Serbien-Reisebericht :Beluga geht durchs Nadelöhr 1

Nadelöhr Brücke

Vukovar befindet sich wieder im Aufbau, die Szenerie ist nicht mehr ganz so dramatisch aber immer noch erschreckend genug. Wir passieren diese Strecke bis Novi Sad bei strömendem Regen und einem strammen Ostwind der überkippende Wellen von mehr als einem Meter Höhe vor unsere Beluga stellt.

Die erste von der Nato zerschossene Brücke in Novi Sad befindet sich im Aufbau. Der Jachthafen ist direkt davor in einem Hafenbecken am linken Ufer. Boote bis 5 m Länge sind da vielleicht gut untergebracht. Wir versuchen an einem schrottreifen, hier verlassen abgestellten Hausboot anzulegen. Sofort kommt einer angerannt und verlangt 50 Euro. Wir finden einen kurzen Kopfsteiger in einer kleinen Anlage unterhalb der Brücke im Strom. Da die Pontonbrücke erst Samstagnacht wieder geöffnet wird, sind wir verschont vom Schwell der Berufsschifffahrt.
Die Pontonbrücke wird zur Durchfahrt geöffnet Dienstag und Donnerstag von 22.00 - 5.00 Uhr und Samstags von 22.00 bis Sonntags 12.00 Uhr. Für Sportboote ist die Durchfahrt kostenlos. Wer passieren will benötigt eine Genehmigung von Polizei und Kapitanerie, beide befinden sich in der Nähe der Pontonbrücke. Alle Papiere müssen vorgelegt werden, genau wie vorher beim Einklarieren in Bezdan. Die Papiere von Bezdan werden abgestempelt, eine Crewliste einbehalten, der Bootsstempel wird verlangt. Die Abwicklung ist bestimmend, zurückhaltend und korrekt. Der Brückenkapitän ist nicht über Funk erreichbar, erst während der Brückenöffnungszeiten.

Die Pontonbrücke in Novi Sad

Die Pontonbrücke in Novi Sad

Der Ruderclub an dem wir liegen verlangt für zwei Übernachtungen ohne Wasser und Strom 2.800 Dinar. Dafür hätten wir auf dem Markt 31 kg Erdbeeren bekommen.

Die Durchfahrt durch die geöffnete Pontonbrücke ist völlig unproblematisch, alle Trümmer der zerstörten Brücken sind längst weggeräumt. Nach der Brücke muss man am linken Ufer nochmals am Polizeiponton anlegen und einen Rapport ausfüllen. Das war's.

wir haben ein wichtiges Nadelöhr unserer Reise genommen

wir haben ein wichtiges Nadelöhr unserer Reise genommen

Nachtrag:
die Ponton-Brücke wurde 2005 abgebaut, die Durchfahrt ist wieder frei!!

© Doris Sutter, 2004
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Bootsreise die Donau abwärts, durch Österreich, Slowakei, Ungarn, durch so schwierige Länder wie Serbien, Rumänien und Bulgarien, eine Rundreise durchs Donaudelta und weiter bis ins Schwarze Meer. Die Heimreise durchs Schwarze Meer und Mittelmeer findet ihr im 2. Teil. Hier folgt der 1. Teil
Details:
Aufbruch: Mai 2004
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: Oktober 2004
Reiseziele: Österreich
Slowakei
Ungarn
Serbien
Eisernes Tor
Der Autor
 
Doris Sutter berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Doris sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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