Frankreich-Reisebericht :Mit dem Boot von Basel nach Berlin

Etappe 2 / Nancy bis Koblenz

Reiseroute

Tag 17 - 18.06.2017: Koblenz an der Mosel
Tag 15 - 16.06.2017: Cochem an der Mosel
Tag 12 - 13.06.2017: Trier (Deutschland)
Tag 11 - 12.06.2017: Adiö Frankreich, Willkommen Luxemburg
Tag 10 - 11.06.2017: Metz
Tag 7 - 08.06.2017: Nancy / 1 Tag Aufenthalt.

2. Reisebericht

2. Bericht (Nancy-Koblenz)
Freitag, 9.6.2017. Heute haben wir die Stadt Nancy besichtigt. Der Place Stanislav ist sehr prunkvoll, soll einer der schönsten Plätze Frankreichs
sein. Auch die Markthalle ist sehr schön. Einladend zum Einkaufen. Ansonsten ist die Stadt sehr trist. Die einstmals prunkvollen Häuser
sollten dringend renoviert werden. Es hatte auch viele "grüslige" Obdachlose.
Einkaufen im Shoppingcenter. Haben für die Grosskinder schon mal ein Geschenkli gefunden. Auch einen elektrischen Zweiplattenherd haben wir gekauft. Jetzt muss Fredy nur noch den Stecker auswechseln, dann können wir auch selber kochen.
Am Nachmittag waren wir im Aquarium, haben aber schon schönere gesehen.
Heute Abend haben wir selber gekocht, "Chili con Carne".
Abends war es bis 23.00 Uhr sehr laut, vor dem Hafen wurde die Strasse neu geteert.
Morgens um 6.00 Uhr feierte eine Gruppe Jungs und Mädels, nach dem Ausgang, auf Vaters Yacht mit Technomusik weiter.
Samstag, 10.6.2017. Wir mussten bis 9.00 Uhr warten, bis wir fahren konnten, da es bei der Ausfahrt von Nancy eine Schwenkbrücke gab. Mit Video haben die Wärter gesehen, wenn ein Boot kam, dann gingen auf den Strassen die Barrieren runter, die Brücke schwenkte weg und die Autos mussten warten, bis die Boote die Brücke passiert hatten.
Kurz danach konnten wir sehen wie ein Fischer mit einem Fisch an der Angel kämpfte. Er hat es dann geschafft den riesigen Fisch in das Netz zu zerren. Der Fisch war sicher ein Meter gross und mega dick. Leider ist das Foto nicht scharf geworden. Aber aus diesem Dreckkanal hätte ich dieses Tier auch nicht essen wollen.

Schon bald kamen wir in die schöne, breite, ruhige Mosel. Einige Frachtschiffe kamen uns entgegen, mit Schrott oder Kohle beladen.
In Pont à Mousson haben wir übernachtet. Bis jetzt der schönste Hafen mit Wohnmobilabstellplätzen. Der Hafenwart war zwar ein Brummli.
Nach dem Essen im Hafenrestaurant sind wir mit dem Velo noch an die Kilbi ins Stätdli gefahren. Haben dort noch etwas getrunken. Auf dem Heimweg haben wir dann so ziemlich alles gemacht, was Gott auch in Frankreich verboten hat: Kein Licht dabei, auf dem Trottoir in die Einbahn gefahren. Oje ein Polizeiauto kam uns promt entgegen. Aber die wollten nichts von uns wissen. "Glück gehabt".
Es gab einen wunderschönen Mondaufgang.
Sonntag, 11.6.2017. Das erste Mal konnten wir lange schlafen. Nach dem Frühstück, "Fredy holt immer frisches Brot", haben wir das Boot fahrtüchtig gemacht.
Dann hatten wir eine sehr entspannte, schöne Fahrt nach Metz.
Auf der Fahrt haben wir eine ca. 1 Meter lange Schlange im Wasser schwimmen gesehen. Es hat auch viele Fischreiher, Schwäne, Enten und Kormorane. Eine Krähe haben wir beobachtet, wie sie sich ein kleines, junges Entlein schnappte.
Der Hafen von Metz liegt direkt unterhalb von der Stadt. Zu Fuss 5 Minuten.
Metz ist eine sehenswerte Stadt, mit vielen schönen Pärken und Plätzen.
Auch den Chinesen ist diese Stadt schon bekannt.
Mit dem Velo haben wir eine Stadtbesichtigung gemacht.
Leider haben wir nicht gut geschlafen. In der Nähe war eine Disco mit lauter "bumbum Musik", da nützten auch die Ohrstöpsel nichts.
Auch von der nahen Autobahn hörte man die ganze Nacht die Lastwagen brummen. (Also ich habs gehört, Fredy hat geschlafen).

Montag, 12.6.2017. Wegen der schlechten Nacht haben wir uns entschieden weiterzufahren.
Eigentlich wäre für heute ein Generalstreik von den Schleusenangestellten von Frankreich angesagt. Dies hatte uns wenigstens der Hafenwart von Nancy gesagt. Der Hafenwart von Metz jedoch, wusste nichts davon. Er hat den Chef der nächsten Schleuse angerufen. Der Streik ist nun vom 21. - 23.6.2017 angesagt.
Wir mussten 5 Schleusen machen. Bei jeder mussten wir warten bis ein Frachtschiff kam, dann konnten wir hinter diesem in die Schleuse.
In Deutschland sind die Schleusen gratis. Für Frankreich mussten wir eine Vignette kaufen. Preis 1 Monat 104 Euro.
Die Gegend hat sich verändert. Es kamen die ersten Rebberge, in denen die ersten Moselweine wachsen. Übrigens gar nicht schlechter Wein.
Inzwischen haben wir Frankreich verlassen und sind nun in Luxemburg. Im Hafen Schwebsange haben wir übernachtet. Ein sehr schöner Camping und Hafen. Gegessen haben wir im einzigen Restaurant im Dorf. Es war ein Highlight.
Einkaufsmöglichkeiten gibt es nicht im Dorf. Also kein frisches Brot am Morgen. Nicht einmal der Campingladen verkauft frisches Brot. Komisch?
Dienstag, 13.6.2017. Vor der Weiterfahrt haben wir noch Diesel aufgetankt, dieser ist tatsächlich sehr billig. 1 Liter = 0.948 Euro.
Wir haben uns für einen Hafen in Konz (schon wieder in Deutschland), 10 Kilometer vor Trier, entschieden. Zuerst mussten wir wieder einkaufen. Unser Kühlschrank ist klein und halt bald wieder leer.
Dann fuhren wir mit dem Velo bis Trier, natürlich der Mosel entlang. Die Stadt ist sehenswert. Schön renovierte alte Häuser, jede Menge Restaurants und Eisdielen.

Hier fand ein Sportanlass für Behinderte und Nichtbehinderte statt. Ab 18.00 Uhr gab es am Domplatz Tanz- und Gesangsaufführungen. Unter anderen trat dabei Gildo Horn auf. Pahh, das ist doch eine Sensation, oder?
Mit einem Schweizer "Päärli" haben wir gegessen. Es war sehr amüsant mit Würstli-Beat und Doris (Beat hat ohne etwas zu essen, nur immer von seinen Würstlis geschwärmt, die im Wohnmobil auf ihn warten). Und das Wetter ist einmalig schön.
Mittwoch, 14.6.2017. Weiterfahrt an den Weinbergen der Mosel entlang. Dazwischen hat es immer wieder "herzige" Dörflis. Ich möchte so viele Häuser fotografieren die mir gefallen.
Nachmittags sind wir im Hafen in Neumagen angekommen. Für die einen gabs ein grosses Bier und für die anderen eine grosse Limo Citro.
Dann erforschten wir das Städtli. Es ist das kleinste Weindorf an der Mosel. Hier gibt es Strassenwirtschaften, bei uns Besenbeizen genannt. Alle Sorten Weine kosteten pro Glas (2 dl) 3 Euro. Wir mussten natürlich auch einkehren, der Wirt war sehr gesprächig. Er erzählte uns, dass er seine Frau aus dem Nachbardorf nur geheiratet habe, damit er zu einem Weingut gekommen sei. Er ist inzwischen 68 und hat 5 Enkel mit der gleichen Frau. In diesem Dorf wird viel untereinander geheiratet. Das frische Blut fehlt, darum gibt es Leute die seien so blöd und könnten nicht mal eine Telefonnummer einstellen, sagt unser gesprächiger Wirt.
Danach haben wir am Hafen unseren Tisch und zwei Stühle unter einen grossen Baum gestellt und unser Essen auf dem Tischgrill zubereitet.
Donnerstag, 15.6.2017. Fronleichnam. Auf der Weiterfahrt mussten wir wieder einige Schleusen passieren. Es hatte meistens zwei Schleusen, eine für die Frachter und eine kleine Schleuse von 18 Metern mit Selbstbedienung für die Sportboote. Bei einer Schleuse waren wir mit 9 Kajaks drin. Sie wollten zuerst alleine in die Schleuse. Als wir mit ihnen plauderten fanden sie uns nett und wir konnten als erste rein und alle 9 fanden in zwei Reihen hinter uns Platz.

Wir haben uns für den Hafen in Traben-Trarbach entschieden. Sehr schöner Hafen, gratis Velos, Standuppadeling und WLAN, das zum ersten Mal funktionierte. Gegen Abend wurden schwere Gewitter mit Sturm und Hagel angesagt. Wir glaubten es nicht recht und sind trotzdem mit dem Velo ca. 3 km nach Traben-Trarbach geradelt. Auf der Fahrt hat es nur getröpfelt, das war schon alles.
Schade waren wegen Fronleichnam die Geschäfte geschlossen.
Haben dort sehr gut gegessen.
Am Morgen wurden wir von den Fröschen geweckt.
Freitag, 16.6.2017. Das Ziel für heute ist das Städtchen Cochem. Wir kommen an vielen schmucken Dörfchen vorbei. Auch gibt es hier vermehrt Campingplätze. Der Verkehr mit den Frachtern hat auch zugenommen. Weil es ein verlängertes Wochenende ist, sind viele Sportböötler, Kanufahrer, Ruderer und Jetskis unterwegs.
Wir mussten nur 3 Schleusen passieren. Normalzeit pro Schleuse ca. 30 Minuten. Bei der 2. mussten wir anstehen und brauchten dafür 2 1/4 Stunden.
Wir kamen aber trotzdem ans Ziel. Der kleine Hafen von Cochem, ist sehr schön gelegen, mit super Aussicht auf die Reichsburg. Der Hafen selber ist sehr alt und mit morschem Holz verkleidet. Ein 2 Meter langes Brett fiel gerade ins Wasser.
Im Städtchen gab es ein Weinfest. Wir haben dort einen sehr guten Rotwein getrunken und versch. Speisen probiert. Um 22.30 Uhr gab es ein Feuerwerk. Vom Boot aus hatten wir eine super Sicht.
Samstag, 17.6.2017. Da der Hafen nichts bietet, kein Trinkwasser, kein WC, noch Duschen, haben wir uns entschlossen weiterzufahren. Zuerst besichtigten wir noch das Städtli und die Reichsburg. Es hat eine Menge Touristen, vorwiegend Alte, die mit dem Flussfahrtschiff oder mit dem Car anreisten.
Um 14.00 Uhr fuhren wir los bis nach Brodenbach, ein kleiner schöner Hafen und Clubhaus mit Waschmaschine. Da haben wir das erste mal gewaschen.
Essen wollten wir in einer umgebauten Mühle. Leider hatte es keinen Platz mehr für uns. Wir waren dann in einer Pizzeria an der Mosel. Wir waren vorerst fast die einzigen Gäste in der Gartenwirtschaft. Plötzlich machte es "wusch" und der ganze Garten war voll. Armer Kellner, er war total überfordert. Am liebsten hätten wir ihm geholfen.
Sonntag, 18.6.2017. Letzter Tag auf der Mosel. Wir geniessen noch das ruhige Wasser und die schönen Dörfchen. Heute müssen wir nur 2 Schleusen machen. Bei der 1. waren wir ganz alleine, bei der 2. Schleuse mussten wir in die grosse Schleuse. Zuerst ein Frachter, dann hatte es noch Platz für 5 Sportboote. Kurz nach dieser Schleuse waren wir im Rhein, mitten in der Stadt Koblenz. Und plötzlich ändert sich unsere Fahrt in Richtung Norden gewaltig (siehe nächster Bericht).

Koblenz. Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein.

Koblenz. Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein.

Warten an der Schleuse. Zeit zum Karten studieren.

Warten an der Schleuse. Zeit zum Karten studieren.

16.06.2017
Reichsburg in Cochem

16.06.2017
Reichsburg in Cochem

Reichsburg bei Nacht

Reichsburg bei Nacht

Feuerwerk über Reichsburg.
Extra für uns?

Feuerwerk über Reichsburg.
Extra für uns?

10 Boote in einer kleinen Schleuse.

10 Boote in einer kleinen Schleuse.

Eines von vielen gewaltig schönen Häuser an der Mosel.

Eines von vielen gewaltig schönen Häuser an der Mosel.

Diese Häuser liebe ich. Fredy zieht es in die Biergärten.

Diese Häuser liebe ich. Fredy zieht es in die Biergärten.

Die kleinste Weinstube im kleinsten Weindorf an der Mosel in Neumagen

Die kleinste Weinstube im kleinsten Weindorf an der Mosel in Neumagen

Entlang der Mosel gibt es nur Wein.

Entlang der Mosel gibt es nur Wein.

Gildo Horn war auch hier.

Gildo Horn war auch hier.

13.06.2017
Städtchen Trier in Deutschland

13.06.2017
Städtchen Trier in Deutschland

12.06.2017
Schwebesange in Luxemburg.
Diesel für 94,8 Cent je Liter getankt.

12.06.2017
Schwebesange in Luxemburg.
Diesel für 94,8 Cent je Liter getankt.

Die ersten Reben vom Moselwein

Die ersten Reben vom Moselwein

11.06.2017
Städtchen Metz

11.06.2017
Städtchen Metz

Mondaufgang in Port à Mousson

Mondaufgang in Port à Mousson

Wohnboote bei Nancy

Wohnboote bei Nancy

Foto vom französischen Oberlauf der Mosel

Foto vom französischen Oberlauf der Mosel

© Susanne Gosso, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir Fahren mit unserem Boot von Basel über Frankreich bis nach Berlin und wieder Zurück. Für diese Abenteuerreise nehmen wir uns 3 Monat Zeit.
Details:
Aufbruch: 03.06.2017
Dauer: 3 Monate
Heimkehr: 02.09.2017
Reiseziele: Schweiz
Deutschland
Frankreich
Belgien
Der Autor
 
Susanne Gosso berichtet seit 6 Monaten auf umdiewelt.