Marseille-Reisebericht

Waren wir im vorvergangenen Sommer aus der Provence zum Bouillabaise-Essen nur kurz in Marseille - so hat sich bei uns bei der Durchfahrt der Wunsch geregt, die Stadt einmal etwas ausführlicher anzuschauen.

Marseille - Anreise und Wohnung

Die letzte Woche haben wir ja gebangt, ob auch zu unserem Abflugdatum die 'armen' Piloten der Lufthansa wieder streiken, da sie ja so wenig verdienen und sich so eine Frühpensionierung nicht leisten können. Aber wir haben Glück, was zahlreiche andere Passagiere vor unserem Abflug nicht haben, denn ein Airbus von Germanwings wurde - wie sich später herausstellte - vom Copiloten bewußt gegen Berge in den französichen Alpen geflogen. (150 Tote)

Einladung von Cezanne nach Marseille

Einladung von Cezanne nach Marseille

Wecken ist auf 02.30 Uhr angesagt, über leere Straßen und fast leere Autobahnen geht es nach Frankfurt, erst weit hinter Köln und kurz vor Frankfurt wird es gegen 5.30 Uhr belebter. Etwa 10 min vor der vom Navi vorhergesagten Zeit erreichen wir den Platzhirsch in Kelsterbach. Wie schon gehabt, wird ausgeladen, der Wagen geparkt und der Shuttlebus beladen und schon sind wir am Flughafen zu beabsichtigten Zeit um 6.30 Uhr. Da wir schon online eingecheckt haben geht die Gepäckabgabe schnell, die wir diesmal auch selbst am Automaten machen (müssen). Der gestrige Flugzeugabsturz eines Airbus 320 in den Franz. Alpen ist nirgendwo mehr ein Thema. Wir starten mit einer Viertelstunde Verspätung mit voller Maschine A319, landen aber fast pünktlich, auch unser Trolley ist als einer der ersten da. Direkt vor dem Terminal ist die Ticketverkaufsstelle des Navetteshuttle, (einfache Fahrt 8,20 – aller et retour 13.10), der uns in ca. 20 min ohne Halt zum Hauptbahnhof bringt.

Gare St Charles - Marseille

Gare St Charles - Marseille

Dort wollen wir einen sogenannten Transpass erstehen. Den gibt es nur in der Metrostation, wie wir nach mehreren Versuchen erfahren. Wir stellen uns in die Schlange vor einer noch von Menschen bedienten Ticketverkaufstelle, erfahren dann aber, dass wir in die Serviceabteilung müssen. Dort werden dann kostenlos zwei dieser Pässe ausgestellt, die mitgebrachten Passfotos werden dazu eingescannt und der Personalausweis für die Daten gebraucht. Allerdings sind diese Pässe noch nicht geladen, das müssen wir dann wieder am Schalter machen, der nun geschlossen ist. Aber man kann sie auch am Automaten aufladen. So können wir nun in einem großen Gebiet für 13.70€ p.P. eine Woche rundreisen.

Den Boulevard d’Athenes runter und eine Seitenstrasse rein und wir sind in der Rue de Tapis vert.

unsere Wohnung liegt noch über dem Fries

unsere Wohnung liegt noch über dem Fries

Wie schon in den vorherigen Beschreibungen angekündigt, ist das Treppenhaus in einem etwas heruntergekommenen Zustand. Auch die 120 Stufen in den 6. Stock sind recht anstrengend und wir werden uns überlegen müssen, wie oft wir das täglich machen wollen.

Die Wohnung hat einen teilumlaufenden Balkon in Südlage, mit Blick über die Dächer von Marseille auf die Basilique de Notre-Dame de la Garde.

die umlaufende Terrasse

die umlaufende Terrasse

Blick auf Notre de Dame de la Garde - zu jeder Tageszeit anders

Blick auf Notre de Dame de la Garde - zu jeder Tageszeit anders

Die Vermieter scheinen Fans von Ikea zu sein, das Mobilar ist eine Mischung aus hochmodernen überwiegend schwarz-hochglänzenden Möbeln mit Pressspanplatten. Einige nette Ideen für Lampen und die Badausstattung machen einen guten Eindruck. Das erste Mal zahlen wir eine Kaution für eine Wohnung (250€). Alexandra zeigt uns alles – auch die kleine Erstgrundausstattung mit Ikea Krisprolls, einigen Nespresso-Kapseln sowie Tee, Marmelade (homemade!), Nesquick, Trockenmilch und einem Paket Spaghetti in der Küche.

Küche

Küche

Wohnzimmer

Wohnzimmer

Dann packen wir aus und schreiben eine Einkaufsliste. In den Erläuterungen ist angegeben, wo man einkaufen kann. (3min zum Lafayette-Gourmet, 6 min zum Nespresso-Shop). Gegen 13.30 Uhr starten wir dann unseren ersten Erkundungstrip zu einem Couscous-Restaurant in der Nähe ( Sur le Pouce), wo man zum Couscous für 6€ sein Getränk mitbringen kann. Schon mal eine Alternative. Auf der la Canabière stehen wir auf einmal direkt vor C&A, aber nicht der Laden interessiert, sondern das Gebäude mit vier mächtigen Karyatiden, das ehemalige Grand Hotel de Louvre et de la Paix.

ehemaliges Grand Hotel de Louvre et de la Paix

ehemaliges Grand Hotel de Louvre et de la Paix

Fast daneben liegt die Savonnerie J. Gontard de Marseille, wo Ulrike unbedingt die verschiedensten Düfte der Seifen unter die Nase halten muß.

Auf der platanenbestandenen Allee Cours Belsunce verkehren nur noch hochmoderne Straßenbahnen, neben einer (!) für Fußgänger nicht ungefährlichen Spur für Autos in einer (!) Richtung. Bei uns in Aachen waren mal ähnliche Pläne en vogue, wurden aber durch eine Büprgerinitiave gestoppt. Nur: in Marseille gibt es eine ganze Reihe alternativer breiter Alleen, so dass man mit der quasi-Sperrung einer einzelnen leben kann.

moderne Stadtbahn legt (fast) den gesamten PKWverkehr in der Straße lahm - dafür ist der Bürgersteig dann 20 m breit.

moderne Stadtbahn legt (fast) den gesamten PKWverkehr in der Straße lahm - dafür ist der Bürgersteig dann 20 m breit.

Hier liegt auch der Cours St. Louis - für uns das Einkaufszentrum für die nachsten Tage - doch dazu später

© Herbert S., 2015
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 26.03.2015
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 02.04.2015
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.