Großbritannien-Reisebericht :One Love

fish `n chicks – und grosse vogel kacke

bristol - smile...

bristol - smile...

bristol - ältestes pub in town

bristol - ältestes pub in town

liverpool - alfred dock

liverpool - alfred dock

liverpool - hafen

liverpool - hafen

BEATLES

BEATLES

LIVERPOOL FC

LIVERPOOL FC

der flug nach london startete verspätet, so landete er auch folgerichtig später – bei unüblich sommerlichen 27 grad und prallem sonnenschein. doch das war mir ziemlich egal, schliesslich hatte ich ein hostel ausserhalb london gebucht und ausser schlafen und erholen war eigentlich nichts anderes angesagt. dennoch war mir der jetlag ins gesicht geschrieben, mit meinen haaren sah ich aus wie der letzte struwwelpeter. auch 12 stunden dauerschlaf halfen nicht wirklich und ich sollte noch einige tage den jetlag mit mir herumschleppen.
hounslow, ein multikultureller vorort von london, mögen wohl die wenigsten leute. ein typischer englischer vorort mit vielen chav’s (menschen der unterschicht, welche meistens im trainings anzug herumlaufen und jedes zweite wort „fuck“ beinhaltet), vielen obdachlosen, alkis am laufmeter und ausländer. die meisten der letztgenannten stammen aus indien, pakistan, polen oder aus dem asiatischen raum. ich ass jeweils frühstück bei einem somali und der zufall wollte es, dass ein herr sich neben mich setzte, dem äusseren anschein nach ein moslem. es stellte sich schliesslich heraus, dass er in zanzibar geboren wurde. „zanzibar, ich liebe diese insel“ sprudelte es aus mir raus und schon starteten wir eine eindrucksvolle stündige konversation. herrlich, solche situationen schenken einem nur das reisen! das hostel in hounslow war jedoch eine ziemliche zumutung, viele alkis und andere verwirrte personen hausten darin, so dass ich nicht unglücklich war, am nächsten tag die hauptstadt schon wieder zu verlassen. eine neue epoche hatte begonnen und ich reiste meine restlichen tage im britischen königreich mit den öffentlichen bussen. gesagt, getan… und schon kurz darauf sass ich im bus nach bristol. was für eine wunderschöne stadt, der hafen und die kanäle erinnerten mich an hamburg und die milden temperaturen eher an südfrankreich als südengland. ich ertappte mich einige male, als ich die netten häuser anschaute, wie ich mich selber fragte, ob ich vor 3 jahren anders entschieden hätte, wenn fiona (meine ex-freundin) in bristol gelebt hätte. naja, genug in nostalgie geschwelgt. denkste! abends traf ich martin, welchen ich vor 14 jahren in südafrika kennen lernte und seither nicht mehr gesehen hatte. er zeigte mir einige gute spots in bristol, aber vor allem hundert jahre alte pubs und die mussten natürlich alle so richtig ausgekostet werden. es war noch alles gleich, wie vor 14 jahren, selbst das aussehen. lediglich ein bisschen mehr graue haare!

die fahrt nach liverpool dauerte 5 stunden und beinhaltete einen zwischenhalt in birmingham. die erste fahrt war frühmorgens und ein inder der mich voll laberte war nicht unbedingt das, was man sich zum frühstück wünschte. speziell da er nicht begreifen wollte, dass ich nicht von england bin und er mir ununterbrochen fragen über england stellte… auf der zweiten fahrt teilte uns ein junger engländer am telefon ziemlich lautstark sein ganzes liebes-leben mit. seine aussprache war aber so wenig jugendfrei wie lack & leder für einen 10 jährigen. dass ein kleines mädchen gleich eine reihe vor ihm sass, schien ihn bedenklich wenig zu stören.
liverpool – home of lfc und von den beatles. die vorfreude war gross und gleich nach ankunft suchte ich den cavern club auf. der club, in welchem die beatles gross und bekannt wurden. bereits am frühen nachmittag ging da ordentlich die post ab, also gesellte ich mich dazu. mit guinness in der hand und zu klängen wie „hey jude“ oder „i wanna hold your hand“ liess ich mich nieder und genoss die atmosphäre für einige stunden.
und endlich hatte ich wieder meine fish & chips, mein guinness bier oder meine geliebte britische musik! generell musste ich erneut feststellen, dass der eindruck über grossbritanien, den viele zu hause zu gedenken pflegen, absolut falsch ist. keine schönen städte? schwachsinn! keine essens kultur? bullshit! keine schönen frauen? naja, immer geschmacks sache, aber ich behaupte erneut – total falsch! keine kultur? falsch, falsch, falsch... alleine liverpool bewies das totale gegenteil für mich und seinen wir ehrlich, liverpool ist jetzt nicht gerade bekannt als eine schönheit!
die vorfreude auf das anfield stadium war riesig, leider wurde das stadion zur zeit umgebaut, so dass neben dem museum alles geschlossen war. wie gerne hätte ich die spielstätte nicht nur von aussen gesehen, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. das nächste mal dafür inklusive einem live spiel!
weiter stand das beatles museum und die alfred docks auf dem programm und rundeten einen gelungenen aufenthalt in dieser schönen westenglischen stadt ab. halt, nicht ganz! denn meine letzte nacht fiel auf einen freitag und auf einmal trafen horden von gruppen ein, meist männliche. och nein, das durfte jetzt nicht wahr sein. junggesellenabschiede am laufmeter. und in england hiess das; pressen, pressen und nochmals pressen. bis nichts mehr rein passte. ich rechnete mir aus, dass nun mein dorm voll sein wird mit vollen und kotzenden englischen jungs, also entschloss ich auch aus zu gehen und mir einige biere in mich hinein zu schütten, damit ich dann besser schlafen konnte. aber überall wo ich hinging wurde gepoltert. nachdem sich schon etliche jungs vollgerotzt hatten und sich mädels kaum mehr auf ihren hohen heels halten konnten plus ich ein bisschen intus hatte, zog ich mich zurück. und der raum war leer! das hostel liess offensichtlich reisende und partysuchende getrennt schlafen, wofür ich sehr dankbar war. als dann ein deutscher junge und ein chinese sich im zimmer dazugesellten, tranken wir zusammen noch ein bierchen und quatschten fast die ganze nacht durch.

nächster halt war preston, wo ich james und sean vom afrika abenteuer 2010/2011 wieder traf. ich nächtigte bei james und seiner lieblichen verlobten gemma und hatten gleich am ersten abend ein bbq mit seinen freunden. gutes essen, gute leute und viele alte geschichten aus unserer gemeinsamen zeit in afrika. gosh, wie schön kann das leben sein. ganze drei tage schwelgte ich in dieser vergangenheit und auch hier, obwohl es schon bald 6 jahre her sind; nichts, aber gar nichts, hat sich seither verändert. immer noch veräppelten wir uns gegenseitig ununterbrochen und wir benahmen uns teilweise wie die grössten kindsköpfe. aber hey, ich habe mir inzwischen geschworen, nie wieder erwachsen zu sein. es bringt einfach nichts, man macht sich dadurch nur selber fertig. ich halte es für viel wichtiger, all seine mitmenschen zu respektieren, dann regelt sich alles andere von sich selbst. ich hoffe, ich werde für immer ein junge bleiben! mindestens in der denkweise!
gutgelaunt und doch traurig, diese netten leute verlassen zu müssen, machte ich mich später über bolton, manchester und leeds auf den weg nach york. während manchester und leeds typische englische arbeiter städte waren, hatte mich york mit ihrer schönheit weggehauen. york bot viel geschichte mit den schlössern, burgen und der super langen steinmauer, welche früher als schutzwall gedacht war. den tower besuchte ich ebenfalls, schliesslich war der ort ein knackpunkt im film brave heart. doch im museum kein wort davon, lediglich dass york vor langer zeit an die vikinger fiel und bis heute noch teilweise normannischen einfluss hat. also googelte ich die geschichte um william wallace und musste enttäuscht feststellen, dass der film auf vielen unwahrheiten und fehlern basierte, york wurde nie von den schotten eingenommen. schade. liess mich dadurch aber nicht unterkriegen und suchte mir einige pubs im ort auf, gewisse sind älter als die vereinigten staaten von amerika. live musik, gute leute um mich herum und leckeres bier in einer historischen stadt. was wollte ich noch mehr?
die bereits letzte station vor schottland war newcastle. eine stadt, welche ich bereits von der rugby wm her kannte. die ganze fahrt über middlesbrough und sunderland regnete es und die geordie-stadt erwartete mich mit sonnenschein. also machte ich mich gleich auf, um die seltenen sonnenstrahlen in england aufzusaugen. und stellt euch vor, ich sass da gemütlich und genoss die wärme, dann klatschte da eine richtig grosse ladung möven kacke auf mich runter. nein, ich sass da nicht alleine, dutzende andere leute hätte es auch treffen können. aber es traf mich! und wie; kopf, nacken, shirt, shorts, arme, beine und handy. glück muss man haben… kurz darauf setzte der übliche regen ein und ich erreichte mein hostel ziemlich nass. und wäre das nicht genug, hatte ich ein bettnachbar im bett unter mir, der auf die krasseste weise stank und noch krasser schnarchte oder grunzte. ich musste zu wundermittel greifen – nahm ein t-shirt und besprühte es mit parfüm und probierte so schlaf zu finden, indem ich shirt auf mein gesicht legte. als ich mich endlich an den gestank und das schnarchen gewöhnt hatte, drehte plötzlich eine andere person im dorm am rad. eigentlich ein mann, der aber lieber eine frau sein möchte, fing an zu schreien und argumentierte lautstark gegen den krieg, komische zuckungen begleiteten sie/ihn nebenbei. ich bin ja auch für den weltfrieden, aber morgen um 3.30 uhr war das dann doch zu viel… und wie sagt man, vogel scheisse soll glück bringen. na toll, davon habe ich aber bisher wenig bemerkt…

york - im hintergrund das minster

york - im hintergrund das minster

york tower

york tower

york - die grosse mauer!

york - die grosse mauer!

© Markus Knüsel, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
be travel, be knüsi - 12 monate pures reiseabenteuer
Details:
Aufbruch: 14.11.2015
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: 13.09.2016
Reiseziele: Schweiz
Kenia
Tansania
Malawi
Sambia
Simbabwe
Mosambik
Südafrika
Neuseeland
Tonga
Vereinigte Staaten
Großbritannien
Irland
Belgien
Deutschland
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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