Spanien-Reisebericht :El Modernisme - der spanische Jugendstil in Katalonien

Ruta del Cister - Route der Klöster

Die drei Klöster dieser Route - Monestir de Santes Creus , Monestir de Poblet und Monestir Vallbona de les Monges - bilden mit ihren Standorten nahezu ein gleichseitiges Dreieck von ca. 30 km Schenkellänge.

Unserer Tour der Weinkathedralen nach war das Monestir de Santes Creus das erste, das wir besichtigen konnten. (Man sollte wissen, dass ein Kombiticket zum Preise vom 7 € fast 40% Ersparnis gegenüber den Einzeleintrittspreisen bietet.)

Blick auf den Ort mit Monestir de Santes Creus

Blick auf den Ort mit Monestir de Santes Creus

Dieses Zisterzienserkloster ist nicht ganz so groß und nicht ganz so bekannt wie Poblet. Es wurde Mitte des 12. Jh. gegründet. In der Anfangsphase hatte Santes Creus sogar einen höheren Stellenwert als Poblet, da hier zunächst die aragonesischen Könige bestattet wurden. Der spätere geschichtliche Ablauf ähnelt dem von Poblet, denn ab 1835 verfiel auch Santes Creus aufgrund der Zerstörungen im Zuge der Säkularisierung.

Blick durch die äußere Toranlage auf den länglichen Placa Maior und die romanische Fassade der Kirche

Blick durch die äußere Toranlage auf den länglichen Placa Maior und die romanische Fassade der Kirche

Springbrunnen auf dem Placa Maior - die Gebäude entlang des Platzes haben gemalte Fassaden (Lisenen/ Fensterrahmen/ Säulen)

Springbrunnen auf dem Placa Maior - die Gebäude entlang des Platzes haben gemalte Fassaden (Lisenen/ Fensterrahmen/ Säulen)

Plan aus dem Kombiticketheft mit Zuordnung der Bauteile zu den Epochen 
(Osten ist im Plan oben)

Plan aus dem Kombiticketheft mit Zuordnung der Bauteile zu den Epochen
(Osten ist im Plan oben)

gotischer Kreuzgang

gotischer Kreuzgang

Figurenkapitelle im Kreuzgang

Figurenkapitelle im Kreuzgang

Kapitelsaal neben dem kreuzgang mit den Ruhestätten mehrerer Äbte

Kapitelsaal neben dem kreuzgang mit den Ruhestätten mehrerer Äbte

Grundsätzlich sind die drei Klosteranlagen dreiteilig aufgebaut. Der eigentliche Klosterbereich wird durch das Tor Porta Reial betreten. Danach erreicht man den gotischen Kreuzgang, dessen Errichtung 1313 begonnen wurde. Es folgt der Kapitelsaal mit den Ruhestätten von mehreren Äbten.

Der Schalfsaal der Mönche im 1. Stock

Der Schalfsaal der Mönche im 1. Stock

der alte Kreuzgang mit den ältesten Bauteilen des Klosters

der alte Kreuzgang mit den ältesten Bauteilen des Klosters

der kleine Königspalast im Kloster

der kleine Königspalast im Kloster

Der Schlafsaal der Mönche liegt eine Treppe höher. Etwas abseits schließt sich der alte Kreuzgang an, wo sich die ältesten Bauteile des Klosters befinden. Der kleine Palau Reial, der Königspalast, liegt ebenfalls ein wenig versteckt.

Rosette in der Westfassade der Klosterkirche

Rosette in der Westfassade der Klosterkirche

Die streng-nüchtern erbaute Klosterkirche ist sehr dunkel - lediglich ein Rosettenfenster läßt Licht ins Hauptschiff.

Ganz im Gegensatz zu Santes Creus kann man das Monestir de Poblet nur im Rahmen einer Führung besichtigen. Das bedeutet zunächst Wartezeit, da die Gruppen selbst im Oktober bei halbstündigem Abstand recht groß waren, hatten wir wenig Gelegenheit unsere eigenen Wege zu gehen. Zudem mußten wir wegen der in Spanien üblichen (langen) Mittagspause darauf achten, auch noch das 3. Kloster zu erreichen.

Placa Reial mit der Porta Reial (links) und dem Eingang zur Klosterkirche (rechts)

Placa Reial mit der Porta Reial (links) und dem Eingang zur Klosterkirche (rechts)

Das Kloster Santa Maria de Poblet ist das größte und bedeutendste Zisterzienser-Kloster in Katalonien und zählt zum Weltkulturerbe der Menschheit. Es wurde von Graf Ramón Berenguer IV. im Jahre 1151 gegründet und dann dem Orden der Zisterzienser übergeben zum Dank nach der Vertreibung der Mauren.
Poblet wurde recht schnell religiöses Zentrum. Nach Santes Creus wurden dann auch die Könige von Aragon hier bestattet. Auch wirtschaftlich entwickelte sich das Kloster, da es mehrere Ländereien bewirtschaftete und 60 Dörfer beherrschte. Aber - wie fast überall - wurde auch dieses Kloster Opfer der Plünderungen durch französische Truppen (1812) und 1835 im Zuge der Säkularisierung zerstört. Ein Jahrhundert unbewohnt, begann 1930 eine Restauration, 1940 kehrten die ersten Mönche zurück, selbst heute leben noch etwa 30 Mönche in Poblet.

Das Kloster besteht aus drei ummauerten Teilbereichen. Der erste und äußere Bereich wird durch die Porta de Prades begrenzt. Die zweite Mauer durchschreitet man durch die Porta Dorada. Dahinter befindet man sich dann auf der Placa Major mit einem monumentalen Steinkreuz.

Königstor - Zugang zum Kloster

Königstor - Zugang zum Kloster

Durch das mit zwei gewaltigen Türmen geschmückte Königstor, die Porta Reial, wird der eigentliche Klosterbereich erreicht. Dieser ist von einer 608 m langen, 11 m hohen und 2 m dicken Mauer umgeben, die ab 1366 erbaut wurde.

Eingang zur Klosterkirche von der Placa Maior

Eingang zur Klosterkirche von der Placa Maior

Die dreischiffige Klosterkirche betritt man ebenfalls von der Placa Maior. Sie entstand Ende des 12. Jh. und fällt relativ schlicht aus. Das Alabaster-Retabel im Renaissance-Stil aus dem 16. Jh. am Eingang ist dagegen sehr viel prächtiger.

Altar der Klosterkirche

Altar der Klosterkirche

In der Klosterkirche fanden acht Könige, im Saal neben dem Kreuzgang elf Äbte ihre letzte Ruhestätte.

gotischer Kreuzgang

gotischer Kreuzgang

Säulenkapitell

Säulenkapitell

Der große gotische Kreuzgang ist Ende des 12. Jh. angefangen worden, er hat einen mit reichlich Ornamenten geschmückten Säulengang.

Brunnenhaus im Kreuzgang

Brunnenhaus im Kreuzgang

Kapitelsaal

Kapitelsaal

Vom Kreuzgang zweigen die meisten Räumlichkeiten ab, die zu einem Kloster gehören, wie z.B. die Küche, das Dormitorium, der Schlafsaal im oberen Stockwerk oder die Bibliothek.

Leider konnten wir das Museum im ehemaligen Schlafsaal der Mönche aus Zeitgründen nicht mehr besichtigen, da wir unbedingt noch die letzte Führung um 18.30 in Vallbona erreichen wollten. Das Museum dokumentiert die Klosterrestaurierung, zeigt historische Aufnahmen und Modelle und archäologische Fundstücke.

Das Monestir Vallbona de les Monges - etwa 30 km nordwestlich ins Landesinnere gelegen - ist über 800 Jahre alt. Es wird heute von Nonnen bewohnt.

Das Kloster Vallbona liegt mitten in einer kleinen Ortschaft

Das Kloster Vallbona liegt mitten in einer kleinen Ortschaft

Der Aufbau ähnelte grundsätzlich dem der anderen Klöster. Eine äußere Mauer ist Anfang des 20. Jh. abgerissen worden. Das Kloster macht insgesamt einen etwas schlichteren Eindruck und ist wohl auch noch nicht vollständig restauriert.

Kreuzgang - romanische Bögen in großem gotischen Bogen

Kreuzgang - romanische Bögen in großem gotischen Bogen

Kreuzgang

Kreuzgang

Der Kreuzgang stammt aus verschiedenen Epochen, was an den unterschiedlichen Bogenformen und Kapitellen leicht zu erkennen ist.

Vierungskuppel

Vierungskuppel

Die Kirche selbst ist wieder sehr dunkel, nur durch die Fenster des Vierungsturmes tritt zusätzliches Licht ein.

Am Ende der Führung tritt die Dämmerung mit Eilesschritten ein und macht auch dem Fotografieren ein Ende.

Restaurant Mas Comeillas

Restaurant Mas Comeillas

Fast hätte ich es vergessen:
Per Zufall haben wir ein interessantes Restaurant entdeckt: Mas Comellas - an einem Kreisverkehr nahe Vila-Rodona in einem kleinen Industriegebiet. Interessant deswegen, weil alle Wände des Lokals mit Regalen bestückt sind, auf denen die verschiedensten Flaschen ausgestellt sind: hunderte Bier-, Wein-, Cava-, Whisky-, Brandysorten, sogar Wasserflaschen und Essigflaschen ergänzen die Sammlung. Wochentags kostet das 3-Gänge-Menu 8,50 € incl. Brot, Wein, Wasser und Steuer, an Feiertagen 14 €. Es lohnt sich.

© Herbert S., 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Unser vierter Aufenthalt in einer kleinen Wohnung ca. 40 km südlich von Barcelona ist der Ausgangspunkt für gezielte Besichtigungen zum spanischen Jugendstil. Die berühmten Bauwerke von Antoni Gaudi haben wir diesmal praktisch 'links' liegen lassen und uns auf seine Zeitgenossen beschränkt. Dabei sind vor allem Wohnhäuser, Kirchen aber auch Bauten der Land- und Weinwirtschaft zu bewundern.
Details:
Aufbruch: 01.10.2006
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 15.10.2006
Reiseziele: Spanien
Canet De Mar
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.