Kroatien-Reisebericht :Mit Kind und Kegel in den Süden

Kroatien: Pelješac Halbinsel, 2.5.-5.5.

Wir haben unsere Sachen in Split wieder ins Auto gepackt und haben uns wieder auf den Weg gemacht. Wir haben nicht die Autobahn genommen, weil die erstens relativ teuer ist und wir zweitens noch etwas von der Küste sehen wollten. Wir sind also die sogennante Makarska Riviera gefahren, eine tolle Steilküste mit kleinen Orten, leider mit dem Wohnmobil nicht sehr zugänglich, weil die Zufahrten oft sehr steil und eng sind. Wir haben uns daher eher aufs Fahren verlegt, und haben die Eindrücke auch so genossen.

Kurz vor Makarska stellte sich dann allerdings die Frage, wie wir denn unser eigentliches Ziel für heute, nämlich Orebić auf der Pelješac Halbinsel erreichen sollten. Es gibt zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man die Küste Runterfahren und dann auf der Halbinsel die gleich Strecke wieder rauf, oder man nimmt die Fähre und schippert rüber. Fahren ist billiger, dafür länger, die Fähre fährt aber auch nur zweimal am Nachmittag. „Eine Bootfahrt, die ist lustig, eine Bootfahrt, die ist schön“, also Fähre. Dazu waren wir aber zeitlich schon relativ knapp dran, und wir sind deshalb bei Brela auf die Autobahn abgebogen. Das hat auf der Karte einfacher als in Wirklichkeit ausgesehen, hier wären Strassenkarten mit Höhenlinien hilfreich gewesen. Man kann nich einfach so von der Küste zur Autobahn, nein, man muss eine steile Schnellstrasse zu den Bergen hoch. Fünfter Gang, vierter Gang, dritter Gang, irgendwo bei 50 km/h hat sich ein stabiles Gleichgewicht von Motor und Schwerkraft einstellen können. Der Blick ging aber immer wieder in den Rückspiegel, ob nicht doch schwarzer oder weisser Rauch aus dem Auspuff kommt. Langsam, aber doch, hat uns unser Bus nach oben gebracht, wo noch ein langerTunnel unter dem dalmatischen Küstengebirge zu durchqueren war. Danach öftnet sich aber die Landschaft, und man fährt durch sehr einsames aber wunderschönes Hinterland. Erst bei Ploće, dem Fährhafen, erreicht man wieder die Küste. Und was soll ich sagen, 14:15 geplante Abfahrt, und wir stehen um 14:05 am Kai. Aber noch keine Tickets, also zum Schalter - „Run!“ meinte der Matrose beim Schiff nur. Einige Kuna abgedrückt, wieder zurück, und um 14:10 stehen wir auf der Fähre nach Tripanj auf der Halbinsel Pelješac. So sparen wir uns 2 Stunden Fahrt und wahrscheinlich eine Menge Nerven. Es hat dann während der Überfahrt wieder so richtig zu schütten begonnen, und zurück an Land sind wir direkt nach Orebić gefahren um uns auf einem Campingplatz einzuquartieren. Es ist dann das Camp Nevio geworden, und das tolle daran, dort gibt’s sogar einen Kindersanitärbereich! Für Georg eine willkommene Abwechslung, er hat wieder einmal eine Badewanne zum Planschen.

Auf der Fähre nach Trapnj beim Auslaufen

Auf der Fähre nach Trapnj beim Auslaufen

Campingplatz Nevio, mit direkter Sicht aufs Meer...

Campingplatz Nevio, mit direkter Sicht aufs Meer...

...und eine kleine vorgelagerte Insel mit Leuchtturm

...und eine kleine vorgelagerte Insel mit Leuchtturm

Am Campingplatz gibts einen Kindersanitärbereich. Georg wollte unbedingt aufs Klo, war aber falscher Alarm. Windelfrei sind wir noch nicht.

Am Campingplatz gibts einen Kindersanitärbereich. Georg wollte unbedingt aufs Klo, war aber falscher Alarm. Windelfrei sind wir noch nicht.

Badespass in der Wanne

Badespass in der Wanne

Orebić

„Kommen Sie nach Orebić, wir haben alles was Sie für Ihren Urlaub brauchen“, heisst es in der Broschüre von der Touristeninfo, und damit haben sie auch ziemlich recht. Kristallklares Wasser, Tauchen, Surfen, der Plavac Mali ist ein exzellenter Wein, die Berge hinter der Stadt sind ideal zum Mountainbiken und Wandern, Kalkstein zum Klettern. Okay, Schifahren war nicht auf deren Liste, aber man kann dann doch nicht alles haben.

Am nächsten Tag kam dann die Sonne raus, und wir haben einen Spaziergang zu einem Kloster über der Stadt gemacht. Von dort sieht man sehr schön auf die gegenüberliegende Insel, Korčula. Georg muss aber mindestens einmal am Tag ans Meer, sonst wird er ganz unrund – er sagt jetzt übrigens auch schon „Meer“ und nicht nur „Wasser“. Also sind wir nach Orebić rein und haben uns beim Eisstand ans Meer gesetzt. Wieder mal alleine. Es ist nicht viel los um die Jahreszeit und wir empfinden es als echt angenehm, wenn weniger Leute unterwegs sind.

Unser Ziel, das Kloster oberhalb von Orebić

Unser Ziel, das Kloster oberhalb von Orebić

Anfahrt mit dem Rad am Hafen vorbei

Anfahrt mit dem Rad am Hafen vorbei

Dann weiter zu Fuß auf einem schönen Weg durch den Wald

Dann weiter zu Fuß auf einem schönen Weg durch den Wald

Und falls es brennt, haben die Kroaten auch Wassertonnen aufgestellt.

Und falls es brennt, haben die Kroaten auch Wassertonnen aufgestellt.

Fast oben

Fast oben

Man sieht auf der einen Seite bis Montenegro...

Man sieht auf der einen Seite bis Montenegro...

... und auf der anderen die Insel Korčula ...

... und auf der anderen die Insel Korčula ...

... mit der Stadt Korčula.

... mit der Stadt Korčula.

Beim Kloster

Beim Kloster

Auch dort oben gibt es Steine zum runterschmeissen

Auch dort oben gibt es Steine zum runterschmeissen

Und wieder nach unten, diesmal über die Strasse, weil wir vor lauter schauen die Abzweigung in den Wald versäumt haben.

Und wieder nach unten, diesmal über die Strasse, weil wir vor lauter schauen die Abzweigung in den Wald versäumt haben.

Wieder in der Stadt ist dann Zeit für ein Eis.

Wieder in der Stadt ist dann Zeit für ein Eis.

Beim Strand vom Campingplatz

Beim Strand vom Campingplatz

ohne Worte

ohne Worte

Korčula

Gleich gegenüber auf der gleichnamigen Insel liegt die mittelalterliche Stadt Korčula. Mit dem Linienboot ist man in ca. 20 Minuten drüben, also perfekt für einen kleinen Ausflug. Obwohl das Wetter nicht so gut war, haben wir in der Früh unsere Sachen gepackt, sind mit dem Rad zum Hafen gefahren und dann gings los nach Korčula. Tolle Stadt, schon jetzt einige Touristen. Da will man gar nicht wissen, wie es im Sommer aussieht. Die vielen Souvenir- und Schmuckläden lassen es aber erahnen.

Mit der Fähre geht es rüber nach Korčula

Mit der Fähre geht es rüber nach Korčula

Die Stadt vom Schiff aus gesehen.

Die Stadt vom Schiff aus gesehen.

Enge Gässchen, mit vielen Stufen.

Enge Gässchen, mit vielen Stufen.

Gottseidank haben wir uns für die Trage entschieden, mit dem Kinderwagem wäre das eine Tragödie geworden.

Gottseidank haben wir uns für die Trage entschieden, mit dem Kinderwagem wäre das eine Tragödie geworden.

Stadttor von innen...

Stadttor von innen...

... und von aussen.

... und von aussen.

Die Kanone zeigt in Richtung Orebić

Die Kanone zeigt in Richtung Orebić

Auch Korčula hat Steine

Auch Korčula hat Steine

Zurück ans Festland natürlich der obligatorische Ausflug zum Meer. Diesmal allerdings mit Badeschlapfen ausgestattet, so konnte Georg auch ins Meer reingehen. Hat er auch getan, sobald das Wasser über die Knie ist, war es ihm aber dann doch ein wenig zu kalt und er ist wieder umgedreht. Und noch etwas wissen wir seit heute: Mücken, Fliegen, Gelsen und dergleichen sollten wir besser vermeiden, da gibt’s richtig grosse Beulen und sogar ein blaues Auge.

Endlich Badewetter! Nix wie rein ins Meer!

Endlich Badewetter! Nix wie rein ins Meer!

Plavac Mali, ein exzellenter Rotwein.

Plavac Mali, ein exzellenter Rotwein.

Kein schlechter Picknickplatz

Kein schlechter Picknickplatz

Rote Flecken und ein geschwollenes Auge von den Insekten.

Rote Flecken und ein geschwollenes Auge von den Insekten.

Lovište

Abfahrt, aber zuvor noch eine kleine Rundfahrt auf der Insel. Zuerst nach Lovište am westlichsten Ende, schöner kleiner Fischerort, aber im Moment ebenfalls tote Hose. Alles zu, es gibt nicht einmal etwas zu trinken. Dabei hatten wir uns schon so auf guten Fisch dort gefreut.

Am höchsten Punkt der Strasse nach Lovište

Am höchsten Punkt der Strasse nach Lovište

Beim Hafen von Lovište

Beim Hafen von Lovište

Wein

Na ja, dann auf zum Wein. Die Pelješac Halbinsel produziert einen der bekanntesten Weine Kroatiens, den Plavac Mali. Die Weinberge dort sind auf so steilen Hängen angelegt, dass alles in Handarbeit gemacht werden muss, und sie sind durch eine Herkunftsbezeichnung geschützt. Den Wein haben wir natürlich probiert, und er hält tatsächlich was er verspricht.

Blick zurück, links hinten Korčula, rechts hinten das Ende der Halbinsel mit Orebić und dem Berg Sveti Ilija.

Blick zurück, links hinten Korčula, rechts hinten das Ende der Halbinsel mit Orebić und dem Berg Sveti Ilija.

Weinhänge auf dem Weg nach Dingać

Weinhänge auf dem Weg nach Dingać

Das Madirazza Weingut in Potomje. Sowohl der weiße als auch der Rotwein von dort sind sehr zu empfehlen.

Das Madirazza Weingut in Potomje. Sowohl der weiße als auch der Rotwein von dort sind sehr zu empfehlen.

Also die Insel entlang runter nach Potomje, und durch einen finsteren Tunnel (erinnert an Tadschikistan) auf die andere Bergseite. Dort geht es dann runter nach Dingać, vorbei an unglaublich steilen Weinbergen. Unten haben wir allerdings gleich wieder umgedreht, weil wieder alles zu hat, und sind wieder rauf. Als Markus am Parkplatz vor einem Weingeschäft unters Auto geschaut hat, hat er gemerkt, dass sich da bei den engen steilen Kurven im ersten Gang eine Achsmanschette gelöst hat. Eine ziemlich schmierige Sauerei. Notdürftig wieder draugestülpt hilft kurzfristig, aber Dauerlösung ist das keine. Bis Dubrovnik wird es aber schon noch halten, also sind wir weitergefahren bis Ston und Mali Ston (herrlicher Fisch Muscheln und Kalamari), und weiter nach Dubrovnik beziehungsweise ein wenig südlich davon nach Mlini, wo es einen günstigen Campingplatz gibt.

In Ston. Muscheln frisch vom Meer, was will man mehr.

In Ston. Muscheln frisch vom Meer, was will man mehr.

Ston mit der Festungsmauer, die nach Mali Ston hinüberführt

Ston mit der Festungsmauer, die nach Mali Ston hinüberführt

Und das passiert wenn man versucht sich mit Georg vom Meer zu entfernen...

Und das passiert wenn man versucht sich mit Georg vom Meer zu entfernen...

Na gut, dann bleiben wir halt noch ein bisschen...

Na gut, dann bleiben wir halt noch ein bisschen...

© Julia und Markus, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier Monate Zeit, ein altes Wohnmobil unter dem Hintern, Nachwuchs eingepackt, und nur einen ungefähren Plan. In den Süden ans Meer soll es gehen, Montenegro, Albanien, Griechenland, vielleicht Türkei. Mal sehen wo es uns dann wirklich hintreibt. Hier zum Mitlesen.
Details:
Aufbruch: 10.04.2016
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 15.08.2016
Reiseziele: Kroatien
Montenegro
Albanien
Griechenland
Slowenien
Österreich
Der Autor
 
Julia und Markus berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Julia und über sich:
Geboren in Wien und Neumarkt, aufgewachsen im Mühlviertel und der Oststeiermark, haben wir uns in Graz, als goldener Mitte sozusagen, auch wenns geographisch nicht ganz stimmt, getroffen. Eine wunderbare Stadt übrigens, und nach einigen Jahren in der Ferne sind wir wieder hierher zurückgekehrt. Es zieht uns aber trotzdem immer wieder raus, neuerdings sogar mit Anhang.