Slowakei-Reisebericht :Transmongolische Eisenbahn 2013

Tag 2, 11.05.2013, Von Wien nach Kosice

Also richtiges Schlafen ist irgendwie anders. Durch das ständige Ruckeln beim Anfahren und Halten wache ich immer wieder auf. Zum Glück war ich sehr müde und konnte immer wieder gut Einschlafen, so dass es insgesamt ganz OK war.

Als der Zug hält bin ich richtig wach und mache das Rollo hoch, wir sind in Passau.

Allerdings ist es schon 06:15 Uhr, das bedeutet der Zug hat etwa eine ¾ Stunde Verspätung. Mein Plan ist in Wien-Hütteldorf (1 Station vor dem Endhaltepunkt Wien-Westbahnhof) auszusteigen und dann mit der S-Bahn (S60) nach Wien Hbf und weiter mit dem Regional Express (REX2514) nach Bratislava. Zum Umsteigen stehen mir 35 Minuten zur Verfügung, weshalb es knapp werden könnte. Ich habe gehört, dass die Nachtzüge immer Verspätung haben, schauen wir mal.

Die Fahrt geht über Schärding und Wels nach Linz. Seit ich in Österreich bin regnet es und der Himmel ist total grau und. In Linz fährt der Zug 07:25 Uhr ab, was bedeutet, dass es nur noch ca. 35 Minuten Verspätung sind und ich meinen Anschluss erreichen könnte.

Mein Frühstück wird wie bestellt, mit der aktuellen Kronenzeitung, serviert.

Um 09:10 Uhr fährt mein Zug mit 23 Minuten Verspätung auf Gleis 3 des Bahnhofes Wien-Hütteldorf ein.

Meine Anschluss S-Bahn steht schon auf Gleis 6 und ich kann direkt einsteigen.

Innen sehen die S-Bahnen hier ähnlich aus wie in Deutschland.

Am Wiener Hbf komme ich um 09:41 Uhr auf Gleis 11 an, von dort soll es um 10:21 Uhr auch nach Bratislava weitergehen. Ich laufe ein bisschen herum und schaue mir die Baustelle an, die um den Bahnhof herum ist. Es gibt ein paar kleine Läden und einen Fahrkartenverkauf, sonst nichts. Im Warteraum unterhalb der Gleise gibt's es super schnelles Wifi, kostenlos.

Pünktlich um 10:21 Uhr fährt der Regional Express los.

Eine knappe Stunde später erreichen wir das Staatsgebiet der Slowakischen Republik und ab dem ersten Haltepunkt (Devinska Nova) in der Slowakei ändert sich auch die Zugnummer und wird zu Os2514.

Mit ein paar Minuten Verspätung komme ich in Bratislava hl.st. an. Nach einem kurzen Marsch durch den Bahnhof, entdecke ich eine Gepäckaufgabe.

Da ich über 2 Stunden Zeit habe und meinen schweren Koffer nicht herum schleifen will, gebe ich ihn dort ab. 2 Stunden abgeben gibt es nicht, ich muss 2,50 Euro bezahlen und das gilt bis 00:00 Uhr. Auf Deutsch reagiert der Angestellte dort nicht, er meint: "I speak English!". Ich denke, ich auch, also dann eben Englisch.

Im Bahnhof und wenn man vor den Bahnhof geht, sieht man gleich, dass Bratislava nicht ganz so modern ist (zumindest in diesem Bereich), wie andere europäische Hauptstädte.

Für eine Städtetour reicht meine Zeit nicht aus, aber ich schlendere ein bisschen herum und da es schon 12:00 Uhr vorbei ist und ich langsam Hunger bekomme, kommt mir ein Asiatischer Schnellimbiss, an dem ich vorbei laufe, wie gelegen.

Ich bestelle mir Nudeln mit Hühnchen und Gemüse und eine Coke Zero, alles zusammen 4,60 Euro. Na also, es kommt eine riesen Portion, schmeckt lecker und auch die Preise sind noch nicht so modern.

Als ich zum Bahnhof zurückkomme, steht auch mein Zug schon auf der Anzeigetafel.

R609, Abfahrt um 13:53 Uhr von Gleis 3. Auf dem Bahnsteig sehe ich dann, dass es sich um einen ewig langen Zug handelt, an dem ganz am Ende der Kurswagen Nr. 382 (Schlafwagen) nach Moskau angehängt ist.

Vor dem Wagen steht der Schaffner und verlangt nach meiner Fahrkarte. Ich gebe ihm 3 Fahrkarten und die Reservierung für mein 2-er Abteil. Zu wie es aussieht versteht er nur Russisch und schaut meine Fahrkarten mehrmals durch. Scheint in Ordnung zu sein und er gibt mir zu verstehen, dass ich in mein Abteil gehen kann.

Es ist ein Bett unten (Platz 31) für mich reserviert. Das Abteil ist etwas herunter gekommen. Es ist nicht ganz so eng wie in der Vornacht, aber zu zweit hat man auch nicht so viel Platz. Zumindest ist deutlich mehr Platz für Gepäck vorgesehen, was schon mal nicht schlecht ist.

Bei der Abfahrt um 13:55 Uhr bin ich noch alleine im Abteil, mal sehen, wie lange das so bleibt.

Um 14:50 Uhr ist in Piestany eine etwas dicke Frau eingestiegen und hat im Abteil neben mir Platz genommen. Seit 15 Minuten ist auf dem Gang jetzt eine Rennerei und andere Frauen ziehen in andere Abteile, ich denke, die dicke Frau braucht einfach mehr Platz.

Um 16:39 Uhr fährt der Zug aus Zilina aus, das Wetter ist immer noch trüb.

Mittlerweile (17:28 Uhr) ist der Zug in Ruzomberok losgefahren und es kommen die ersten Sonnenstrahlen heraus. Auf den Bergen, die man im Hintergrund sieht, sind die Gipfel noch schneebedeckt.

Ich mache mich mal auf den Weg den Speisewagen zu inspizieren. Es ist quasi eine kleine Weltreise bis ich dort angekommen bin, denn er ist genau am anderen Ende des Zuges und der Zug ist sehr lange.

Zum Sitzen habe ich keine Lust, weshalb ich mir eine große (0,5 Liter) kalte Dose Bier der Marke Kozel (noch nie gehört) für 1,40 Euro mitnehme.

Zum Bier gönne ich mir eine Packung Suppe (Tom-Yum), die ich mir von zuhause mitgebracht habe. Das heiße Wasser bekomme ich aus dem Samovar, der im 1. Abteil aufgestellt ist.

In Kosice (Ankunft: 19:45 Uhr) wird unser Schlafwagen von dem ewig langen Zug, der hier endet, abgekoppelt, auf ein anderes Gleis geschoben und an einen kurzen Zug mit 2 weiteren Wagen angehängt. Von hier fährt der Zug (Abfahrt 20:10 Uhr) als Regionalzug Os8819 weiter.

Da viel Zeit ist, laufe ich schnell in die Bahnhofshalle und decke mich mit einer weiteren großen Flasche Mineralwasser ein. Hier bekomme ich auch endlich einen Zimmernachbarn, der das Bett über mir bezieht. Douglas aus Kanada wird mir bis Kiew Gesellschaft leisten, wo der Zug morgen Abend um 20:43 Uhr eintreffen soll.

© 1000 Baht, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit dem Zug von Frankfurt/Main über Bratislava nach Moskau und weiter mit der Transmongolischen Eisenbahn durch Russland und die Mongolei nach Peking
Details:
Aufbruch: 10.05.2013
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 24.05.2013
Reiseziele: Deutschland
Österreich
Slowakei
Ukraine
Russland / Russische Föderation
Mongolei
China
Vereinigte Arabische Emirate
Der Autor
 
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