Ukraine-Reisebericht :Transmongolische Eisenbahn 2013

Tag 3, 12.05.2013, Ukraine nach Russland

Langsam wird es Nacht und wir nähern uns der Ukrainischen Grenze. Zunächst kommen die Slowakischen Grenzbeamten und schauen meinen Pass kurz an. Der Zug setzt sich wieder in Bewegung und wir kommen um 00:30 Uhr in Chop an, Die Ukraine liegt in einer anderen Zeitzone wie die Slowakei, weshalb die Uhr 1 Stunde vorgestellt werden muss.

Die Ukrainischen Grenzbeamten kommen zuerst in den Zug und sammeln unsere Pässe ein. Deutsche brauchen für die Einreise in die Ukraine kein Visum. Danach laufen die Ukrainischen Zöllner durch und kommen in die einzelnen Abteile. Dort wollen Sie jedes Gepäckstück geöffnet haben und schauen auch rein. Es wird nach der Reiseroute gefragt und ob man Medizin im Gepäck hat. Im Anschluss schauen Sie noch nach Verstecken im Abteil. Alles kein Problem und der Zöllner wünscht noch eine gute Reise. Formulare waren nicht auszufüllen.

In der Zwischenzeit haben Arbeiter begonnen unseren Wagen mit einem anderen Fahrgestell auszurüsten, da die Gleise in der ehemaligen Sowjetunion (also auch Ukraine) eine andere Spurbreite als in der Slowakei haben. Das ganze macht einen Riesenlärm, ist eine Schaukelei und dauert ewig.

Da wir noch auf die Rückgabe unserer Pässe warten, haben wir uns zwar hingelegt, aber sind immer mit einem wachen Auge an der Tür, die noch nicht verschlossen ist.

Endlich ist es soweit, um 03:30 Uhr gibt es den Pass, mit einem Stempel, zurück.

Schnell die Tür zum Abteil verriegeln und einschlafen. Die Abfahrt des Zuges, der nun als Schnellzug D16 bis Moskau weitergeführt wird und um 04:18 Uhr erfolgen soll, habe ich nicht mehr mitbekommen.

Um 07:30 Uhr wache ich auf und mein Mitbewohner ist schon auf den Beinen und unterhält sich lautstark (was später noch zu Beschwerden aus dem Nachbarabteil führt, weil man nicht schlafen kann) vor der Tür mit einer Ukrainerin, die ihre Katze in einem Käfig dabei hat und in Lviv (Lemberg) aussteigt.

Nach der Morgentoilette im sauberen Bad organisiere ich mir eine Tasse Wasser aus dem Samovar und bereite mir einen Kaffee aus Deutschland mitgebrachtem Instantpulver.

Draußen wird es immer wärmer und die Landschaft sehr ländlich. Kurz nach 10:30 Uhr treffen wir in Lemberg ein.

Da es erst 10:56 Uhr weitergeht, nutze ich die Chance und steige kurz aus.

Im Kiosk hole ich mir eine große Flasche Mineralwasser (1,5 Liter) und eine kleine Flasche Cola (0,5 Liter). Ich bezahle mit einem 5.- Euro Schein und bekomme 25.- UHR (Ukrainische Hrywnja) zurück. Somit habe ich etwa 2,50 Euro für die beiden Flaschen bezahlt.

Jetzt ist es auch Zeit für Frühstück bzw. ein frühes Mittagessen. Ich mache mir wieder eine der mitgebrachten Suppen (Curry Style) und ein bisschen mitgebrachter Bergkäse. Der Käse hat allerdings den Nachteil, dass nun das ganze Abteil nach Käse riecht bzw. stinkt.

Um 13:00 Uhr rollen wir in Ternopol ein. Auf dem Bahnsteig ist einiges los.

Sehr auffällig ist, dass auf den Bahnsteigen hier und auch in der Slowakei immer mindestens ein Polizist steht.

Über Chmelnizkij (14:59 Uhr) und Vinnica (17:06 Uhr) geht es weiter in Richtung Kiew. Durch den Zug läuft ein Mann, der anbietet Geld zu wechseln. Er bietet einen guten Kurs an und ich tausche für den Notfall mal 20.- Euro und bekomme dafür genau 800.- Russische Rubel. Die 25.- UHR, die ich noch aus Lemberg habe, tausche ich auch gleich in Rubel.

Nach dem Geldtausch gehe ich mit meinem Mitbewohner in den Speisewagen und ich gönne mir eine kalte Dose Bier (0,5 Liter) für 70.- Rubel (ca. 1,75 Euro). Er gönnt sich mal auf die Schnelle 3 Dosen. Während er leer trinkt, gehe ich zum Abteil zurück und esse von meiner mitgebrachten Wurst und etwas Speck.

Um 20:15 Uhr fährt der Zug in Kiew ein und ich verabschiede mich von Douglas aus Kanada, der hier aussteigt und ein paar Tage in Kiew bleiben will. Im Anschluss will er noch nach Moldawien und zurück nach Rumänien, wo er schon ein paar Tage seines 6-wöchigen Urlaubes verbracht hat. Ende Mai fliegt er dann zurück nach Kanada.

Ich mache noch einen kurzen Spaziergang auf dem Bahnsteig in Kiew.

20:43 Uhr verlassen wird pünktlich Kiew in Richtung Konotop Pass, der letzte Halt in der Ukraine vor dem Grenzübertritt nach Russland. Ich habe keinen neuen Mitbewohner für mein Abteil ab Kiew bekommen, allerdings hat sich einer der Zugbegleiter im oberen Bett niedergelassen und schläft den Schlaf des Gerechten.

Die letzte Bahnstation in der Ukraine erreichen ich um 23:35 Uhr. Hier betreten nochmals die Grenzbeamten den Zug und kontrollieren die Pässe zur Ausreise. Das ganze Procedere geht zügig, es gibt einen Ausreisestempel (links) und der Zug verlässt die Station in Richtung Russland gg. 00.00 Uhr.

© 1000 Baht, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit dem Zug von Frankfurt/Main über Bratislava nach Moskau und weiter mit der Transmongolischen Eisenbahn durch Russland und die Mongolei nach Peking
Details:
Aufbruch: 10.05.2013
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 24.05.2013
Reiseziele: Deutschland
Österreich
Slowakei
Ukraine
Russland / Russische Föderation
Mongolei
China
Vereinigte Arabische Emirate
Der Autor
 
1000 Baht berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.
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