Italien-Reisebericht :Apuliens Norden: die Capitana

Camping in den Daunischen Bergen

Nachdem wir uns mit Alberto in der Bar getroffen und ihn auf seine Alm zurückgebracht haben, folgen wir der kleinen Straße mit wunderschönen Ausblicken auf die Tavoliere in den Ort Deliceto. Zu Fuß machen wir uns von der Piazza auf zur alles beherrschenden Festung, die wir leider verschlossen vorfinden. So erledigen wir im Ort nur noch ein paar Einkäufe, bevor wir weiter Richtung Accadia fahren.

Deliceto

Deliceto

Die Landschaft ist wunderschön, doch wird das Bergwaldgebiet rauer. Auf den Bergrücken finden sich viele Windränder. Apulien hat dank seines Präsidenten Nichi Vendola und dessen ökologischem Anspruch den höchsten Anteil an Alternativstrom in ganz Italien. Wir suchen einen Lagerplatz und endlich geht rechts eine kleine Straße ab. Wir befinden uns auf einer großen Lichtung mit Picknickplatz, einer wohl schon seit längerem geschlossenen Jugendherberge und wenigen Ruinen aus römischer Zeit. Auf den Bergrücken (Tremonte, Titoli 1030 m) sind Windräder aufgestellt. Ecco! Hier bleiben wir! (B 41°10'44'' / O 15°21'37'')

Abends kommen Ziegen und Schafe mit zwei Hütehunden an uns vorbei, eine Viertelstunde später folgen die Kühe mit zwei ragazzi, die uns freundlich grüßen. Bald schon zieht der Mond wie ein orange leuchtendes Lampion langsam seine Bahn über das Firmament. Der Mann im Mond blinzelt uns zu.

Daunische Berge mit den Gipfeln des Tremonte und des Titoli

Daunische Berge mit den Gipfeln des Tremonte und des Titoli

Schon früh werden wir von Kuhglocken geweckt. Zuerst ignorieren wir das Geräusch, doch als etwas fest gegen das Auto trommelt, stehen wir doch auf. Es sind Kuhschwänze, die gegen das Autoblech schlagen. Ziegen, Schafe und Kühe umstehen den Camper und käuen wieder. Das ist Neugierde pur!

Nach dem Frühstück, die Herde ist inzwischen weiter gewandert, spazieren wir zur ausgeschilderten Quelle und steigen durch den Eichenwald bergan Richtung Gipfel. Die Kühe sind hier wirklich gut dran: Sie spazieren den ganzen Tag durch den Bergwald und überall gibt es herrlich frisches Quellwasser. Das Näherkommen der Kuhherde kündigen vorab Schwärme von Fliegen an, die die Tiere begleiten. Empfinden Kühe Fliegen genauso lästig wie wir? Dann sind sie vielleicht doch nicht so glücklich?

© Angelika Gutsche, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Auf dieser Entdeckungsreise durch Nordapulien, das auch die Bezeichnung Capitana trägt, besuchen wir zunächst nördlich von Bari an der Küste gelegene geschichtsträchtige Orte. Anschließend lassen wir den touristisch bestens erschlossenen Gargano außen vor, um stattdessen in der großen Ebene mit dem Namen Tavoliere sowohl auf den Spuren der alten Römer als auch der mittelalterlichen Staufer zu wandeln. Zur Abkühlung geht es in die Daunischen Berge, einem Ausläufer des Apennins.
Details:
Aufbruch: 10.06.2011
Dauer: 17 Tage
Heimkehr: 26.06.2011
Reiseziele: Italien
Der Autor
 
Angelika Gutsche berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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