Polen-Reisebericht :Drei Wochen durch Polen mit dem Wohnmobil

Wohin geht es denn dieses Jahr in den Urlaub? Diese Frage haben wir in der letzten Zeit oft gehört. Als erste Reaktion auf unsere Antwort "Polen" hat man fast immer ein großes Fragezeichen in den Köpfen unserer Freunde und Bekannten gesehen. Wie kommt ihr denn auf diese Idee? Was kann man denn da sehen und unternehmen? Fahr nach Polen, dein Auto ist schon da .. gähn! Tja, zwei Tage noch, dann werden wir euch beweisen, dass Polen ein tolles Reiseziel ist - wir freuen auf die Entdeckungsreise!

Es geht los!!!

Sächsische Schweiz und Swiebodzin

Nun ist es also wieder so weit – Gerhard und ich sind auf Urlaub! Dieses mal erkunden wir einen für uns fremden Teil Europas – POLEN! Wir werden oft gefragt, wie wir gerade auf dieses Reiseziel gekommen sind. Nun, angefangen hat es mit dem Plan einer Megarunde. Ursprünglich wollten wir von Nürnberg über Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland nach Schweden und wieder retour zum Ausgangspunkt. Die Runde wurde nach und nach immer kleiner. Schlussendlich blieb Polen über und glaubt mir, in diesem 312.000 km² großen Land gibt es sehr viel zu entdecken. Also los geht’s!

Unser Wohnmobil haben wir auch dieses Jahr wieder bei HMC in der Nähe von Nürnberg gemietet. Wir haben das Glück, dass wir ein Mobil mit nur 14 Kilometern auf dem Tacho bekommen haben . Logistisch ist es zwar etwas kompliziert, wenn man doch einen relativ kleinen NISSAN Juke mit allem vollpacken muss, was man in drei Wochen WOMO-Urlaub so benötigt. Aber wir haben es auch dieses mal wieder geschafft und haben nach der Fahrzeugübernahme „unser“ Wohnmobil bei brütender Hitze eingeräumt! Unser erstes Ziel war die Sächsische Schweiz. Diesen Teil von Deutschland wollten wir schon immer mal besichtigen. Die Sächsische Schweiz ist der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges. Die Frage aller Fragen die sich wahrscheinlich so mancher von euch stellen wird ist: wie kommt es in Deutschland zu diesem Namen? Es waren zwei Schweizer Künstler, bei denen Erinnerungen an die Heimat wach wurden. In ihren Briefen an die Lieben zu Hause haben sie immer von der Sächsischen Schweiz gesprochen, und prompt wurde diese Bezeichnung von den Einheimischen und Künstlern übernommen.

Traumhafte Ausblicke

Traumhafte Ausblicke

Unser Nachtquartier hatten wir in Sebnitz. Dort gibt es nette, einfache Wohnmobilstellplätze neben dem Naturbad. Der braungebrannte Bademeister ist auch gerne bereit, einem Tipps für diverse Erkundungen zu geben. Am nächsten Tag war unser erstes Ziel die Bastei mit der berühmten Basteibrücke, die fast von jeder Postkarte lacht. Die Bastei war eine Verbindung zu der Felsenburg Neurathen. Von dem höchsten Aussichtspunkt geht es 194 Meter senkrecht bis zur Elbe runter. Die EUR 2,00 Eintritt sind es allemal wert. Zwischen den Felsformationen wurden Brücken und Treppen errichtet, wodurch man einen tollen Ein- und Ausblick über die Felsformationen bekommt. Ganz wagemutige können auch auf viele der Wände raufklettern.

Da wir sehr früh mit unserer Besichtigung begonnen hatten, konnten wir dem Touristenstrom entkommen, der bei der Rückkehr zum Parkplatz schon voll eingesetzt hatte. Wir haben uns für den etwas außerhalb gelegenen Parkplatz entschieden. Von dort aus gibt es einen günstigen Shuttle zur Bastei. Den Weg zur Bastei sind wir in 40 Minuten gelaufen – zurück war es bei über 30 Grad dann doch bequemer mit dem Bus.

Die berühmte Basteibrücke

Die berühmte Basteibrücke

Nein, das wäre nix für mich

Nein, das wäre nix für mich

Die Bastei von gegenüber

Die Bastei von gegenüber

Noch am selben Tag haben wir polnischen Boden betreten. Unser Ziel an diesem Tag war … ehrlich gesagt hatten wir kein Ziel. Wir wollten einfach mal die Gegend erkunden und uns nach einem lauschigen Übernachtungsplatz umsehen. Irgendwie haben wir gemerkt, dass uns Polen dann doch noch nicht ganz geheuer war .Aber wir haben uns schlussendlich dann doch getraut. Im Schutz von der Christus-König-Statue haben wir einen ruhigen Stellplatz gefunden und dort die Nacht verbracht. Diese Statue ist sogar um 6 Meter höher als die weltberühmte in Rio – sehr beeindruckend!

Da wir heute vom Regen geweckt wurden, haben wir uns kurzfristig für eine Besichtigung der größten historischen Militärbunkeranlage in Europa entschieden. Bei einer fast zweistündigen Führung konnten wir einen Teil des 32 km langen Tunnelsystems besichtigen. Die Anlage Miedzyrzecki Rejon Umocniony wurde in den 30-er Jahren als Schutz vor einem unerwarteten Angriff des polnischen Militärs gebaut. Auch wenn der Grund für diesen Bau der Anlage ein schrecklicher war, ist es doch faszinierend, was dort unter Tags gebaut wurde. Angefangen bei den Quartieren für die Soldaten bis hin zu den Schmalspurbahn-Bahnhöfen, die 52 Meter unter der Erde sind. Gott sei Dank hat das Ganze auch etwas Gutes. Im Winter ist dieser Bunker ein Quartier für mehr als 35.000 Fledermäusen – dadurch entstand das größte Fledermaus-Naturschutzgebiet Europas.

An diesen Drachenzähnen gab es kein Vorbeikommen für so manchen Panzer

An diesen Drachenzähnen gab es kein Vorbeikommen für so manchen Panzer

Mit der Taschenlampe ging es in die Unterwelt

Mit der Taschenlampe ging es in die Unterwelt

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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 05.06.2015
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 26.06.2015
Reiseziele: Polen
Der Autor
 
Marion Kramer-Hofer berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
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Marion über sich:
Reisen ist unser größtest Hobby!!!