Deutschland-Reisebericht :Frühlings-Erwachen am Bodensee

Nach einer ersten Reise im gemieteten Wohnwagen nach Südfrankreich im Herbst 2007 waren wir nur wenige Monate später stolze Besitzer eines eigenen Wohnwagens. Der wurde bei einer Jungfern-Fahrt im März 2008 an den Bodensee eingeweiht.

Anreise mit Hindernissen

Nachdem mein Mann und ich im Herbst 2007 zum ersten Mal in einem gemieteten Wohnwagen in Südfrankreich unterwegs waren, ergab sich für uns bereits im März 2008 die Gelegenheit zum Kauf eines eigenen Heimes auf zwei Rädern. Der Entschluss dazu fiel relativ kurzfristig, aber das Angebot für den gebrauchten Fendt Platin inklusive Vorzelt samt Stellplatz-Übernahme war einfach zu verlockend. Klar, dass wir dann das gute Stück auch einmal ausprobieren wollten. Die Gelegenheit dazu war günstig, denn Ostern stand vor der Tür. Was also lag näher als ein Kurzurlaub im neuen Wohnwagen? Aber es kam wieder einmal ein bisschen anders als gedacht.

Frühlings-Erwachen am Bodensee

Frühlings-Erwachen am Bodensee

Eigentlich haben wir uns als Ziel für die erste Wohnwagen-Ausfahrt eine Städtetour nach Dresden ausgesucht. Diese Stadt wollten wir im Jahr 2008 besichtigen, auch als der Wohnwagenkauf noch nicht zur Debatte stand. Als Termin dafür war die Woche nach Ostern günstig, da zwei unserer Töchter auf einer Orchesterfreizeit waren. Die Älteste wollte zuhause bleiben um Haus und Hund zu hüten. Sehr praktisch also für eine kulturelle Städtetour. Leider liegt Ostern in diesem Jahr sehr früh und Petrus hat die Idee, über die Feiertage noch einmal so richtig Väterchen Frost samt Kälte und Schnee über die Lande zu schicken. Der Wohnwagen vor der Tür trägt eine weiße Haube, die Webcams in Sachsen zeigen eine tief verschneite Landschaft und die Autobahn ist wegen querstehender LKWs und Eisglätte gesperrt. Nach Wintercamping ist uns zum Einstieg ins Camperleben so gar nicht zumute.

Also wird die Abreise erst mal um einen Tag von Dienstag, 24. März 2008 auf Mittwoch, 25. März verschoben. Der Wecker klingelt, draußen immer noch Kälte, Eis und Schnee - die Verkehrsnachrichten im Radio verheißen ebenfalls nichts Gutes. Also erst einmal frühstücken und nachdenken. Sollen wir den Kurzurlaub ganz ausfallen lassen? Aber der Wetterbericht im Internet macht Mut. Zum Ende der Woche werden steigende Temperaturen und mehr Sonnenschein versprochen. Doch für die weite Anreise nach Dresden (runde 500 Kilometer) wollen wir doch nicht so lange warten. Die Urlaubstage sind schließlich gezählt. Da fällt uns ein, dass wir von unseren Töchtern zu Weihnachten Gutscheine für die Meersburg-Therme am Bodensee geschenkt bekommen haben. Warum also nicht an den nur 200 Kilometer entfernten Bodensee?

Gesagt, getan. Der Wohnwagen ist ja schon gepackt, jetzt noch Badeklamotten hinein und los kann es gehen. Die Außentemperaturen liegen immerhin im Plus-Bereich bei 5 Grad und unterwegs flöckelt es noch leicht aus dem bedeckten Himmel. Je näher wir jedoch der Bodensee-Region kommen, desto weniger Schnee ist zu sehen. Ich studiere während der Fahrt den Campingplatz-Führer und wir steuern den Platz "Camping Birnau-Maurach"
http://www.birnau-maurach.de
in Uhldingen-Mühlhofen an. Hier treffen wir kurz vor der Mittagspause ein und wir dürfen uns auf dem fast leeren Platz ein schönes Fleckchen mit Blick auf den Bodensee selbst aussuchen. Der unerwartete Wintereinbruch hat wohl auch die letzten Osterurlauber vergrault. Der Campingplatz liegt unterhalb der malerischen Klosterkirche Birnau, der wir am Nachmittag gleich einen Besuch abstatten. Ansonsten sind wir vom ersten Moment an sehr angetan vom Platz. Alles ist gepflegt, der Empfang freundlich und die Sanitäranlagen absolut super. Da der Platz auch einen öffentlichen Strandzugang hat (was um diese Jahreszeit noch kein Thema ist), bekommen die Camper eine Code-Karte für die Sanitäranlagen. Der Campingplatz ist nur durch einen Rad- bzw. Wanderweg vom See getrennt.

Nachdem wir uns häuslich für die nächsten Tage eingerichtet haben und auch die Heizung im Wohnwagen eine erste Bewährungsprobe besteht, machen wir uns auf zu einem Spaziergang nach Unteruhldingen. Hier lohnt das Pfahlbautenmuseum unbedingt einen Besuch. Da wir das Museum jedoch von früheren Besuchen her gut kennen, bummeln wir lieber am Hafen entlang. Um diese Jahreszeit hat der Bodensee ein ganz besonderes Flair. Die Boote sind noch im Winterschlaf, Touristen eher Mangelware und alles geht noch einen geruhsamen Gang. Dennoch merkt man die nahende Saison, überall wird schon gewerkelt, die Region putzt sich frühlingsfein heraus. Nach einer Pause im Café, wo wir uns bei heißem Tee und leckeren Torten aufwärmen, geht es wieder zurück auf den Campingplatz. Dort besuchen wir am Abend das platzeigene Restaurant. Hier sind wir zwar mit den Wirtsleuten alleine, aber es entwickelt sich ein nettes Gespräch und das Abendessen ist lecker, bodenständig und preiswert. Unsere erste Nacht im eigenen Wohnwagen ist ein klimatisches Experiment. Heizung durchlaufen lassen? Ja oder Nein? Angesichts frostiger Temperaturen draußen entscheiden wir uns für Ja. Aber mitten in Nacht erwache ich und fühle mich schweißgebadet. Es ist entschieden zu warm hier drin. Also Heizung aus und den Rest der Nacht eingemummelt in Decken gut durchgeschlafen.

Campingplatz mit Blick auf die Klosterkirche Birnau

Campingplatz mit Blick auf die Klosterkirche Birnau

© Ulrike S., 2009
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 25.03.2008
Dauer: 6 Tage
Heimkehr: 30.03.2008
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Ulrike S. berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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Ulrike über sich:
Hallo liebe Weltenbummler,
Über ein anderes Forum bin ich hier auf diese Internetseiten gestoßen und seitdem begeisterte Leserin der wunderbaren Reiseberichte.
Ich selbst reise leidenschaftlich gerne. Nach unseren Familienurlauben mit drei inzwischen erwachsenen Töchtern, die wir immer in Ferienhäusern verbracht haben, stehen nun Reisen mit dem Wohnwagen und damit Camping zu zweit auf dem Programm. Unser bevorzugtes Reiseziel ist dabei Frankreich. Allerdings lieben wir auch den deutschen Norden (Ostseeküste) und wollen uns nun verstärkt der Erkundung der - inzwischen ja nicht mehr ganz so neuen - deutschen Bundesländer widmen.