Tschechei-Reisebericht :Frühlingserwachen 2017

Erich lädt immer um den 1.Mai zu einer Radtour in seiner Wahlheimat Mähren ein. Inzwischen kommen bis zu 30 Freunde aus Östereich und aus Tschechien. Für uns als Schleswig-Holsteiner eine tolle Gelegenheit, Mährens Höhepunkte kennenzulernen, dieses mal bei extremen Wetterbedingungen.

Planung und Start mit immer mehr Muffensausen

Wie jedes Jahr, hatte Erich aus Hodonin wieder zum Frühlingserwachen eingeladen, eine Radtour durch ein schönes Stück seiner Wahlheimat Mähren, dieses Mal sollte es in Frenstat pod Radhostem losgehen.
Radhost ist ein Berg in den mährisch-schlesischen Beskiden, 1129 Meter hoch, von dem aus man weit ins Land blicken können soll und auf den man mit dem Rad raufstrampeln, den man aber auch mit einem Sessellift an der steilsten Stelle mit 400 Höhenmetern überwinden kann. Das machte neugierig und so meldeten wir uns schon im Januar für den 29.April 2017 an und buchten die Anfahrt per Bahn rechtzeitig zum Schnäppchenpreis.

Doch wenige Tage vorher wollte die Vorfreude nicht recht aufkommen. Ein Blick auf die Vorhersagewetterkarte offenbarte Unglaubliches: Budapest sollte 23 Grad und Wien nur 4 Grad haben. Dazwischen eine Kaltfront in den Kleinen Karpaten bis nach Krakau, die sich als Warmfront nach Osten, aber auch als Kaltfront nach Westen verschieben konnte. Nur eins war klar: Da würde es tagelang in Strömen regnen. Unser Zug fuhr etwa ab Olmütz wie vorhergeahnt, in trüben Regen hinein. Also wollten wir die Alternative Bahnanfahrt von Studenka westlich von Mährisch Ostrau auf einer nach Süden laufenden Nebenstrecke wählen, statt die 25 km von dort bis Frenstat zu radeln.

Doch dann kommt der Tiefpunkt: Ab Studenka Schienenersatzverkehr mit Bussen, keine Fahrradmitnahme. Ca. 14 Uhr, Radeln wäre noch zu schaffen, aber es setzt Schneeregen ein, auf den Wiesen bleibt er als Schnee liegen. Gott sei Dank weiß die Ticketverkäuferin Rat: Macht einen 65 km langen Umweg über Ostrava -Frydek-Mistek- Frydtlant nach Frenstat mit nur 2mal Umsteigen für 260 Kronen extra (= € 10). Damit gewinnen wir erst einmal 2 Stunden im trockenen Zug, aber dennoch erreichen wir Frenstat eigentlich noch viel zu früh. Im Bahnhof rüsten wir uns für 4 km Radfahrt zu unserem Quartier im Ortsteil Planiska 4 km südöstlich von Frenstat, um.
Das Berganstrampeln erzeugt etwas Bewegungswärme, aber Regen und geschmolzener Schnee rinnen die Beine hinunter auf die eiskalten Füße.

© Manfred Sürig, 2017
Du bist hier : Startseite Europa Tschechien Tschechei-Reisebericht
Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 27.04.2017
Dauer: 9 Tage
Heimkehr: 05.05.2017
Reiseziele: Tschechische Republik
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt. Manfred über sich:
pensionierter Zentralbanker, der zwischen 65 und 80 noch Europa hautnah erleben will, besonders die nun zugänglichen Länder im östlichen Europa. Fahrradreisen 2000 in die Slowakei, 2001 Tschechien/Slowakei,2002 Slowakei und Ungarn, 2003 Rumänien, Bulgarien und Ukraine, 2004 Ukraine Rumänien und Moldawien und 2005 durch den ganzen Balkan, 2006 wieder in die Slowakei und 2007 mal in die Schweiz und nach Frankreich, 2009 und 2010 wieder nach Tschechien und in die Slowakei, ab 2011 mit Enkel Dominik jedes Mal auf einen anderen hohen Berg zu Fuß in der Tatra, den Waldkarpaten und in der Mala Fatra.
Zweites Hobby: Segeln, nach dem Eintritt in den Ruhestand wird auch mal im Winter Urlaub gemacht, da bietet sich die Karibik an. Seit 2007 nun immer mit demselben Vercharterer aus Trinidad