Italien-Reisebericht :Abruzzen: Der Gran Sasso Nationalpark

Chieti und sein Nationalmuseum

Wer die Zeit erübrigen kann, sollte unter keinen Umständen einen Besuch im Nationalmuseum von Chieti verpassen. Hier finden sich noch kulturelle Überbleibsel der itakischen Stämme, die dieses Gebiet - das Plinius der Ältere für die Heimat der tapfersten Völker Italiens hielt - vor der Eroberung durch die Römer besiedelten.

Das Nationalmuseum beherbergt unter anderem eine überlebensgroße Skulptur des Kriegers von Capestrano aus dem 6. Jahrhundert v.Chr. und eine Stele mit oskischer Inschrift. Das Oskische, ein indogermanisches Idiom, war die gemeinsame Sprache und Schrift der vor den Römern hier beheimateten Italiker. Sie prägten sogar eigene Münzen mit oskischer Aufschrift.

Die itakischen Bergstämme der Abruzzen wehrten sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Kräften gegen die Eroberung durch die Römer. Im Bundesgenossenkrieg (91-88 v.Chr.) kam es zum letzten Versuch der Italiker, sich gegen die Römer zu behaupten. Hauptstadt des Widerstands wurde die Stadt Corfinio im Land der Paeligner, das von den vereinigten Italikern Italia genannt wurde. Erst als ihnen die Römer 89 v.Chr. die römischen Bürgerrechte zuerkannten, konnten die Italiker in das Imperium integriert werden.

Wer sich für diesen alten Teil der Geschichte interessiert, sollte bei Tornareccio die Ruinen von Pallanum besuchen. Hier befand sich vom ca. 7. bis 2. Jahrhundert v.Chr. der Sitz des itakischen Stammes der Frentaner.

© Angelika Gutsche, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Auf dieser Reise möchten wir den nördlichsten Teil der Abruzzen erkunden: den Gran Sasso. Er ist das einzige hochalpine Gebirgsmassiv Italiens außerhalb der Alpen und das höchste Gebirge des Apennin. Hier finden sich überwältigende Natureindrücke und faszinierende Kulturdenkmäler.
Details:
Aufbruch: 24.05.2008
Dauer: 14 Tage
Heimkehr: 06.06.2008
Reiseziele: Italien
Der Autor
 
Angelika Gutsche berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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