hatten eine gute Zeit und es war sicher nicht unsere letzte Langzeitreise.
Grüße von Konrad zurück.
Wir sehen uns ja vermutlich am 26. Oktober.

Liebe Grüße
Vera und Konrad
Helga Junk 1507918341000
Hallo liebe Vera, lieber Kon­rad­
eu­er Blog ist super und die Fotos ein Traum! Eure Traum­rei­se ist fast zu En­de.­Die Zeit ist schnell ver­gan­gen. Ich wünsche euch eine gute Heim­rei­se und freue mich aufs Wie­der­se­hen! Liebe Grüße Helga
Antwort des Autors: Hallo Helga
ja morgen steht die Heimreise an aber wir nehmen viele Erlebnisse, Eindrücke und Bilder mit. Und es war sicher auch nicht unsere letzte längere Reise, einiges in Südamerika lockt uns noch.
Ich melde mich wenn wir zuhause sind.

Liebe Grüße
Vera und Konrad
Klissenbauer Martha 1506405944000
Hallo Konrad und Vera, Danke für eure wun­der­ba­ren Fotos, den in­fo­ma­ti­ven tollen Rei­se­bericht. Es ist eine Freude und Ber­eiche­rung mit daran teil­zu­ha­ben. Ich wünsche euch, dass auch die letzten Wochen noch gut ver­lau­fen und ihr heil nach Hause kom­mt.
lie­be Grüße von Martha
Antwort des Autors: Hallo Martha,
danke für die Grüße. Uns geht es gut und wir genießen die restliche Zeit. Es ist kaum zu glauben aber in drei Wochen sind wir schon wieder daheim.
Liebe Grüße, Konrad und Vera