Milanrundweg

Reisezeit: Oktober 2011  |  von Gabriele B.

Wir bewanderten einen Vogelbeobachtungsweg (Milan) durch die Nieplitzniederung im Fläming/Brandenburg, Länge 8 km.

Wanderung Milanrundweg

Aus Anlass der Einweihung meiner neuen Wanderstiefel beschlossen mein Mann und ich, den Fläming in Begleitung unseres Sohnes zu erkunden. Wir fuhren also von Berlin nach Beelitz. Die Wanderung beginnt hier in Beelitz-Krobshof (P+R Parkplatz an der B246).

In den Wiesen

Der als Milanrundweg gekennzeichnete Weg führte unmittelbar in die Wiesen der Nieplitz-Niederung entlang einer neu angepflanzten Erlenreihe mit vereinzelten hohen Sitzstangen für die Greifvögel.

Sitzstangen zwischen jungen Erlen

Sitzstangen zwischen jungen Erlen

Gleich zu Beginn überflog uns ein Milan an dieser Stelle, der sich aber nicht fotogen auf eine der Stangen setzte, sondern einfach wieder hinter den Bäumen verschwand.

Ein Milan!

Ein Milan!

Die Wiesen werden von Gräben entwässert, die ineinander fließen und dann in die Nieplitz führen.

Wasserlinsen und Schilf in den Entwässerungsgräben

Wasserlinsen und Schilf in den Entwässerungsgräben

Wir verließen den Milanrundweg für einen kurzen Abstecher nach Süden (ca. 2 km) entlang eines Betonplattenweges und dann über die Nieplitz.

Die Nieplitz

Die Nieplitz

Über die Brücke und noch ein Stück weiter bis zum Wald und dahinter endlich! Wer hat ihn zuerst gesehen? Den Vogelbeobachtungsturm zwischen Beelitz und Reesdorf:

Vogelbeobachtungsturm

Vogelbeobachtungsturm

Der Turm steht mitten in den Wiesen, getarnt durch ein kleines Wäldchen. Hier gibt es auch einen Picknick-Tisch und Informationstafeln zu Bäumen und Pilzen. Aber leider ließ sich hier für uns kein Vogel blicken. Dafür gab es Kühe mit ihren Kälbern zu sehen.

Wir kehrten um zurück zum Milanrundweg, nicht ohne vorher diskutiert zu haben, ob wir lieber in den hellen Wiesen weiter laufen wollen, und ob der Wald nicht zu geschlossen ist für eine Vogelbeobachtung. Wir entschieden uns aber dafür, den Rundweg fortzusetzen. Und so ging es weiter vorbei an Pferden und einer laut schnatternden Gänseschar. Bevor wir die Wiesenlandschaft verließen, tauchte noch einmal ein Milan am Himmel auf und zog seine Kreise, ohne Stativ ist das Foto hierzu aber leider nichts geworden!

Der Weg führte uns nun in einen Laubwald, dessen Rand durch eine wunderschöne Roteichenallee markiert war, die wir durchschreiten durften.

Roteichenallee

Roteichenallee

Im Wald

Die Allee mündete in einen Kiefernwald, der nach einer ganzen Weile dann ein wenig monoton wurde. Hier war kein Milan in Sicht und unsere Hoffnung, einen Horst zu entdecken, wurde enttäuscht. Wobei die Horste dieser Großvögel von Naturschützern eigentlich geheim gehalten werden. Aber wozu führt der Milanrundweg durch den Wald?

Vergessen wir einfach die Wiesen und die Milane und wenden uns anderen interessanten Dingen zu. Zum Beispiel, dass im Kiefernwald frisch gesetzte Eichen einen Mischwald entstehen lassen sollen. Das sieht zurzeit noch so aus:

Eiche im Kiefernwald

Eiche im Kiefernwald

Andere Entdeckungen waren Ameisenhaufen, Nistkästen mit vergrößerten Löchern (für Spechte?) und natürlich wunderschöne Pilze im Oktober.

Nachdem ich mindestens 100 Pilze auf dem Boden liegend fotografiert hatte, habe ich an Milane überhaupt nicht mehr gedacht. Der Wald war dann irgendwann zu Ende und wir fanden uns auf der B246 wieder. Zurück zum Parkplatz ging es der Straße entlang ganz schnell zwischen alten dicken Eichen. Der in der Karte eingezeichnete Rückweg durch Wiesen parallel zur Straße war leider nicht gekennzeichnet und vielleicht auch schon in Bauland umgewandelt.

Fazit:

Es ist ein wunderschöner Weg, aber wer Milane sehen möchte, muss Aussicht haben und in den Wiesen bleiben. Der Vogelbeobachtungsturm ist dazu ein unbedingtes Muss und sollte ausgeschildert werden.

© Gabriele B., 2011
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 06.10.2011
Dauer: 1 Tag
Heimkehr: 06.10.2011
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Gabriele B. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.