Slowakei-Reisebericht :Mit Logistik und Improvisation

Hohe Tatra und Spisska Magura/Pieniny

Mit dem Zug trifft Jonas abends in Bratislava ein. Der Wetterbericht verspicht morgen noch trockenes Wetter, da fahren wir gleich noch bis Zilina weiter, um morgen früh uns bis auf den höchsten Punkt der slowakischen Bahn nach Strbske Pleso auf 1500 m Höhe bringen zu lassen.
Dort oben ist es deutlich kälter und es bläst ein starker Wind aus Norden und Nordosten. Sogar einen Regenschauer gibt es. Aber das Panorama ist beeindruckend, als wir den Bergsee umfahren.

Schnee noch auf den Bergen und heftige Windböen - eigentlich hatten wir den Umweg über die Tatra wegen des sommerlichen Wetters in Bratislava gewählt, weil wir hier oben auch den Sommer vermuteten......

Schnee noch auf den Bergen und heftige Windböen - eigentlich hatten wir den Umweg über die Tatra wegen des sommerlichen Wetters in Bratislava gewählt, weil wir hier oben auch den Sommer vermuteten......

Ein Kurhotel nach dem anderen ist hier dazugebaut worden. Doch die Sommersaison ist kurz und hat noch nicht angefangen. Im Winter dagegen ist Strbske Pleso ein hervorragender Wintersportort.

Ein Kurhotel nach dem anderen ist hier dazugebaut worden. Doch die Sommersaison ist kurz und hat noch nicht angefangen. Im Winter dagegen ist Strbske Pleso ein hervorragender Wintersportort.

28 km fast nur Gefällestrecke liegen vor uns, das müßte ein Vergnügen werden. Es wird jedoch durch stürmischen Gegenwind getrübt. Selbst auf Gefällestrecken müssen wir kräftig gegenantreten, um noch Tempo zu behalten. Aber bei der Temperatur tut uns Bewegung auch gut.

Schaffen wir heute noch den Paß zur Dunajec-Schlucht ?

Schaffen wir heute noch den Paß zur Dunajec-Schlucht ?

Die Spisska Magura ist geschafft ! Immerhin ist dieser Aufstieg auf erneut 949 m auf der slowakischen Fahrradkarte mit E gekennzeichnet, will heißen: nur etwas für Experten !

Die Spisska Magura ist geschafft ! Immerhin ist dieser Aufstieg auf erneut 949 m auf der slowakischen Fahrradkarte mit E gekennzeichnet, will heißen: nur etwas für Experten !

 Vom Paß der Spisska Magura gibt es einen Wanderweg auf dem Kamm entlang Richtung Pieniny, unserem Ziel. Aber mit Gepäck trauen wir uns das nicht zu und nehmen lieber die Straße

Vom Paß der Spisska Magura gibt es einen Wanderweg auf dem Kamm entlang Richtung Pieniny, unserem Ziel. Aber mit Gepäck trauen wir uns das nicht zu und nehmen lieber die Straße

Fürs Knipsen der malerischen Zipser Holzhäuser bremsen wir schon mal auf der schönsten Gefällestrecke

Fürs Knipsen der malerischen Zipser Holzhäuser bremsen wir schon mal auf der schönsten Gefällestrecke

In Cerveny Klastor am Dunajec finden wir ein Privatquartier im Gartenhaus der Wirtsleute 10 € pro Person, da können wir abends noch zünftig essen gehen !

In Cerveny Klastor am Dunajec finden wir ein Privatquartier im Gartenhaus der Wirtsleute 10 € pro Person, da können wir abends noch zünftig essen gehen !

Tischlergeräte faszinieren Erich als Tischlermeister immer besonders !

Tischlergeräte faszinieren Erich als Tischlermeister immer besonders !

Irgendwo dort hinten zwischen den Bergen findet der Dunajec seinen weg in einer malerischen Schlucht, das schauen wir uns vom Rad aus an !

Irgendwo dort hinten zwischen den Bergen findet der Dunajec seinen weg in einer malerischen Schlucht, das schauen wir uns vom Rad aus an !

 Der Dunajec bildet hier die Grenze zwischen der Slowakei und Polen. Der Radweg führt auf der slowakischen Seite entlang

Der Dunajec bildet hier die Grenze zwischen der Slowakei und Polen. Der Radweg führt auf der slowakischen Seite entlang

Flößen ist die Attraktion für die Touristen hier. Manchmal sind wir mit dem Rad schneller.

Flößen ist die Attraktion für die Touristen hier. Manchmal sind wir mit dem Rad schneller.

Wir sind am tiefsten Punkt angekommen, nun geht es auf 720 m wieder hoch

Wir sind am tiefsten Punkt angekommen, nun geht es auf 720 m wieder hoch

das ist nach 50 Minuten geschafft und wird mit einem herrlichen Blick auf die gesamte Hohe Tatra belohnt - von den Wolken davor einmal abgesehen. Dann gehts wieder runter auf 550 m, von da Richtung Stara Lubovna noch einmal rauf auf 730 m, aber dann rollen wir abwärts ins Tal des Poprad!

das ist nach 50 Minuten geschafft und wird mit einem herrlichen Blick auf die gesamte Hohe Tatra belohnt - von den Wolken davor einmal abgesehen. Dann gehts wieder runter auf 550 m, von da Richtung Stara Lubovna noch einmal rauf auf 730 m, aber dann rollen wir abwärts ins Tal des Poprad!

Die Hauptstaße von Poprad nach Stara Lubovna ist schmal und sehr befahren. Das wollen wir uns nicht antun und halten in Stara Lubovna nach einem Zug Ausschau, der uns nach Poprad-Spiska Sobota bringen soll. Wie bestellt ! 16.10 Uhr kommen wir am Bahnhof an, 16.27 Uhr fährt ein Zug, der uns zu einem Zipser Highlight bringen soll:

Nirgends wo sonst kann man den Zipser Baustil so komplett bewundern wie hier, dazu sehr schön restauriert als Aushängeschiuld für die Slowakei

Nirgends wo sonst kann man den Zipser Baustil so komplett bewundern wie hier, dazu sehr schön restauriert als Aushängeschiuld für die Slowakei

Kein Wunder, dass in der Hauptsaison hier sich die Reisebusse ein Stelldichein geben

Kein Wunder, dass in der Hauptsaison hier sich die Reisebusse ein Stelldichein geben

Die Speisekarten der vielen Lokale bieten die Spezialitäten der Zips und die Wiener Küche. Man spürt die Tradition der k.u.k Monarchie noch heute.

Die Speisekarten der vielen Lokale bieten die Spezialitäten der Zips und die Wiener Küche. Man spürt die Tradition der k.u.k Monarchie noch heute.

Da ich versprochen habe, meinen Freunden die Slowakei zu zeigen, geht es heute noch weiter. Dazu soll wieder ein Zug von Poprad nach Vydrnik am Eingang zum Slowakischen Paradies helfen. Vydrnik wird so gesprochen, wie es geschrieben wird, dennoch gelingt es auch Erich erst im zweiten Anlauf, die Tickets dorthin am Schalter zu kaufen. Der nächste Zug fährt in 20 Minuten, gerade noch Zeit für ein Bier im Wartesaal - der halbe Liter zu 0,80 €, das billigste, das wir je bisher bekamen!

Die Fahrt zur übernächsten Station legen wir im Packwagen zurück. Nur so verzögern wir die Abfertigung beim Einladen nicht, der Schaffner ist zufrieden, wir auch, weil wir unser Gepäck auf den Rädern lassen konnten.

Die Fahrt zur übernächsten Station legen wir im Packwagen zurück. Nur so verzögern wir die Abfertigung beim Einladen nicht, der Schaffner ist zufrieden, wir auch, weil wir unser Gepäck auf den Rädern lassen konnten.

In Vydrnik sind wir bequem über Wasserscheide zur Theiß gehoben, es geht bergab zum Slowakischen Paradies. Freitag vor Pfingsten - ob da alle Unterkünfte schon belegt sind ?
In der Campingsiedlung Podlesok ist die Rezeption noch geöffnet, wir mieten eine kleine Hütte im Wald, aber ein Abendessen zu bekommen, wird schwierig. Die Gaststätten haben noch keine Saison, alles ist zu, nur im Motorest Ranc bekommen wir die Reste des Abendessens einer Reiseguppe.
Morgen haben wir bis Telgart nur 38 km zu bewältigen, allerdings über einen 1000 Meter hohen Paß. Eigentlich könnten wir da doch morgen früh noch einmal in eine der Schluchten einsteigen. Man merkt schon, dass unser Tatendrang kaum zu bändigen ist, also nehmen wir's uns für morgen auch noch vor.

© Manfred Sürig, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Radreise zu dritt durch Slowakei und Ukraine, bei der Flexibilität an erster Stelle stehen sollte, aber einige Highlights mußten vorher fest vereinbart und mit örtlichen Bekannten abgesprochen sein. Wie kann man da die Termine noch einhalten, wenn unterwegs ausgerechnet zum Wochenende ein Rad kaputgeht ? Am Ende klappte alles zu allgemeiner Begeisterung, und pünktlich zurück waren wir auch noch
Details:
Aufbruch: 21.05.2012
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 08.06.2012
Reiseziele: Tschechische Republik
Slowakei
Ukraine
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt. Manfred über sich:
pensionierter Zentralbanker, der zwischen 65 und 80 noch Europa hautnah erleben will, besonders die nun zugänglichen Länder im östlichen Europa. Fahrradreisen 2000 in die Slowakei, 2001 Tschechien/Slowakei,2002 Slowakei und Ungarn, 2003 Rumänien, Bulgarien und Ukraine, 2004 Ukraine Rumänien und Moldawien und 2005 durch den ganzen Balkan, 2006 wieder in die Slowakei und 2007 mal in die Schweiz und nach Frankreich, 2009 und 2010 wieder nach Tschechien und in die Slowakei, ab 2011 mit Enkel Dominik jedes Mal auf einen anderen hohen Berg zu Fuß in der Tatra, den Waldkarpaten und in der Mala Fatra.
Zweites Hobby: Segeln, nach dem Eintritt in den Ruhestand wird auch mal im Winter Urlaub gemacht, da bietet sich die Karibik an. Seit 2007 nun immer mit demselben Vercharterer aus Trinidad