Albanien-Reisebericht :Mit Kind und Kegel in den Süden

Albanien: Ksamil, 22.5.-25.5

Nach dem kurzen Ausflug ins Landesinnere hat es uns dann doch noch einmal an die Küste gezogen. Vom Fahren her eigentlich nicht der intelligenteste Weg, weil wir noch einmal über die Berge nach Sarande mussten, und die Alternative von Gjirokaster direkt nach Griechenland, wo wir im Endeffekt hinwollen, sehr viel besser ausgebaut ist. Aber egal, im vernünftige Entscheidungen treffen sind wir nun mal keinen Weltmeister, also wieder über den Muzina Pass, diesmal allerdings bei Sonnenschein. Man konnte nun tatsächlich das Drinostal sehen, wie wir es eigentlich bei der Fahrt nach Gjirokaster schon gerne gehabt hätten.

Auf dem Weg zum Muzinapass

Auf dem Weg zum Muzinapass

Blick ins Drinostal

Blick ins Drinostal

Und auf der anderen Seite geht es wieder hinunter, hinten kann man schon das Meer sehen.

Und auf der anderen Seite geht es wieder hinunter, hinten kann man schon das Meer sehen.

Immer wieder kommt der rote Sandstein durch.

Immer wieder kommt der rote Sandstein durch.

Blue Eye

Auf der anderen Seite des Muzinapasses kommt man ja wieder beim Blue Eye vorbei, und da heute die Sonne scheint, konnten wir uns den Abstecher diesesmal nicht entgehen lassen. Nach Bezahlen von den obligatorischen 200 Lek Eintrittsgebühr kommt man über eine Schotterpiste zu einem kleinen Parkplatz, von wo es nur noch ein paar Minuten zu Fuss zum Blue Eye sind. Und wenn man dann vor dieser Quelle steht, wo fast 8 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nach oben gedrückt werden, ist es sofort klar, woher die Quelle ihren Namen hat. Das Wasser schimmert in einem hellen Blauton, den man in einem Fluss sonst nicht sieht. Dieses Schauspiel haben wir aber nicht alleine genossen. Anscheinend war an diesem Tag grosser Ausflugstag für die albanische Jugend. Busweise kamen immer mehr Leute an und haben das Blue Eye belagert. Das Restaurant, wo wir eine Kleinigkeit essen wollten, war dadurch auch komplett überfordert, und wir haben die Rückweg schlussendlich mit leerem Magen angetreten.

Am Eingang zum Blue Eye

Am Eingang zum Blue Eye

Das Blue Eye, eine der Quellen der Bistrica. Es werden hier 8 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nach oben gedrückt.

Das Blue Eye, eine der Quellen der Bistrica. Es werden hier 8 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nach oben gedrückt.

Es gab ein ständiges Kommen und Gehen von albanischen Teenagern

Es gab ein ständiges Kommen und Gehen von albanischen Teenagern

Die Bistrica beim Blue Eye

Die Bistrica beim Blue Eye

Ksamil

Danach sind wir über Sarande nach Ksamil gefahren, und dort zum Ksamil Caravan Camping. Das ist ein kleiner pirvater Campingplatz, wo man mit dem Auto im Garten von Alaksander und Linda steht. Die beiden betreiben gemeinsam mit ihrer Familie den kleinen Platz, und sind sehr um ihre Gäste bemüht. Als Begrüssung gibt es für alle Eiskaffee! Wir haben auch erfahren, dass seit einigen Tagen die griechischen Grenzbeamten streiken, und wir deshalb von Gjirokaster gar nicht nach Griechenland fahren hätten können. Damit war die Entscheidung, wieder an die Küste zu fahren, goldrichtig gewesen.

Campingplatz von Aleksander und Linda

Campingplatz von Aleksander und Linda

Wir haben uns die Umgebung des Campingplatzes ein wenig angesehen, dabei fallen sofort die vielen Rohbauten und auch kaputten Häuser auf. Da wurden im Auftrag der Regierung vor ein paar Jahren alle Bauten ohne Baugenehmigung von einem Tag auf den anderen unbewohnbar gemacht. Den Tag haben wir mit einem Abendspaziergang ausklingen lassen. Dabei konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten, richtig kitschig und atemberaubend!

Steine werfen ist immer noch eine beliebte Beschäftigung.

Steine werfen ist immer noch eine beliebte Beschäftigung.

Halbverfallene Bauten sieht man in Ksamil sehr oft.

Halbverfallene Bauten sieht man in Ksamil sehr oft.

Sonnenuntergang, ohne Worte

Sonnenuntergang, ohne Worte

Werkstatt, die zweite

Der Morgen danach war auch atemberaubend, aber in einem anderen Sinn. Beim obligatorischen Kontrollblick unters Auto hat Markus gesehen, dass das Getriebe irgendwo ein wenig Öl verliert. Also führte wohl wieder kein Weg an einem Werkstattbesuch vorbei. Von Aleksander bekamen wir eine Empfehlung, Arjan Service in Sarande, und er hat dann auch gleich angerufen und Markus angekündigt. Arjan selbst spricht praktisch kein Englisch, also hat der google translator herhalten müssen. Albanisch zu Englisch ist jetzt anscheinend nicht so seine Stärke, die Sätze waren etwas seltsam. Aber jedenfalls sind „leakage“ und „replace differential“ drei Worte, die man nicht zusammen in einem Satz lesen will. Habe ich aber. Gut, er hat aber gerade viel Arbeit gehabt, also gab es einen Termin für den Nachmittag. Termin ist allerdings auf albanisch zu verstehen, das hat nur bedeutet, dass ich nicht die ganze Zeit dort sitzen muss, sondern zu Mittag noch einmal kommen kann, und dann nur den Nachmittag dort sitzen muss. Die paar Stunden Wartezeit hab ich mit Fussballspielen mit Arjans Sohn, Ziegenhirten beobachten, in die Landschaft schauen, und den Mechanikern bei der Arbeit zusehen verbracht. Schlussendlich bekam ich eine neue Abdichtung des Differentials, inklusive neuem Simmering, inklusive Bremsencheck und ein wenig neuer Bremsflüssigkeit. Dann die Rechnung: 3300 Lek, also umgerechnet knapp 23 Euro. Da hab ich mir vorgenommen, wenn wir beim Rauffahren wieder durch Albanien kommen, ein solides Service mit allem drum und dran machen zu lassen. Günstiger wird’s sicher nirgends.

Diesmal in einer richtigen Werkstatt

Diesmal in einer richtigen Werkstatt

Und es war diesmal die linke Seite dran

Und es war diesmal die linke Seite dran

Weil die Aktion in der Werkstatt dann doch den ganzen Tag gedauert hat, sind wir noch einen Tag länger in Ksamil geblieben, haben mit Georg ein wenig im Meer geplantscht und haben uns noch die Strandpromenade angesehen. Dort ist zwar im Moment praktisch noch alles zu, aber es reiht sich Bar an Bar, und man kann sich gut vorstellen, wie in der Hochsaison hier bei den einheimischen Urlaubern die Post abgeht.

Badetag

Badetag

Sandburgen wurden auch gebaut. Es reichte allerdings nur zu einem kleinen Turm, zu dem Georg dann "Dingdong" sagt, bevor er ihn umschmeisst.

Sandburgen wurden auch gebaut. Es reichte allerdings nur zu einem kleinen Turm, zu dem Georg dann "Dingdong" sagt, bevor er ihn umschmeisst.

Eine Bucht von Ksamil

Eine Bucht von Ksamil

Die Sonnenschirme und Liegen stehen schon, die Touristen lassen noch ein wenig auf sich warten

Die Sonnenschirme und Liegen stehen schon, die Touristen lassen noch ein wenig auf sich warten

© Julia und Markus, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Monate Zeit, ein altes Wohnmobil unter dem Hintern, Nachwuchs eingepackt, und nur einen ungefähren Plan. In den Süden ans Meer soll es gehen, Montenegro, Albanien, Griechenland, vielleicht Türkei. Mal sehen wo es uns dann wirklich hintreibt. Hier zum Mitlesen.
Details:
Aufbruch: 10.04.2016
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 15.08.2016
Reiseziele: Kroatien
Montenegro
Albanien
Griechenland
Slowenien
Österreich
Der Autor
 
Julia und Markus berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Julia und über sich:
Geboren in Wien und Neumarkt, aufgewachsen im Mühlviertel und der Oststeiermark, haben wir uns in Graz, als goldener Mitte sozusagen, auch wenns geographisch nicht ganz stimmt, getroffen. Eine wunderbare Stadt übrigens, und nach einigen Jahren in der Ferne sind wir wieder hierher zurückgekehrt. Es zieht uns aber trotzdem immer wieder raus, neuerdings sogar mit Anhang.