Frankreich-Reisebericht :Wege zur Romanik - Dorfkirchen im Burgund

Chalon-sur -Soane

Chantal hatte uns für gestern abend die rue de Strasbourg - auf der Insel Saint Laurent - für Lokale empfohlen. Wir schauen uns eine ganze Reihe an; die Entscheidung fällt auf den Clown Gourmand. Am Abend sind wir im Lokal natürlich wieder die ersten - inzwischen hat es sich zugezogen und es regnet - Ulrike meint schon, ihre tel. Reservierung wäre wohl ein Witz gewesen. Aber im Endeffekt waren bei unserem Aufbruch fast alle Lokale 'rappele'voll, einschl. des unsrigen.
Menu: 29 € - foie gras// saumon mis cuit/ supreme de volaille aux morilles// (rosa) meringue aux (tiefblau bis violett) mytrilles avec (giftgrünes) sorbet au genepit (total bunt!) - eben clownmäßig.

meringue aux mytrilles avec sorbet au genepit

meringue aux mytrilles avec sorbet au genepit

Am nächsten Morgen ist es total neblig - man sieht die Hand vor Augen kaum - so geht es auch der Meise, die permanent gegen unsere Schlafzimmerscheibe fliegt. Bis zu unserem Aufbruch lichtet es sich nur ein wenig, trotzdem fahren wir wieder auf die Isle Saint Laurent zum Parken, um den Sonntagsmarkt von Chalon zu besuchen. der am Place Saint Vincent an der Kathedrale beginnt mit tollen Ständen - wir haben extra gestern nicht zugeschlagen beim Einkauf, damit wir heute frische Sachen für die Wohnung kaufen können. Beeindruckend ist die Auswahl: Pilze aller Kategorien frisch gesammelt!, Brioche um einen Kegelstumpf gewickelt und gebacken - von uns irrtümlich für Pastetchen gehalten, Honig und natürlich Käse, Käse, Käse. Wir erstehen ein Entrecote, Schalotten, eine Pastetenscheibe (volaille), chevre frais und sec, Akazienhonig sowie ein Bouquet d'ail rosé für Doris.

Brücke über die Soane 'mit Blick auf Chalon'

Brücke über die Soane 'mit Blick auf Chalon'

am Place Saint Vincent

am Place Saint Vincent

Markt vor der Kathedrale

Markt vor der Kathedrale

Brioche auf einem Holzkegel gebacken

Brioche auf einem Holzkegel gebacken

Brücke über die Soane 'mit Blick auf Chalon' - das gleiche Motiv zwei Stunden später

Brücke über die Soane 'mit Blick auf Chalon' - das gleiche Motiv zwei Stunden später

Inzwischen strahlt die Sonne und wir entschließen uns, nach Chagny zu fahren, um den dortigen Antikmarkt zu besuchen. Wir stellen aber wie schon so häufig fest: wir können nichts mehr kaufen! Auf der Rückfahrt werfen wir einen Blick auf das Chateau von Rully http://www.chateauderully.com/ und beginnen danach den Rundgang durch Chalon.

Chateau von Rully - privates Weingut

Chateau von Rully - privates Weingut

Wir beginnen mit der Kathedrale.
(innen, romanische Kapitelle in gotischer Kirche)
das Schicksal von Abel und Kain/ Christus erscheint Maria Magdalena/ Entführung Alexanders/ Entwicklung des y-förmigen Baumes/ Begegnung Christi mit den Jüngern von Emmaus

Die gallo-römische Mauer - Reste in der rue Edgar Quinet - wurde gegen 280-320 in aller Eile zum Schutz gegen die Völkerwanderung errichtet. Es wurde alles verarbeitet - vom großen Steinblock von zerstörten römischen Bauten über kleine Bruchstein und roten Ziegelsteinen.

gallo-römische Mauer

gallo-römische Mauer

Arkaden mit Steintisch und Kellerabgang in der rue des cloutiers

die mittelalterlichen Kellereingänge sind hier noch sichtbar.

die mittelalterlichen Kellereingänge sind hier noch sichtbar.

Das sog. Haus der drei Könige in der Grande Rue hat eine mittelalterliche Fassade, die im 19.Jh. im neogotsichen Stil umgebaut wurde.

Haus der drei Könige

Haus der drei Könige

Der Tour Saudon ist ein weiteres Relikt der gallo-römischen Mauer

Tour Saudon

Tour Saudon

1572 erhielten die Benediktinermönche das recht, auf dem heutigen Rathausplatz ein neues Kloster zu errichten. Ihre Kirche St. Peter wurde 1700-1713 errichtet und ist ein Beispiel für die Architektur der Gegenreformation. Heute ist sie nach wechselvollwer Geschichte Pfarrkirche.

St. Peter

St. Peter

Das Museum Denon liegt direkt gegenüber und bietet Kunstgeschichte in Szene gesetzt. (der Grafiker Vivant Denon gilt als Erfinder des modernen Museums)

Museum Denon

Museum Denon

Für den Nachmittag hatten wir eine spezielle Führung durch das Hospital gebucht, das auf der Isle Saint Laurent liegt. Sie findet nur unter Voranmeldung an Sonntagen statt.

Insel Saint Laurent

Insel Saint Laurent

Da wir noch etwas Zeit haben vor dem Beginn der Führung schauen wir uns noch den Dekanatsturm an, der ursprünglich als Treppenturm am Palast des Dekans der Stiftsherren der Kathedrale diente.
interessante Geschichte:
1907 wurde der Turm Stein für Stein abgebaut und in Paris zum Kauf angeboten. Ein reicher amerikanischer Mäzen, Jay Gould, erwarb ihn und schenkte ihn 1927 der Stadt Chalon zurück, die ihn daraufhin auf der Insel Saint Laurent errichtete.

Dekanatsturm

Dekanatsturm

Das Hospital wurde Anfang des 16. Jh. auf der Insel gegründet. Der Bau der Schwestern, den man gut am gestuften Giebel erkennen kann, stammt noch aus dieser Zeit.

im Bau der Schwestern

im Bau der Schwestern

Leider sollte man nicht fotografieren -aber ..

in der Apotheke

in der Apotheke

im labor der Schwestern

im labor der Schwestern

Nach der interessanten nahezu 2-stündigen Führung in kleiner 'exklusiver' Gruppe kehren wir (müde) zum Auto zurück und suchen noch den Golfplatz auf (Abschlagzeiten vergeben sie nicht) und erkundigen uns nach den Öffnungszeiten des Amaryllis - zu Hause kocht Ulrike dann marktfrisch!

© Herbert S., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Im Sommer haben wir die Idee geboren - bei Chantal und Gilbert in Chalon-sur-Soane das Häuschen mieten und noch einmal durchs Burgund streifen. Nach zehn Jahren erkennen wir vieles wieder, aber finden auch manches Neue.
Details:
Aufbruch: 05.10.2013
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 12.10.2013
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.