St. Lucia-Reisebericht :Karibikkreuzfahrt unter vollen Segeln

St. .Lucia von Nord nach Süd

Kaum haben wir die Bucht Le Marin auf Martinique hinter uns gelassen, wird der Motor abgestellt und wir genießen Raumschotskurs mit Kurs auf St. Lucia. Wolfgang macht die erste Wache, nachdem wir uns alle mit Unmengen Sonnenschutzcreme Schutzfaktor 20 und 30 einbalsamiert haben. AMBASSADOR verfügt zwar über ein Bimini, ein schattenspendendes Verdeck aus Segeltuch über dem Cockpit, aber in den Vormittagsstunden scheint die Sonne noch schräg und dem Rudergänger wird es bald zu heiß und er muß um Ablösung bitten.
So hat jeder das Vergnügen, mal Steuermann zu spielen, kann sich bei Bedarf aber auch wieder drücken. St.Lucia ist am frühen Nachmittag mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 6 Knoten erreicht, in der Rodney-Bay am Nordzipfel gehen wir vor Anker im Windschatten des Ufers auf 4 Meter Wassertiefe mit 20 Meter Kette. Jetzt ist Zeit für unser Anker-Bier!
Das Bier ist noch nicht getrunken, da wird der Tisch im Cockpit hochgeklappt und AnnMarie serviert eine zünftige Gemüsesuppe, karibisch gewürzt, nachwürzbar mit "Hot Sauce", die einem den Atem stillstehen lassen kann. Da hilft auch kein Löschen mit einem anschließenden Rum-Punch; hat man sich zuviel Hot Sauce genommen, dann muß man sie ertragen. Aber es ist auch so ein schönes Gefühl, wenn der Schmerz nachläßt ! Also nächstes Mal weniger Hot Sauce oder lieber gleich Rum-Punch! Baden kommt auch nicht zu kurz und kaum haben wir es uns an Deck wieder bequem gemacht, da gibt es warmes Abendessen, zu dem der Cabernet Sauvignon ausgesprochen gut mundet, so dass wir noch einen nachgießen. Doch wir sind heute grundsolide und liegen schon um 21 Uhr in den Kojen.

Mittwoch, 24.Januar 2007

Heute haben wir nur knapp 10 Meilen vor uns zur Hauptstadt Castries. Wir können also den Tageslauf besonders langsam passieren lassen. Zum Wassertanken fahren wir in die Lagune zur Marina, wo wir verdutzt feststellen, dass unser 49-Fuß-Boot eher zu den kleineren gehört. Dennoch staunen wir, wieviel Wasser Sigi bunkern kann, es läuft jedenfalls fast eine Dreiviertelstunde in die Tanks, bis wir voll sind. Den Schlag nach Castries machen wir mit Motorunterstützung, denn die Batterien sollen auch aufgetankt werden, damit Bier, Wein und Vorräte schön kühl bleiben.

Castries, die Hauptstadt der Inselrepublik ist eine Touristenfalle, weil zwei riesige Kreuzfahrtschiffe mitten in der Stadt anlegen können. Die Touris werden direkt vom Schiff durch ein Spalier von Souvenirshops zum Gewürzmarkt geleitet und einge von ihnen verlassen dabei gar nicht erst die klimatisierten duty-free-Ladenzeilen. Durchschnittsalter: schätzungsweise über siebzig. Wir ankern im Hafen, fahren mit dem Dinghy ans Ufer und spazieren durch den Markt. An den Linksverkehr müssen wir uns erst einmal gewöhnen, aber für Fußgänger gilt keine Regelung. Auf dem Fischmarkt werden uns Fische angepriesen, deren Frische wir nicht genau definieren können, bei der Hitze riecht alles, und das angebotene Delphinfleisch, knallrot, findet auch nicht unsere Begeisterung. Als wir wieder an Bord motoren, hat Sigi gut vorgesorgt: Eine Flasche St.Lucia Rum ist in seinem Rucksack, die wohl kein Andenken für zuhause bilden wird.

Schnell verholen wir noch zur Vorzeigebucht von St. Lucia, der Marigotbay. Ein Hurrican-hole in üppiger tropischer Umgebung, geprägt von Yachten vor Anker und einem Resort mit feinstem Sandstrand auf einer Landzunge, die in die Bucht hineinragt. Es ist so voll hier, dass wir sogar in Badehose baden müssen und beim Landgang kommen wir vom Resort nicht weiter in die Bucht: Die letzte Fähre ist weg und durch den Busch kommt man beim besten Willen nicht durch. So laufen wir zurück und taumeln einem Schwarzen in die Quere, der uns in bestem akzentfreien Deutsch einen Willkommensgruß darbietet. Er war lange in Köln, was er auch mit Kölsch beweist und gibt uns dann seinen Kräuterschnaps zu trinken, der aus den edelsten Pflanzen St. Lucias gebraut wird. Er will uns ausnahmsweise nichts verkaufen, sondern freut sich einfach, seine Deutschkenntnisse einmal an den Mann bringen zu können - vielleicht auch, um sich in seiner eigentlichen Heimatsprache Deutsch unterhalten zu können, denn seine eigenen Landsleute beäugen ihn schon mißtrauisch, als er sich mit uns verbrüdert.
Auch heute liegen wir schon wieder um 21 Uhr in den Kojen, aber unser Kontingent an Rotwein, 3 Flaschen pro Tag, haben wir erfüllt.

Donnerstag, 25.Januar 2007

Sigi hat keine Eile, schnell weiterzukommen, die Pitons sind einen Besuch wert. Zwei steile Bergkegel, 1250 m hoch direkt neben dem Ufer in einer sagenhaften fotogenen Umgebung. Dazu die Chance, von einem Fischer einen frischen Bonito zu bekommen, lassen uns an einer Muringtonne im Naturpark festmachen. Die Bilder, die wir von Bord aus und beim Landgang schießen, sagen mehr als alle Worte und das Festessen am Abend, ausnahmsweise von Wolfgang zubereitet, setzt Maßstäbe. Da spielt es keine Rolle, dass wir heute unser Cabernet-Kontingent überschreiten, obwohl Sigi vorab schon eine Flasche Weißwein, zum Fisch passend, serviert hat. Aber die Mannschaft bleibt solide, um 21 Uhr hört man alle schon schnarchen.

das Dunkelrote da ist Delphinfleisch.....

das Dunkelrote da ist Delphinfleisch.....

Unsere Landgangsfähre

Unsere Landgangsfähre

Was kann schöner sein als Segeln hier ?

Was kann schöner sein als Segeln hier ?

Abendstimmung an der Marigotbay

Abendstimmung an der Marigotbay

Wir nähern uns den Pitons

Wir nähern uns den Pitons

An Muringtonnen im Naturpark Pitons

An Muringtonnen im Naturpark Pitons

Wie in Norwegen, nur wärmer.....

Wie in Norwegen, nur wärmer.....

Solche Fische kann man hier fangen! (Aber dazu braucht man Profis.....)

Solche Fische kann man hier fangen! (Aber dazu braucht man Profis.....)

Dieses Fischfestessen setzt Maßstäbe !

Dieses Fischfestessen setzt Maßstäbe !

© Manfred Sürig, 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach 7 Jahren mal wieder zum Segeln in die Karibik, mitten im hiesigen Winter. Es sollte eine Traumreise werden, und dieses Mal wurden alle Erwartungen erfüllt und übertroffen dank der Umsicht, Toleranz und liebevollen Bewirtung durch des Eignerehepaar der AMBASSADOR.
Details:
Aufbruch: 21.01.2007
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 14.02.2007
Reiseziele: Martinique
St. Lucia
St. Vincent und die Grenadien
Grenada
Trinidad und Tobago
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt. Manfred über sich:
pensionierter Zentralbanker, der zwischen 65 und 80 noch Europa hautnah erleben will, besonders die nun zugänglichen Länder im östlichen Europa. Fahrradreisen 2000 in die Slowakei, 2001 Tschechien/Slowakei,2002 Slowakei und Ungarn, 2003 Rumänien, Bulgarien und Ukraine, 2004 Ukraine Rumänien und Moldawien und 2005 durch den ganzen Balkan, 2006 wieder in die Slowakei und 2007 mal in die Schweiz und nach Frankreich, 2009 und 2010 wieder nach Tschechien und in die Slowakei, ab 2011 mit Enkel Dominik jedes Mal auf einen anderen hohen Berg zu Fuß in der Tatra, den Waldkarpaten und in der Mala Fatra.
Zweites Hobby: Segeln, nach dem Eintritt in den Ruhestand wird auch mal im Winter Urlaub gemacht, da bietet sich die Karibik an. Seit 2007 nun immer mit demselben Vercharterer aus Trinidad