5 Monate "Flitterwochen"

Reisezeit: Februar - Juli 2015  |  von Vi O.

Jamaica: Negril

Negril

24.03.15

Der Abschied am nächsten Morgen liess sich nicht aufhalten und wir liessen uns vom privaten Chauffeur, der aber nicht mehr verlangte als ein Router, nach Black River bringen. Dort mussten wir auf einen Bus umsteigen. Wir seufzten, der Bus war halb leer. Ganz zu unserem Erstaunen fuhr er aber sofort los, als wir drinnen sassen. Es war ganz komisch, die Beine richtig bewegen zu können!
Nach einer längeren Fahrt trafen wir bei einer Tankstelle in Savanna la Mar ein, dort stiegen wir auf ein kleineres Taxi um. Die Beinfreiheit von vorhin wurde hier bestraft. Wir sassen zu viert auf der Rückbank. Dann in Negril mussten wir erneut umsteigen, wurden dafür aber vom neuen Taxi bis zum Hotel gebracht. Von Tür zu Tür brauchten wir etwa drei Stunden.
Als wir in unser Hotelzimmer geführt wurden, waren wir etwas sprachlos und zwar nicht im positiven Sinne! Klar, wir konnten nicht alles am Kudehya messen, aber wir hatten für das gleiche Geld erwartet, dass der Raum zumindest sauber wäre. Dazu war er klein, niedrig und der versprochene "Balkon" ein schlechter Witz. Damiano überredete mich dann, dass wir erneut an die Reception gehen und reklamieren. Wir staunten über die verständnisvolle und kooperative Reaktion! Zwanzig Minuten später sassen wir im neuen Zimmer, doppelte Grösse, Bett war von Queensize auf Kingsize gewachsen und auf den Balkon hätten wir noch 5 Leute zum feiern mitnehmen können. Super!
Über unseren Köpfen braute sich ein ziemliches Unwetter zusammen. Wir verbrachten Zeit am Hoteleigenen Tischtennistisch und im Pool. Abendessen gab es zwei Häuser weiter an einem Jerk Chicken Stand, lecker und günstig.

25.03.15

Das beste Frühstück gäbe es im Kuyaba Hotel, meinte unser Reiseführer. Das wollten wir natürlich ausprobieren und liefen die 15 Minuten dafür der Hauptstrasse entlang. Es war wirklich sehr lecker, Pancakes, French Toast und frische Früchte. Dazu hatte man noch einen wahnsinns Blick aufs Wasser. Wir waren etwas irritiert, denn das Meer glitzerte türkisblau, stand regungslos und sah aus wie im Paradies. Als wir gestern bei uns im Hotel kurz an den Strand gingen, hatten wir graue Suppe und Wellen. Wird es heute bei uns auch so aussehen?
Bevor wir das erkunden konnten, gingen wir heute in die Shopping Mall "Time Square". Damiano brauchte neue Flip Flops. Die witzige Geschichte dahinter ist, dass er seine einmal draussen gelassen hatte zum Trocknen und ein Hund sich einen davon geschnappt hatte - weg war er! Obwohl er immer wieder geschimpft hatte, dass er keine mehr besass, kaufte er keine neuen. Die einen waren zu teuer, die nächsten nicht bequem... Typisch Mann Auf alle Fälle liefen wir dann in der Shopping Mall an einen Laden der Flip Flops verkaufte: bequeme und günstige, hurra! Aber sie verkauften auch noch viel mehr. Da äusserte Damiano den Satz, den ich wohl noch nie von ihm gehört hatte: "Sara, heute hab ich Lust auf Shopping!" Nachdem ich mich vergewisserte, dass ich mich nicht verhört hatte, liessen wir uns in dem Laden viel Zeit und kauften richtig ein. Tshirts, Tasche, Kleidchen, Schnorchelausrüstung und natürlich die Flip Flops. Na, hoffentlich gehen unserer Rucksäcke noch zu!
Zurück liefen wir alles dem Strand entlang. Der Seven Miles Beach ist 11 Kilometer lang und tatsächlich überall genau gleich schön. Bei uns am Hotelabschnitt bestaunten wir also auch kristallklares Wasser und spürten feinsten Sand zwischen den Zehen. Das Unwetter gestern liess das Meer dort nicht gleichschenklig aussehen.

Da holten wir natürlich nur noch kurz unsere Badesachen und ab an den Strand! Die Schnorchelausrüstung nahmen wir zum Testen mit, morgen wollten wir dann bei der felsigen Gegend von Negril ins Wasser hüpfen. Fische sahen wir zwar keine, aber oh Schreck, keine zwei Meter neben Damiano tauchte plötzlich ein Stachelrochen auf! Ein Riesenkaliber, zum Glück hatte er die Go Pro dabei.
Am späteren Nachmittag liessen wir uns zum weltberühmten Rick's Cafe bringen, eine Bar und Restaurant beim West End von Negril. Wir staunten über die Grösse von diesem Restaurant. Es war wirklich riesig und eine absolute Touristenhochburg. Es steht auf den Klippen und wenn man wagemutig ist, kann man von 10 Metern runterspringen in die türkisfarbene Bucht. Ein paar professionelle Klippenspringer machten Dreifachsaltos und es folgte tosender Applaus von den Zuschauern. Auf der andern Seite vom Rick's kann man den Sonnenuntergang bestaunen. Die Stimmung ist ähnlich wie beim Mallory Square auf Key West, Florida.
Uns hat's gefallen!
Später, in der Nähe von unserem Hotel liessen wir uns von unserem Instinkt in eine kleine Strandbar leiten um dort zu essen. (Rick's wäre viel zu teuer gewesen!) Damiano hatte den zweitbesten Burger seinens Lebens und ich einen weltklasse Burrito.
Danach waren wir in Unternehmungslaune. Negril, die Partyhochburg von Jamaica, das wollten wir nun ausprobieren. Die Enttäuschung liess nicht lange auf sich warten. Es war alles geschlossen und am ganzen Strand noch eine Handvoll Menschen anzutreffen, wie ausgestorben.
Ich glaube, Negril erholt sich gerade vom Spring Break der Amerikaner, der hat nämlich dort vor einer Woche noch stattgefunden. Naja, dachten wir, gingen nach Hause auf Balkonien und lasen in unseren Büchern. So genossen wir die Ruhe von Negril!

26.03.15

Heute erwarteten wir spontan Besuch von unseren kanadischen Freunden. Sie fuhren in Oracabessa los und standen drei Stunden später vor unserem Hotelzimmer. Da sie ein Auto hatten, waren wir mit ihnen zusammen natürlich viel flexibler. So konnten wir beim Hotel Xtabi halten, um einen Schnorchelstop zu machen. Dort hat es zwar keinen Sandstrand, dafür aber tolle Höhlen und ein Korallenriff vor der Türe. Leider war die Unterwasserwelt nicht so prachtvoll, wie wir uns das vorgestellt hatten... Um viele Fische und andere Meeresbewohner zu sehen, muss man wohl tatsächlich auf eines der vielen Schnorchelboote gehen, die ziemlich teuer sind.
Danach stand nochmals ein Besuch bei Rick's an, da die vier Kanadier natürlich auch noch einen Blick auf die Klippenspringer werfen wollten. Kurzerhand beschloss Damiano, dass er zu diesen dazugehören wollte, schnappte seine Gopro und lief entschlossen zum höchsten Punkt der Klippen (ca. 10 Meter). Er schaute nicht einmal nach unten, sondern sprang sofort in die tiefe Buch hinab. Wow sah das spektakulär aus! Da wollte ich doch schon auch mal schauen, ob ich mich das auch getrauen würde. Nach einem zögerlichen Blick vom Spitz der Klippe runter, entschloss ich mich, den Sprung vom 7 Meter Punkt zu wagen. Es war unglaublich hoch! Und es war auch anders als der Sprungturm in der Badi, denn die Klippen stehen nicht so weit heraus. Ich sprang trotzdem. Mein Schrei dazu war scheinbar der lauteste des Tages!
Dass ich nicht schön ins Wasser eintauchte, merkte ich einerseits am Brennen an meinem Allerwertesten und zum andern am Lachen der Zuschauer.
Dass mich mein Mut aber noch so bestrafen würde, konnte ich mir damals noch nicht vorstellen... Mehr dazu am nächsten Tag!
Nach einmal anstossen mit den andern Klippenspringern fuhren wir nochmals in der Mall vorbei, wo wir schon gestern viel gekauft hatten. Irgendwann verabschiedeten wir uns dann von unseren Kanadiern, die hatten noch eine lange Heimreise vor sich und wollten davon einen Teil bei Tageslicht fahren können.
Damiano und ich hingegen gönnten uns ein luxuriöses Abendessen im Spa Retrat Hotel. Eine Nacht dort kostet 500 Schweizer Franken! Das Essen zum Glück nicht ganz soviel Aber es war absolut fantastisch, Jerk Pasta, selten etwas so Gutes gegessen!

Hui, ein Riese am Strand

Hui, ein Riese am Strand

Seven Miles Beach

Seven Miles Beach

Mein Lieblingsfoto von Jamaica

Mein Lieblingsfoto von Jamaica

Damiano und ich beim Schnorcheln

Damiano und ich beim Schnorcheln

Klippensprung mit Folgen...

Klippensprung mit Folgen...

© Vi O., 2014
Du bist hier : Startseite Karibik Jamaika Negril
Die Reise
 
Worum geht's?:
5 Monate um die Welt reisen... Ein Traum geht in Erfüllung!
Details:
Aufbruch: 18.02.2015
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 13.07.2015
Reiseziele: Kuba
Jamaika
Vereinigte Staaten
Hongkong
Thailand
Laos
Kambodscha
Vietnam
Der Autor
 
Vi O. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.