Martinique-Reisebericht :Karibikkreuzfahrt unter vollen Segeln

Nach 7 Jahren mal wieder zum Segeln in die Karibik, mitten im hiesigen Winter. Es sollte eine Traumreise werden, und dieses Mal wurden alle Erwartungen erfüllt und übertroffen dank der Umsicht, Toleranz und liebevollen Bewirtung durch des Eignerehepaar der AMBASSADOR.

Bei der Buchung kann man die meisten Fehler m

Sollten wir nach 6 Jahren Enthaltsamkeit mal wieder einen Segeltörn in die Karibik machen ? Immer wieder fragten wir uns das. Mit 4 Mann könnte man ein komplettes Boot chartern, aber das muß dann am Ausgangsort zurückgegeben werden. Damit würden wir unseren Aktionsradius um über die Hälfte verkleinern und würden die Rückfahrt schon als Ausklang unter Zeitdruck betrachten müssen. Also irgendwo als Kojengast mitsegeln ? Und dann die Macken eines Skippers oder anderer Mitsegler ertragen müssen ? Alte Bekanntschaften aus der Karibik revitalisieren, auch wenn sie negativ waren ? Mit so vielen Bedenken konnten wir uns immer wieder selbst verunsichern, und dabei verstrich kostbare Zeit.
Bis mir das Internet einfiel und Sigi, einen Charterskipper, den wir in der Rodneybay in St. Lucia im März 2000 mal kurz während eines Schauers auf seinem Boot besucht hatten. Er hatte damals die Zeit genutzt, uns sein Boot zu zeigen und uns von seiner Segelphilosophie zu erzählen. Diese Alternative hatte sich in meinem Gedächtnis festgesetzt, leider aber nicht seine Webseitenadresse geschweige denn seine Mailadresse. Und nur, weil ich mal einen Bindestrich zwischen sigi und segeln.de in der Googlesuchmaschine eingesetzt hatte, wurde ich fündig. Der Rest war dann in wenigen Stunden, gleich mit den Flugbuchungen, erledigt, und von September an konnten wir uns auf einen Dreiwochentörn auf der AMASSADOR, Sigis 49 Fuß -Segelyacht, von Martinique nach Trinidad freuen, Vollpension ohne Getränke waren gleich mit bestellt, so bequem hätten wir es nicht einmal auf unseren eigenen Booten hierzulande haben können.

Am Sonntag, den 21.Januar 2007

trifft sich die Gästecrew nacheinander auf dem Flughafen CDG in Paris: Wolfgang und Manfred (ich) aus Hamburg, Jonas aus Münster/Düsseldorf und Werner aus Hannover. Gemeinsam geht's es dann von Orly aus zum 8-Stunden Sprung über den Atlantik. AIR FRANCE setzt Maßstäbe bei der Verwöhnung: Wir bekommen die besten Plätze am Notausgang, an dem wir die Beine ausstrecken und jederzeit aufstehen und uns recken können und beim Servieren der Mahlzeit übernehmen wir gleich je 3 Flaschen Rotwein von abstinenten Passagieren zusätzlich. Besser kann es uns nicht gehen und ohne in die Uhr zu sehen, finden wir uns nach einem Schläfchen in Martinique wieder. Die mitgebrachte Radar-Nationalflagge brauche ich als Erkennungszeichen gar nicht erst auszurollen, Sigi erkennt uns im Gedränge des Terminals auch so und im Abendlicht können wir uns anschließend an Bord überzeugen, dass die AMBASSADOR noch dasselbe Schiff ist, auf dem wir im Jahr 2000 mal Stippvisite gemacht hatten: Zwei Doppelkojen vorn mit Zugang zu Toilette/Bad, das zugleich vom Eignerehepaar genutzt wird, deren Doppelkoje dahinter, an Backbord, gegenüber der Küche an Steuerbord liegt. In der Mitte, etwas erhöht über dem Maschinenraum, die Messe, in der uns Sigis Frau AnnMarie schon einen apetitlichen Abendbrottisch gedeckt hat, sogar mit eigenen Bordservietten! Jonas und Werner teilen sich die geräumige Achterkajüte unter dem ebenso geräumigen Cockpit und würden mit Wolfgang und mir nicht mehr tauschen wollen. Wir auch nicht, weil wir annehmen, dass wir bei 29 Grad an Bord mit dem Öffnen der Vorderluke die bessere Lüftung haben dürften. Denn das Boot liegt immer vor Anker mit dem Steven gegen den Wind, so dass wir die Brise aus erster Hand bekommen werden. Unsere wenige Wäsche, die wir mitgebracht haben, bringen wir in den zahlreichen Schapps spielend unter, schließlich stellt Sigi auch Bettwäsche und Handtücher- wie im Hotel.
Beim Begrüßungstrunk, deutschem Bier aus der bordeigenen Kühltruhe, stellt er seine Frau AnnMarie vor, sie ist aus Trinidad, ihre Eltern sind vor Jahrzehnten aus Indien dorthin eingewandert. 1983 ist Sigi aus Bayern in die Karibik gekommen, hat dort schon an die 30000 Meilen abgesegelt, lebt die meiste Zeit auf dem Boot, aber hat mit seiner Frau in Trinidad auch ein Haus gebaut. Das wird in der Zeit genutzt, in der das Boot im Sommer zum Reparieren an Land liegt.
Der erste Abend hat sich gut angelassen, und um 23 Uhr Ortszeit (= 4 Uhr MEZ) fallen wir in die Kojen.

Beinfreiheit und anschließend 3 Fläschchen Rotwein für jeden!

Beinfreiheit und anschließend 3 Fläschchen Rotwein für jeden!

© Manfred Sürig, 2007
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 21.01.2007
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 14.02.2007
Reiseziele: Martinique
St. Lucia
St. Vincent und die Grenadien
Grenada
Trinidad und Tobago
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt. Manfred über sich:
pensionierter Zentralbanker, der zwischen 65 und 80 noch Europa hautnah erleben will, besonders die nun zugänglichen Länder im östlichen Europa. Fahrradreisen 2000 in die Slowakei, 2001 Tschechien/Slowakei,2002 Slowakei und Ungarn, 2003 Rumänien, Bulgarien und Ukraine, 2004 Ukraine Rumänien und Moldawien und 2005 durch den ganzen Balkan, 2006 wieder in die Slowakei und 2007 mal in die Schweiz und nach Frankreich, 2009 und 2010 wieder nach Tschechien und in die Slowakei, ab 2011 mit Enkel Dominik jedes Mal auf einen anderen hohen Berg zu Fuß in der Tatra, den Waldkarpaten und in der Mala Fatra.
Zweites Hobby: Segeln, nach dem Eintritt in den Ruhestand wird auch mal im Winter Urlaub gemacht, da bietet sich die Karibik an. Seit 2007 nun immer mit demselben Vercharterer aus Trinidad