Lettland-Reisebericht :Sponsorenradfahrt von Herford nach St. Petersburg

Von Klaipeda bis Liepaja (Litauen-Lettland)

Auszug aus meiner Homepage

Donnerstag, 21.09.2006 - mal wieder Speichenbruch
Von Klaipeda (Memel) nach Liepaja (Libau)
Wir sind heute morgen um 9:00 Uhr Ortszeit (8:00 MESZ) losgefahren. Das Wetter war wieder vorzüglich. Bei Sonnenschein waren es wohl knapp über 20 Grad.
Bis 3 km vor die Grenze nach Lettland hatten wir einen vorzüglichen Radweg. Dieser wurde erst im Sommer 2006 eröffnet (Kosten 3,6 Mio. Euro) und soll in den Sommermonaten einen richtigen Ansturm an Fahrradtouristen gebracht haben. Der Radweg Nr. 10 geht ganz toll ausgebaut von der russisch-litauischen Grenze bis wenige km vor die Grenze von Lettland. Das waren über 100 km Radfahren fernab der Hauptstraßen in einer eindruckvollen Landschaft - einfach toll.
Litauen nähert sich fast mitteleuropäischem Standard und ist zumindest in der Urlaubsregion, in der Nähe der Ostseeküste, kaum von deutschen Urlaubsorten zu unterscheiden. Die Litauer haben sich, zum Teil mit EU-Hilfe sehr viel Mühe gegeben und in den letzten 10 Jahren verstärkt auf die Karte "Fremdenverkehr" gesetzt.
Wir haben für umsonst auch eine gute Radfahrkarte bekommen. Es ist ein Heft, welches den gesamten Radweg durch Litauen beschreibt. Es ist mit Hilfe der EU in 2006 mit einer Auflage von 45.000 Exemplaren erschienen, davon jeweils 15.000 in deutscher, englischer und Landessprache.
Ein ganz toller Ort ist Palanga. Hier haben wir Mittagspause gemacht und ich konnte mal wieder mein Rad reparieren lassen. Es waren 2 Speichen gebrochen. Der Ort hat eine breite Promenade und wir haben in der Sonne im Biergarten eines schönen Restaurants gesessen. Die Preise liegen unter denen bei uns zu Hause.
Der Grenzübertritt nach Lettland dauerte nur deshalb 2 Minuten, weil ich meinen Pass suchen musste. (Auf den späteren Blog "Grenzübertritte") sei schon jetzt hingewiesen.)
In Lettland soll es angeblich auch einen Radweg geben, wir wurden aber bis Liepaja über die Hauptstraße geführt. Das machte wenig Spaß, gerade weil wir in Litauen erfahren hatten, wie toll man die Radwege führen kann.
Lettland scheint mir auch etwas ärmlicher zu sein.
Wir übernachten im Parkhotel Roze. Hier soll ca. 1919 die erste Deutsche Botschaft oder eine ähnliche Einrichtung untergebracht gewesen sein. So haben wir zumindest das Hotelpersonal verstanden.
Nach 1945 sollen hier russ. Militärattaches untergebracht worden sein.
Das Haus ist seit 2002 vollständig renoviert.
Es wurde in der Atmosphäre des Jugendstils gebaut.
Roze ist das einzige Gasthaus in der Stadt, das in der Strandparkzone liegt. Bis zum Meer sind es 100 Meter, bis zum Zentrum 3-5 Minuten zu Fuß.
Wir zahlen im DZ ca. 35 Euro p. P. inkl. Frühstück. Das Frühstück war einfach super.

Fazit Liepaja: Das Hotel ist toll. Die Stadt lässt sich jedoch noch nicht mit den herausgeputzten Orten Litauens vergleichen.

gut 110 km, früh angekommen (18:00 Uhr Ortszeit, 17:00 Uhr MESZ).
Ca. 15,5 km/h im Durchschnitt, bei ca. gut 30 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Übrigens: von Polen bis hier: Pilzsucher über Pilzsucher. Alle mit vollen Körben. Man sollte das Wort "Pilzsucher" umbenennen in "Pilzfinder"
Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge uvm

Hafenstadt Liepaja (Libau)
Die Hafenstadt Liepaja wird umrahmt von den Seen Liepaja und Tosmare. Die Stadt ist ein Industrie-, Kultur- und Bildungszentrum, Feriengäste finden hier lange Strände und vor allem ein Meer, das noch sauberes Wasser hat.
Erstmalige Erwähnung findet L. im Jahre 1253, als die Ordensbrüder ein an einem Naturhafen gelegenes Fischerdorf einnahmen. Im Nordischen Krieg, während der Napolonischen Feldzüge und während des Krimkrieges war L. von fremden Truppen besetzt.
1899 nahm hier die erste Straßenbahn im Baltikum ihren Betrieb auf.
Während der Unabhängigkeitskämpfe 1919 war die Hafenstadt zeitweiliger Sitz der ersten Regierung Ulmanis. Im Zweiten Weltkrieg erlitt Liepaja beträchtliche Schäden.

© Erhard Krull, 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Im Frühherbst habe ich eine Fahrradtour über 3000 km von Herford (OWL) bis St.Petersburg (Leningrad) durchgeführt. Gesammelt wurde während der sehr interessanten Tour für Geistigbehinderte in Herford.
Details:
Aufbruch: 06.09.2006
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 06.10.2006
Reiseziele: Deutschland
Polen
Lettland
Estland
Der Autor
 
Erhard Krull berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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Erhard über sich:
Lieber Leser,
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http://de.360.yahoo.com/erhard_krull

PS: Meine nächste Benefiz-Radtour findet, so ich gesund bleibe, 2008 statt. Es soll von Herford ans Schwarze Meer und ggf. nach Istambul gehen.
Grüße
Erhard Krull (Regenbogenjimmy)