Kroatien-Reisebericht :Balkan, Adria und Ägäis mit dem Wohnmobil

Aus Thüringen in die Sonne Kroatiens


Sonntag, 11. Juni: Heimatort ► Golling (Östereich) 555 Tageskilometer
Es ist ein sonniger Sonntagmorgen. Die letzten Leckereien werden noch im Kühlschrank verstaut. Ein abschließender Kontrollgang durchs Haus zelebriert. Wir wollen schließlich vier Wochen unterwegs sein. Dann die Verabschiedung von der Nachbarschaft, mit den Hinweisen, wie welche Kübelpflanze gegossen werden sollte und gegen neun Uhr sind wir auf der Piste.
In Meinigen fahren wir auf die Autobahn: Suhl, Coburg, Nürnberg, ziehen an uns vorbei, vor München ein, zum Glück, kurzer Stau. Danach dann ein erstes Alpenpanorama. In Richtung Salzburg am Chiemsee ein Unfall auf der Gegenfahrbahn. Ein Autotransporter hat eines von den schönen neuen Fahrzeugen mitten auf der Fahrbahn verloren.
Hinter Salzburg beschließen wir den heutigen Tourschluß und fahren von der Autobahn. In dem kleinen Ort Golling stellen wir uns auf den großen Parkplatz an der Therme am Ortsrand und genießen den Alpenblick von unseren Klappstühlen aus. Zumindest so lange bis ein reisebusgroßes Wohnmobil anfährt, und auf dem großen leeren Platz nach mehreren Rangierversuchen auf absoluten Kuschelkurs zu uns einparkt. Wir versuchen subtil zu signalisieren dass uns ein halber Meter Abstand nicht ausreicht und drehen Rammstein etwas lauter. Die aussteigende Dame mit Hündchen und der wohlbeleibte Herr Nachbar mustern uns grußlos und hantieren an ihrem Mobil.
Wir stehen auf und laufen in den Ort. Über der Stadt an der Kirche entdecken wir einen sehr schönen alten Bergfriedhof und streifen durch die Gräberreihen. Auf der anderen Seite der zentralen Altstadtstraße steht eine Burg auf einem Felsen. Wir schauen noch kurz in den Burghof. Inzwischen haben wir Abendbrothunger wir finden nur eine urlaubsgeschlossene Kneipe und Hotels mit wenig ansprechenden völlig gästefreien Hotelrestaurants. Auf dem Friedhof vorhin haben wir mehr Menschen getroffen, die haben auch alle freundlich „Grüß Gott“ gesagt.
Also laufen wir zurück und speisen aus unseren Vorräten. Wir sitzen noch lange vorm Auto mit unserem Abendbrot, Tee und Wein und warten bis das Sonnenlicht komplett hinter der Bergwelt erlischt. Die Nacht ist still ich schlafe gut.

Montag, 12. Juni: Golling ► Bled (Slowenien) ► Senj (Kroatien)
430 Tageskilometer

Auch heute scheint die Sonne. Wir frühstücken draußen und brechen gegen 8.³º Uhr auf.
Unser Ziel ist Bled nach dem Karawankentunnel in Slowenien. Zuerst geht es noch ein ganzes Stück Autobahn in Österreich entlang. Nach dem Tunnel ist es nicht mehr weit. Nach gut 2 Stunden sind wir schon da. Nur leider ist der Platz, auf dem wir eigentlich auch übernachten wollten inzwischen für Wohnmobile und Wohnwagen gesperrt. Auch die Zufahrten zu den Parkplätzen am See dürften wir eigentlich mit einem Wohnmobil nicht benutzen, das zeigt die Beschilderung. Wir tun es trotzdem und finden ein schattiges Plätzchen neben einem zu uns typengleichen Handwerkertransporter. Hinter dem fallen wir mit unserem „Kasten“ nicht auf.

So sehen wir uns für zwei Stunden ein wenig um, laufen am See entlang und machen ein paar Fotos. Hoch über dem Wasser des Sees trohnt eine Burg auf einem Felszapfen. Im See gibt es eine Insel mit einer Kirche. Am Ufer stehen herrliche Villen noch aus der KuK-Zeit. Über Nacht stehen bleiben hier am See geht wohl nicht, so entschließen wir uns nach einer kurzen Mittagsrast weiterzufahren in Richtung Kroatien.
Wieder auf der Autobahn fahren wir an Ljubljana vorbei, biegen an der Abfahrt Postojna ab und verlassen in Pivka auch die Hauptstraße. Auf einer kleinen und landschaftlich sehr schönen Nebenstraße durch weite Wiesen- und Buschlandschaft über Knežka treffen wir nach steiler Abfahrt in Illirska Bistrica wieder auf die Hauptstraße. Direkt an der Grenze zu Kroatien wird diese dann zur Autobahn. Weiter geht es bergab und schon blicken wir auf die Adria. Dann am Autobahndreieck nach Rijeka biegen wir falsch ab, genau wie schon bei unserer ersten Kroatientour 2014. Da denkt man schon darüber nach, welche eingebrannten Fehlverbindungen im Hirn so wirken. Nun verschafft uns das einen kleinen Umweg durch Gewerbegebiete, bis wir an der Bucht von Bakar wieder nach der Richtung unserer Wünsche eingepegelt sind. Nach ein paar Fotostops an der Magistrale stehen wir gegen 17.ºº Uhr auf dem uns schon bekannten Platz am Hafen in Senj.

Alles voll! Wir erhaschen die letzte freie Stelle hinten am Felsen. Egal, denn morgen in aller Frühe soll es ja schon weitergehen. So machen wir es uns erst einmal gemütlich. Hier ist es doch schon ganz schön warm, 27° und sehr feuchte Luft, wir schwitzen. Einmal kurz ins Meer eingetaucht ist dann herrlich erfrischend. Zum Abendessen gehen wir nach vorn zum kleinen Kneipchen am Platz. Die Sonne verschwindet hinter der Insel Krk. Jetzt sitzt es sich angenehm auf der Terrasse über dem Hafenbecken. Das tut gut nach dem ganzen Streß der letzten Woche. Der Wirt lehnt über dem Geländer und wirft zerkrümeltes Brot ins Wasser. Das Wasser fängt an zu kochen. Jede Menge Fische, darunter ganz schöne Brocken, schnappen nach dem Futter. Frank spricht den Wirt an, ob man von den Exemplaren einen frisch zubereitet bekommen kann. Ja, er müsse nur seine Kalaschnikow aus der Küche holen, dann erlegt er uns welche.
Wir bestellen uns hiesigen Weißwein und eine Grillplatte für zwei Personen. Die ist ein Genuß, allerdings mengenmäßig nicht zu stemmen. Wir müssen Gefrierbeutel aus dem Auto holen und sind dann für die nächsten Tage noch wohlversorgt.
Danach eine kurze Runde über den Hafen, eine schöne Dusche und ins Bett.

© B. & F. S., 2017
Du bist hier : Startseite Europa Kroatien Kroatien-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Dieses Jahr reisten wir, Birgit & Frank und unser Campingbus "Die blaue Zitrone“ 5289 km durch Albanien, Bosnien-Herzegowina, Griechenland, Kroatien, Montenegro und Slowenien. Wir fuhren entlang der Adria- und Ägäisküste, waren am Olymp , an Shkodra- und Oridsee.
Details:
Aufbruch: 11.06.2017
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 07.07.2017
Reiseziele: Albanien
Kroatien
Montenegro
Griechenland
Bosnien und Herzegowina
Deutschland
Der Autor
 
B. & F. S. berichtet seit 15 Monaten auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (1/1):
margit 1511805106000
Span­nend euer Bericht über den Epirus. Ich selbst war schon öfter dort und ich liebe diese Gegend, die soviel Ruhe aus­strahlt. Das Denkmal für die Pin­dos­frau­en bei Asp­ran­ge­li habe ich noch nicht ent­deckt und deshalb etwas ge­goo­gelt. Es ist den Frauen ge­wid­met, die den Kampf gegen die i­ta­lien­ischen In­va­so­ren unterstützt ha­ben.­
Habt wei­ter­hin so schöne Reisen und schreibt eure Berich­te.­
Gruß Mar­git­

https://el­.wi­ki­pe­dia­.or­g/wi­ki/­%CE%­93%CF%85%CE%­BD%CE%­B1%CE­%AF­%CE%­BA%­CE%­B5%CF%82_%CF%84%CE%­B7%CF%82_%CE­%A0­%CE­%AF­%CE%­BD%CE%­B4%CE%BF%CF%85