Venezuela-Reisebericht :Mit der 2 CV-Ente auf dem Weg nach Kolumbien

Auf nach Venezuela

10.10.2011 - Santa Elena - Puerto Ordaz

Noch kurz die Website von Eric und Yari (www.backpacker-tours.com) Hier waren wir in seiner Posada "Los Pinos" untergebracht, die wunderschön mit Pool und sehr liebevoll gestaltet ist. Mit sehr schönen originellen Details. Die Betreuung ist sehr familiär.

Am Montag dann gegen Abend war endlich die Versicherung fertig, die überraschenderweise nur die Hälfte kostet als es angesagt war. Ich protestiere nicht. "La Gordita" ist jetzt für ein Jahr in Venezuela versichert, für umgerechnet 68 €. Am Dienstag, früher Nachmittag geht es weiter.
Nur noch volltanken und ein bisschen einkaufen. Auch hier gilt, ausländische Fahrzeuge bekommen in der Grenzstadt kein Benzin, wegen dem Schmuggel. Dies wird an jeder Tankstelle von Polizei und Militär überwacht. Wir stellen uns an, und es sofort kommt ein Militär angelaufen, sagt uns das wir an einer anderen Stelle tanken müssten zu erhöhtem Preis. Sein Vorgesetzter der unterm Sonnenschirm sitzt ruft: "Hey, wo kommen die denn her, mit ihrem selbstgebasteltem Volkswagen?? Paraguay ist die Antwort! Volltanken, aber sofort. War wieder mal ein sehr lustiges Erlebnis, was bestimmt nicht zustande gekommen wäre, wären wir mit 'nem Luxus-Monster-Reisemobil unterwegs gewesen.

So, es geht jetzt weiter. Von Eric haben wir noch ein paar Tipps bekommen bezüglich Übernachtungsplätze. Von den sieben Tepuys (Tafelberge) sehen wir leider nicht viel, weil der Himmel regenverhangen ist. Der größte (Roraima) ist über 2700 m hoch und sehr beeindruckend. Wir schlagen unser Camp auf am Rio Kawi mit schönem Wasserfall, bei den Indianern vom Stamm Kauwi, und bekommen noch sehr viel Infos über die Besiedlung der verschiedenen Indianer Tribus die in der Gran Sabana ansässig sind. Auch über die Probleme der Indios, sowie auch der Regierung, die ihre Probleme mit den illegalen Goldwäscher- und Diamanten-Camps auszutragen hat.

Wir schaffen es gerade noch so unser Bett im Auto vorzubereiten, und ein oder zwei schöne Bierchen aus der Büchse zu trinken, dann bricht ein Wahnsinns Gewitter los. Wir begeben uns schnell in die Obhut von "La Gordita" Der Morgen tut dann einfach so, als wäre nichts gewesen.
Noch schnell die morgendliche Toilette, das ist so: zuerst mit dem Eimer Wasser aus dem Fluss holen, damit man Wasser zum Spülen hat. Duschen geht auch, natürlich auch mit dem Eimer. Dann können wir noch eine Kauwi bei der Herstellung von Kunsthandwerk beobachten. Hier ist alles noch sehr ursprünglich. Wir fahren weiter Richtung Norden. Immer an wunderschönen Flüssen und immer wieder beindruckenden Wasserfällen vorbei, wobei wir dann auch schon mal Pause machen, zum Fotografieren und so.

Dann wird es wieder mal Zeit zum Tanken. Wir reihen uns in die Warteschlange in der Goldminen Stadt km 88 (die befindet sich bei km 88 und heißt auch so). Und genauso geht's hier auch zu. Immer wieder werden wir gefragt, was das denn für ein seltsamer selbstgebastelter Volkwagen ist. Für die Leute hier mir ihren Achtzylinder Ami-Schlitten ist es unvorstellbar das die Automobilindustrie in Europa jemals so ein lustiges Auto fabriziert hatte. Endlich sind wir an der Zapfsäule angelangt. 21 Liter gehen rein. Der Tankwart lacht sich kaputt. Wegen solchen lächerlichen Beträgen greift er nicht nach dem Wechselgeld. Stattdessen ein herzliches "Bien venido en Venezuela y buen viaje" anstatt 0,20.- € haben wir diesmal gar nichts bezahlt.
Achtzylinder Amischlitten, oder extrem hochgelegte 4x4 beherrschen das Straßenbild. Wir sind bald wieder aus der Stadt heraus und es geht gemächlich weiter durch die Gran Sabana und dann später durch ursprünglichen Dschungel.

Weiter Richtung Puerto Ordaz, welches unser Etappenziel sein soll. In Upata beim Tanken zeigt einer auf den Ölflecken unter der Ente. Und tatsächlich: Ölverlust. Kann aber nicht feststellen wo das herkommt, so fahren wir weiter über San Felix nach Puerto Ordaz, wo ich vor 32 Jahren mal für Dillinger Stahlbau gearbeitet hatte. So kommen alte Erinnerungen wieder hoch. Ich erkenne die Stadt aber nicht mehr wieder. Alles neu und modern. Eine schnellwachsende Stadt mit allen seinen Vor- und Nachteilen.
Wir sin gut untergebracht bei "Don Lobo" und seiner Frau Rosa. (Wolfgang) betreibt eine kleine Posada sowie ein Camp im Orinoko-Delta (http://www.lobo-tours.de)
Aufallend ist hier, das wirklich alles vergittert ist. Sogar Straßenzüge sind mit Gittertoren gesichert. Willst du also Freunde besuchen, fährst du bis ans Straßentor, und rufst per Handy an (da wo du hinmöchtest). Der Anwohner muss dich dann am Tor einlassen. Die Anwohner selbst haben natürlich eine Fernbedienung im Auto. Wir glauben nicht das wir so leben möchten bei aller Modernität und stellen fest wie gut, frei und sicher wir doch noch in Paraguay leben können.

Es wird langsam Zeit nach einem Übernachtungsplatz zu suchen, finden aber einfach nichts Geeignetes. Da, kurz vor dunkelwerden einen verlassenen "Parador Turistico". Nach langem in die Hände klatschen bewegt sich endlich was im hinteren Haus. Ein Mann kommt zu uns ans Tor und fragt nach unseren Wünschen. Ich erkläre die Situation und sage, wir brauchen ja eigentlich nur einen relativ sicheren Stellplatz, um zu übernachten, um was zu essen zu machen und vielleicht noch ein paar kühle Bierchen trinken die wir da in der Kühlbox haben. Da fängt er an über das ganze Gesicht zu strahlen. Ich bin Jose, stellt er sich vor und bei den Bierchen will er mich gern ein bisschen unterstützen. Domi bereitet ein leckeres Essen für uns alle (es kommen noch zwei Arbeiter dazu) vor und alle bedienen sich mit gutem Appetit. Resultat am nächsten Morgen: fast kein Bier und keine Zigaretten mehr. Die Literflasche Rum ist auch fast draufgegangen. Es war aber sehr lustig, so ist das halt mit dem "Land und Leute" kennenlernen.

Und hier wieder ein paar bildliche Eindrücke

© Wolfgang Glück, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Hallo liebe Freunde, Heute früh geht's jetzt endgültig los, Richtung Karibik... Ein lange gehegter Traum, über Land von Paraguay aus Richtung Venezuela und Kolumbien zu fahren... und zwar mit unserer 2cv-Ente "la gordita" beginnt jetzt endlich.
Details:
Aufbruch: 30.08.2011
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 18.12.2011
Reiseziele: Paraguay
Brasilien
Venezuela
Kolumbien
Ecuador
Bolivien
Der Autor
 
Wolfgang Glück berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt. Wolfgang über sich:
Hola an diese wunderbare Seite und ihre Leser. Ich schreibe hier zunächst im Namen eines Freundes, der sich mit dem Internet nicht so auskennt. Aber seine Abenteuerreisen sind es wert, publik gemacht zu werden.