Tschechei-Reisebericht :Tour-de-Deutschland Teil 3: Oberpfalz 2013

Vogtland und Franzensbad

Ausflugstag in Grenzregionen

Am heutigen Sonntag ruht der Kurbetrieb und wir haben Zeit für einen Ausflug in die Grenzregionen zu Tschechien. Nach wie vor herrscht bestes Herbstwetter bei kühlem Ostwind. Nach dem Frühstück starten wir also zur Grenzlandtour und fahren auf deutscher Seite in Richtung Norden.

Unsere Route verläuft entlang der Porzellanstraße über Waldsassen, Schirnding nach Hohenberg an der Eger. Hier verlockt uns eine imposante Burganlage zu einem kurzen Stopp. Die Burg erweist sich als Jugendherberge mit Bildungs- und Begegnungsstätte. Außerdem befindet sich in Hohenberg eine Außenstelle des deutschen Porzellanmuseums "Porzellanikon" . In der ehemaligen Direktorenvilla des Familienunternehmens Hutschenreuther untergebracht zeigt es
wie man vom 18. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre hinein speiste und wohnte.
Wir entscheiden uns jedoch für die Weiterfahrt, um das Porzellanikon in Selb zu besuchen.

An der Burg Hohenberg an der Eger war der erste Stopp fällig.

An der Burg Hohenberg an der Eger war der erste Stopp fällig.

Das Porzellanikon in Selb

Nur wenige Kilometer weiter in Selb befindet sich in der ehemaligen Rosenthal-Fabrik das "Porzellanikon" mit den Abteilungen "Europäisches Museum für technische Keramik", "Europäisches Industriemuseum für Porzellan" sowie das "Rosenthal-Museum". Außerdem war eine Sonderausstellung des Künstlers Otmar Alt zu sehen.
Unser zweistündiger Rundgang durch diese riesige und sehenswerte Anlage ist absolut faszinierend. Vor allem, weil wir nahezu alleine sind und alle Exponate und Räume in Ruhe anschauen können. Zudem bekommen wir von einer ehemaligen Mitarbeiterin die Herstellung von Porzellanfiguren erklärt. Jahreszeitlich bedingt fertigt sie zu Schauzwecken Kürbisse in allen Größen.
Wer in der Gegend ist, sollte einen Besuch hier unbedingt einplanen.

Ein absolut sehenswertes Museum der Industriekultur: das Porzellanikon in Selb

Ein absolut sehenswertes Museum der Industriekultur: das Porzellanikon in Selb

Gußformen aus Keramik für Gummihandschuhe

Gußformen aus Keramik für Gummihandschuhe

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Von Bayern nach Sachsen

Nach dem Museumsbesuch führt unser weiterer Weg über kleine Provinzsträßchen an die ehemalige deutsch-deutsche Grenze und von Bayern nach Sachsen.
Vor 25 Jahren, als wir Freunde in der Oberpfalz besuchten, war hier Ende Gelände und Deutschland für uns zu Ende. Da unsere Generation noch den Eisernen Vorhang miterlebt hat, finde ich es heute umso faszinierender, sich frei bewegen zu können. Das hätte wohl vor 25 Jahren noch niemand für möglich gehalten. Bei der Erinnerung daran bekomme ich immer noch ein wenig Gänsehaut.

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit war hier Deutschland für uns zu Ende

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit war hier Deutschland für uns zu Ende

Bad Elster im Vogtland

Die weitere Fahrtroute führt uns durch das sächsische Vogtland nach Bad Elster. Das Vogtland ist ein Zipfel Deutschland, der wie eine Halbinsel nach Tschechien hineinragt. Im vergangenen Jahr hatten wir die östliche Seite in Richtung Erzgebirge erkunden, nun schliessen wir von Westen her kommend die Lücke in unserer Grenzlanderkundung
Ziel ist zunächst Bad Elster, ein ehemals mondänes Kurbad in dem sich der Glanz vergangener Zeiten erahnen lässt. An diesem wunderschönen Herbstsonntag flanieren die Besucher zuhauf durch die Kuranlagen und geniessen mit uns noch einmal den Sonnenschein. Wir können sogar eine Kaffeepause im Straßencafé einlegen und hier den typisch vogtländischen Kartoffelkuchen probieren.

Das Opern-/Theaterhaus von Bad Elster

Das Opern-/Theaterhaus von Bad Elster

Das traditionsreiche Albert-Bad in Bad Elster in der Vorderansicht....

Das traditionsreiche Albert-Bad in Bad Elster in der Vorderansicht....

... und von der Rückseite

... und von der Rückseite

Kaffeepause in der Herbstsonne mit leckerem, vogtländischem Kartoffelkuchen.

Kaffeepause in der Herbstsonne mit leckerem, vogtländischem Kartoffelkuchen.

Weiterfahrt nach Franzensbad

Über das eher unscheinbare Bad Brambach geht es für uns weiter nach Tschechien. Kaum zu glauben, dass hier einst der eiserne Vorhang und Deutschland zu Ende war. Heute wechselt man einfach und und her. Franzensbad ist zwar das kleinste der böhmischen Bäder, aber architektonisch für mich wirklich der Knüller. Hier müssen wir nicht nur durch die Promenaden flanieren, sondern im Herbst-Sonnenschein auch noch eine zweite Pause im Straßencafé bei frisch gebackenen Karlsbader Oblaten einlegen.

Das Flanieren über die Promenaden von Franzensbad macht bei diesem Wetter gleich doppelt Spaß

Das Flanieren über die Promenaden von Franzensbad macht bei diesem Wetter gleich doppelt Spaß

Frisch gebackene Karsbader Oblaten, genossen im Straßencafé von Franzensbad. LECKER!!!

Frisch gebackene Karsbader Oblaten, genossen im Straßencafé von Franzensbad. LECKER!!!

Eine der Trinkhallen im Kurpark von Franzensbad

Eine der Trinkhallen im Kurpark von Franzensbad

Die Glauberquellen sollen zwar gesund sein, über den Geschmack lässt sich allerdings streiten

Die Glauberquellen sollen zwar gesund sein, über den Geschmack lässt sich allerdings streiten

Letzter Stopp in Cheb (Eger)

Einen letzten Stopp legen wir schließlich in der Grenzstadt Cheb (Eger) ein. Erstmals haben wir diese Stadt 1993 besucht und seitdem hat sich viel getan. Eine sehr schöne Altstadt mit bunten Häuserfassaden rund um den zentralen Marktplatz. Die tschechische Mitarbeiterin unseres Campingplatz-Restaurants berichtete jedoch über eine sehr hohe Kriminalitätsrate in ihrer Heimatstadt und dass es für sie als Frau in den Abendstunden dort nicht wirklich lustig wäre. Das trübt natürlich den Eindruck, den wir als Tagestouristen bekommen.

Wir machen uns am frühen Abend schließlich auf den Rückweg nach Deutschland und kehren zum Abendessen nochmals im "Tillenblick" ein, wo heute Karpfen auf der Speisekarte steht. Er mundet uns sogar besser als der legendäre "Carpe frite", den wir zu Ostern im Elsass genießen konnten

Der Marktplatz von Cheb (Eger) in der Abendsonne

Der Marktplatz von Cheb (Eger) in der Abendsonne

© Ulrike S., 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Einmal mit dem Wohnwagen entlang Deutschlands Grenzen reisen - die 2012 begonnene Tour geht im Herbst 2013 weiter mit einer Station in der Oberpfalz im nördlichen Zipfel Bayerns
Details:
Aufbruch: 27.09.2013
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 06.10.2013
Reiseziele: Deutschland
Tschechische Republik
Der Autor
 
Ulrike S. berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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Ulrike über sich:
Hallo liebe Weltenbummler,
Über ein anderes Forum bin ich hier auf diese Internetseiten gestoßen und seitdem begeisterte Leserin der wunderbaren Reiseberichte.
Ich selbst reise leidenschaftlich gerne. Nach unseren Familienurlauben mit drei inzwischen erwachsenen Töchtern, die wir immer in Ferienhäusern verbracht haben, stehen nun Reisen mit dem Wohnwagen und damit Camping zu zweit auf dem Programm. Unser bevorzugtes Reiseziel ist dabei Frankreich. Allerdings lieben wir auch den deutschen Norden (Ostseeküste) und wollen uns nun verstärkt der Erkundung der - inzwischen ja nicht mehr ganz so neuen - deutschen Bundesländer widmen.