Niederländische Antillen-Reisebericht :Altherrensegeln in den Virgin Islands 2008

Ein "Wintersport" bei 29 Grad auf dem Wasser, diesen Traum wollten wir uns noch einmal erfüllen. Mit der 49-Fuß Segelyacht von Sigi, gut betreut von seiner Frau AnnMarie wurde es wieder ein Erfolg, der uns ins Schwärmen geraten läßt, die Bilder sagen mehr als der Bericht...

ratenweise Anreise mit Hindernissen

Wolfgang und Werner wollten so viel Karibik wie möglich haben. Also hatten sie bei Sigi gleich 4 Wochen gechartert mit Start in Guadeloupe, Jonas und ich wollten bescheidener sein und erst eine Woche später, am 20.1.2008, in St. Maarten zusteigen.

Doch wer zu spät kommt den bestraft das Leben.

Als der Flieger von AIR FRANCE schon im Sinkflug nach St. Marten ist und wir uns anschnallen müssen, da dreht er eine scharfe Kurve und steigt wieder auf.
Sorry, in St. Marten steht die Landebahn unter Wasser, wir müssen die Fahrgäste leider nach Guadeloupe fliegen.
Na schön, dann wird es eben etwas später.
Aber in Guadeloupe versagt die Klimaanlage, was wir in 4 Stunden Wartezeit auf der Rollbahn hautnah zu spüren bekommen, dann geht nichts mehr und wir müssen das Flugzeug verlassen. 180 Passagiere auf dem kleinen Fluglatz von Point-a-Pitre zu versorgen, das überfordert das dortige Bodenpersonal. Hotels gibt es nur für Familien mit Kindern, Informationen über Weiterflüge gibt es gar keine, später ein paar halbamtliche Gerüchte, im übrigen wird die Wartehalle nachts wenigstens nicht geschlossen, aber Bistro und Imbißbuden ziehen die Rolläden herunter. Gestrandete Fluggäste verschwinden so am einfachsten aus dem Blickfeld.
Immerhin ist der Fußboden sauber und warm, wenn auch steinhart zum Liegen, unser Gepäck muß als Kopfkissen und Liege herhalten. Morgens um 6 Uhr werden wir hochgescheucht und samt Gepäck durch endlos lange Hallen gejagt, dann gehts weiter nach St. Maarten, es sind inzwischen nur noch 100 Passagiere, aber sie kommen wenigstens alle mit. Mit 17 Stunden Verspätung landen wir dann auf dem Koningin Juliana Airport auf St. Maarten.
Nur 200 Meter von der Landebahn entfernt sehen wir die AMBASSADOR in der Lagune vor Anker liegen, die Mannschaft genießt gerade das Frühstück. Statt uns zu bedauern, müssen wir uns Vorwürfe anhören: Gegossen hat das gestern, der ganze Flughafen stand unter Wasser, wir mitten drin, wollten Euch abholen und mußten extra deswegen in eine Bar gehen. Informationen gabs keine, also haben wir in der Bar weiter warten müssen!
Dabei sind sie wohl versackt und konnten deswegen das heutige Frühstück erst verspätet einnehmen.
Wir ziehen uns erst einmal unsere verschwitzten Klamotten vom Körper und springen zum ersten Freibad des Jahres über Bord. Erst dann räumen wir unsere Sachen in die Schapps und pflegen die Unterhaltung an Bord ohne weitere Vorwürfe.
Wie wir hergekommen sind, interessiert nicht mehr, umsomehr teilen uns die beiden Eingesessenen mit: Eine tolle Woche wars, mit Wind nie unter 6, wir waren in Antigua, Nevis und St. Bath,

haben zwei große Bonitos an der Schleppangel gehabt, AnnMarie hat sie zubereitet, ein Genuß, Leute! 200 Meilen sind wir schon gesegelt, das könnt ihr gar nicht mehr nachholen!

AnnMarie serviert uns einen kleinen Mittagsimbiß, dessen Clou aus zwei Reststücken des letzten gefangenen Bonitos besteht. Damit wir auf den Appetit kommen und auch was von der Freude an Bord haben. Danach sind wir müde und halten erst einmal einen Tiefschlaf. Auch Werner und Wolfgang legen sich hin, sie scheinen es von gestern her noch nötig zu haben.

© Manfred Sürig, 2008
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 20.01.2008
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 13.02.2008
Reiseziele: Niederländische Antillen
Britische Jungferninseln
Amerikanische Jungferninseln
Puerto Rico
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt. Manfred über sich:
pensionierter Zentralbanker, der zwischen 65 und 80 noch Europa hautnah erleben will, besonders die nun zugänglichen Länder im östlichen Europa. Fahrradreisen 2000 in die Slowakei, 2001 Tschechien/Slowakei,2002 Slowakei und Ungarn, 2003 Rumänien, Bulgarien und Ukraine, 2004 Ukraine Rumänien und Moldawien und 2005 durch den ganzen Balkan, 2006 wieder in die Slowakei und 2007 mal in die Schweiz und nach Frankreich, 2009 und 2010 wieder nach Tschechien und in die Slowakei, ab 2011 mit Enkel Dominik jedes Mal auf einen anderen hohen Berg zu Fuß in der Tatra, den Waldkarpaten und in der Mala Fatra.
Zweites Hobby: Segeln, nach dem Eintritt in den Ruhestand wird auch mal im Winter Urlaub gemacht, da bietet sich die Karibik an. Seit 2007 nun immer mit demselben Vercharterer aus Trinidad