Bahamas-Reisebericht :Australien-Tasmanien-Neuseeland in 10 Wochen

Erlebnisse in Macao: Great Lake (Highland)

Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden, denn wir wollten zum Great Lake hinauf fahren. Nun war es an der Zeit, etwas anderes als nur Wasser,  Strand und Meer zu sehen. Ungefähr 30 Km nach Bicheno kam eine Abzweigung in Richtung Landes Inneres. Von nun an gings bergauf, und zwar über den Elephantpass. Ich sass wieder einmal am Steuer, und Bäri schwitzte daneben. Es hatte tatsächlich einige schmale Stellen und sogar 2-3 Haarnadelkurven. Zum Glück war da nur wenig Verkehr, so kamen wir doch ziemlich schnell vorwärts. Auf der Passhöhe (450 MüM) aber war gar nichts, kein Schild über die Meereshöhe oder etwas ähnliches. Es ging einfach auf der hinteren Seite wieder moderat hinunter nach St. Marys auf 300 MüM. Hier fühlte es sich an wie bei uns auf 900m. Es ist hier sofort ein anderes Klima, sobald man ins Hinterland fährt.  Wir fuhren also weiter unserem Ziel: ein Campingplatzt bei Minea entgegen. Die Strecke führte lange über eine Hochebene. Rechts von uns erhoben sich felsige Bergkämme. Sogar Eisenbahnschienen haben wir gesehen und uns gefragt, wozu diese eigentlich seien. Denn hier gibt es praktisch keine betriebenen Bahnlinien mehr. Bäri meinte, es könnte eine industriell betriebene Linie sein. Es ging nicht lange hörten wir das Hupen der Lokomotive, und vor uns zog ein langer Güterzug mit Kippwagen vorbei. Das Rätsel war also gelöst, hier musste irgendwo ein Bergwerk sein. Die Strassen sind sehr gut ausgebaut, sodass man meistens zwischen 80-100 km/h fahren kann. Bald führte die Strecke wieder bergauf und der nächste Pass "Poatina" lag schon bald wieder hinter uns. Diese Passtrasse war aber sehr gut ausgebaut und führte aufwärts teilweise 2 Spuren, damit die grossen Lastwagen überholt werden können. Hinter diesem  Pass erblickten wir nun den Great Lake.  Zu unserem erstaunen war es ein riesiger Stausee, der zweit grösste Süßwasser See Australiens und liegt auf 1000 m. Er liegt in der kältesten Region Tasmaniens und war während den Monaten Juli und August auch schon zugefroren. Nun sollte eigentlich bald unser geplanter Übernachtungsplatz kommen. An der nächsten Kreuzung zeigte uns das Navi an nach links abzuzweigen, und dass das Ziel erreicht sei. Doch ausser einem alten Gasthaus das als Hotel angeschrieben war, war weit und breit nichts von einem Campingplatz zu sehen. So fuhren wir auf einer Naturstrasse weiter, in der Hoffnung, dass unser Platz irgendwo in der Pampa draußen zu finden sein wird. Nach 4 Km begannen wir zu zweifeln und kehrten unser langes Fahrzeug auf einer Ausweichbucht um, und fuhren zurück. Wieder an der Kreuzung angelangt, nahmen wir die Strasse nach Links und plötzlich war da auch nur noch Natur pur. Es war kein Dorf oder Ferienhäuser zu sehen, nur der See lag immer schön zu unserer Rechten. Unser Navi spielte verrückt und zeigte verschiedene Varianten, nur ich glaubte ihm nicht mehr alles, seit es uns schon öfters falsch geführt hatte. Nach 10 km Naturstrasse sah ich plötzlich ein Schild, das einen Namen zeigte, der beinahe am oberen Ende des Sees Stand. Waren wir wirklich soo weit hinauf gefahren? Also kehrten wir abermals um und ich übernahm das Steuer, um Bäris Nerven zu schonen. Während der Rückfahrt überholten uns Lastwagen zum Teil mit Anhänger in horrendem Tempo, sodass der Anhänger leicht ins Schleudern kam. Das würde sich bei uns keiner trauen. Schlussendlich standen wir aber gesund wieder an der besagten Kreuzung beim "Hotel Great Lake" und suchten die Tourist- Information. Da war aber ausser einer Tafel nichts. Bäri sprach eine Frau an, die zufällig in der Nähe stand, aber sie konnte auch nicht helfen. Ihr Mann ging dann mit Bäri ins Hotel , um zu fragen, wo denn der Camping sei. Nach einiger Zeit kamen sie heraus und brachten die Lösung. Wir sind wirklich 2x am richtigen Ort vorbei gefahren. Nun stellten wir unser Auto ab und sahen uns etwas die Umgebung an. Wir mussten uns aber sehr warm anziehen, denn es war nur noch 5 Grad und ein giftiger Wind blies.

Nach einem kurzen Spaziergang am See ohne eigentlichen Weg, kehrten wir schnell zu unserem warmen Womo zurück. Der Ofen, den wir bei Apollo gemietet haben, hat bisher schon sehr gute Dienste erwiesen.  Ohne ihn wären wir wahrscheinlich "erfroren"!
Ich richtete uns einen feinen z'Nacht und während wir uns über unsere  Fahrt unterhielten, dämmerte es bereits. Plötzlich sah ich, wie ein kleiner Hase vor unserem Womo am fressen war. Es ging nicht lange, kamen 3 Wallabys aus dem Wald auf unseren Vorplatz und frassen in aller Ruhe. Eines davon hatte ein Junges in seiner Tasche. Es schaute ganz vorwitzig heraus. Als es draussen immer dunkler wurde, kroch das Junge plötzlich aus dem Beutel und hüpfte übermütig mit kurzen Sprüngen über die Wiese. Es war voller Lebensfreude und erschien uns wie ein kleiner Lausbub. Es ging nie weiter weg als ca. 10m , dann kehrte es wieder zum Mami zurück. Ich hätte dem Spiel  noch lange zuschauen können, aber in der Dunkelheit waren die Tiere nur mehr schwer zu erkennen gewesen.  Alles in Allem war es doch wieder ein schöner Tag gewesen, und das Tiererlebnis liess uns alles Andere vergessen.

Hochebene im Hinterland

Hochebene im Hinterland

Die ersten Berge

Die ersten Berge

Zu schnell gefahren?

Zu schnell gefahren?

Beim Bahnübergang

Beim Bahnübergang

Güterzug mit ca. 20 Wagen

Güterzug mit ca. 20 Wagen

Kehrplatz auf Naturstrasse

Kehrplatz auf Naturstrasse

Die verzwickte Kreuzung

Die verzwickte Kreuzung

Warm angezogem

Warm angezogem

Känguru-Mami mit Lausbub

Känguru-Mami mit Lausbub

Am nächsten Morgen leichter Schneeregen

Am nächsten Morgen leichter Schneeregen

© Annamaria Weber, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am 24.9.2016 starten wir (das sind Bäri 77 + Annamaria 64) mit unserer grossen Reise via Hongkong nach Bisbane. Dort werden wir ein Wohnmobil mieten und damit innerhalb von 4 Wochen nach Melbourne fahren. Weiter geht die Reise für 10 Tage nach Tasmanien und danach 4 Wochen durch Neuseeland.
Details:
Aufbruch: 24.09.2016
Dauer: 11 Wochen
Heimkehr: 09.12.2016
Reiseziele: Hongkong
Bahamas
Neuseeland
Der Autor
 
Annamaria Weber berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Annamaria über sich:
Schon immer war es ein grosser Wunsch von mir, einmal die weite Welt kennen zu lernen und mit fremden Menschen in deren Heimat zu leben. Nun geht er bald in Erfüllung. Ich werde ganz alleine nach Thailand reisen und dort vorerst 2 Wochen in einem Elefanten-Camp als Volunteer arbeiten und leben. Davon werde ich Euch, sobald ich Internet-Kontakt habe, immer wieder erzählen.