Deutschland-Reisebericht :auch die Ostsee hat Fjorde

Dänischer Wohld

Nachdem wir vormittags auf Altenhof eine Runde Golf gespielt haben, fahren wir der Eckernförder Bucht entlang zunächst zum Schloß Noer.
Nach einer alten Definition wurden eigentlich nur die Bauten der Landesherren in Schleswig und Holstein Schlösser genannt, die Wohnhäuser des Landadels, zu denen Noer gehört, waren demnach als Herrenhäuser zu bezeichnen. Diese Regel wurde jedoch nicht überall verbindlich angewandt, so auch in Noer, das im 19. Jahrhundert durch Prinzessin Louise Auguste zudem in königlichen Besitz geriet und das bis in die Gegenwart als Schloss Noer bekannt ist.
Das heutige Schloss entstammt in seinen Grundzügen noch dem Bau, der unter Joachim von Brockdorff von 1708 bis 1711 zusammen mit der Hofanlage angelegt wurde. Das Gebäude wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgebaut, so sind die seitlichen Türme erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts angefügt worden

Schloß Noer

Schloß Noer

Da Ulrike sich wieder eine Blase in ihren Golfschuhen gelaufen hat, können wir nicht die im Büchlein 'Ostseeküste von Eckernförde bis Kiel' angegebene Runde von Daenisch-Niendorf machen, sondern starten etwas hinter dem Ort und machen dann schließlich doch die 'kleinere' Runde. Obwohl am Straßenrand Halteverbot gilt, stehen mehrere Autos auf dem Grünstreifen zwischen Straße und Radweg. Wir machen es ihnen nach. In diesem Moment kommt ein Riesenträcker und fährt neben mir ins Rapsfeld, breitet die Sprüharme aus und fährt irgendwelches 'Gift' sprühend mitten durch den Raps.

Wir laufen bis zur Wegegabelung, an der es links nach Daenisch-Niendorf geht. Man kann an den Strand hinuntersteigen oder am Steilrand oberhalb der Küste laufen.

Wir nehmen die andere Richtung und laufen zwischen Rapsfeld und Steilhang bis wir an einem kleinen Tal die Möglichkeit haben wieder zur Strasse zurückzulaufen. Es wird dann doch eine etwas größere Runde.

Nächstes Ziel ist Eckernförde. Dort fahren wir zunächst zu Heine Delikatessen, von denen wir einen Gutschein im Heft haben, aber es ist ein reiner Versandhandel. Wir bekommen einen 5€Gutschein und ein kleines Glas Pastete - nebenan frage ich bei Toyota nach der Batterie für den Schlüssel, aber die Herren dort meinen, die Batterie im Schlüssel sei in Ordnung, da man vom Tresen aus die im Auto angesprungene Alarmanlage abschalten kann. (Ulrike hatte sich nach dem automatischen Abschließen bewegt!) Da sich das Auto aber eigentlich mit Kartenschlüssel im Auto gar nicht hätte abschließen lassen dürfen, vermutet der Herr von Toyota, dass die Kartenschlüsselbatterie schwach ist. Bei Lidl kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten ein und ziehen dann direkt am Hafen ein Parkticket für eine Stunde. In der Frau-Clara-Straße besichtigen wir kurz eine Bonbonkocherei,

BOnbonkocherei

BOnbonkocherei

hier die Formen der Bonbons - funktioniert wie eine Nudelmaschine

hier die Formen der Bonbons - funktioniert wie eine Nudelmaschine

besichtigen die Nikolaikirche und bestaunen einige tolle Hausfassaden. Schließlich kaufen wir noch neue Blasenpflaster.

Die Anfänge der St.-Nicolai-Kirche liegen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Damals - eine Jahreszahl ist unbekannt -entstand auf einer Sandbank der Eckernförder Bucht gleichzeitig mit den ersten Häusern der Ortschaft ein einschiffiger Kirchenbau mit Chor und Turm und wurde dem Bischof Nikolaus, dem Heiligen der Seefahrer, geweiht. Um 1500 wurde diese Kirche um die Seitenschiffe erweitert und erhielt damit die heutige Gestalt.

St.-Nicolai-Kirche

St.-Nicolai-Kirche

Seitenschiff mit Elementen der Backsteingotik.

Seitenschiff mit Elementen der Backsteingotik.

Die Orgel wurde von dem aus Thüringen stammenden Orgelbauer Hans Geon Heßler im Jahr 1762 geschaffen, und 1930 erweitert.

Die Orgel wurde von dem aus Thüringen stammenden Orgelbauer Hans Geon Heßler im Jahr 1762 geschaffen, und 1930 erweitert.

barocker Altaraufsatz von Hans Gudewerdt dem Jüngeren, dem Eckernförder Meisterschnitzer, aus dem Jahr 1640.

barocker Altaraufsatz von Hans Gudewerdt dem Jüngeren, dem Eckernförder Meisterschnitzer, aus dem Jahr 1640.

Vereinzelt finden wir noch tolle Hausfassaden der unterschiedlichsten Stilrichtungen

Am Kai herrscht schon reger 'Café-Verkehr' in der Außengastronomie.

Wr interessieren uns aber für die in den Boden eingelassenen Motive, deren es die unterschiedlichsten gibt.

Bodenmotive

Bodenmotive

Wir sind viel gelaufen, die Fersenblase zwickt und hungrif sind wir auch - also geht es nach Hause

© Herbert S., 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein kurzer Bericht im ADAC-Magazin hat uns die Region um Schleswig herum schmackhaft gemacht. Die Schleiregion ist eine eher untypische Förde für Schleswig-Holstein, denn sie ist nur durch eine schmale Öffnung mit der Ostsee verbunden und hat somit eher den Charakter eines Flusses.
Details:
Aufbruch: 26.04.2014
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 03.05.2014
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.