Großbritannien-Reisebericht :MUSICAL(ischer) London-Trip

Mutter und Sohn machen einen "Osterausflug" nach London.

03.04.2015 - River Thames bei Nacht

Liverpool Street Station

Liverpool Street Station

Mutter und Sohn machen sich auf die (Kurz-)Reise nach London.

Mit der U-Bahn bis Flughafen Nürnberg. Dann mit Ryanair nach London-Stansted. Alles funktioniert. Von Komfort keine Rede, aber bei einer Flugzeit von 1:25 Std. lässt sich das ertragen.

Die Tickets für den Stansted Express haben wir bereits in Deutschland per Internet gekauft.
https://www.stanstedexpress.com/

Wir fahren bis Liverpool-Street. Von dort aus sind es nur noch wenige Minuten zu Fuß und wir erreichen das Hotel: Travellodge
http://www.travelodge.co.uk/hotels/340/London-Central-City-Road-hotel

Die Rezeptions-Mitarbeiterin ist sehr freundlich. Und als ich sage, "that we are not on a honeymoon" (nicht auf Hochzeitsreise), sondern nur Mutter und Sohn sind und sehr gerne zwei Betten hätten, lacht sie und besorgt uns sogar ein Zimmer, in dem zusätzlich zu dem franz. Bett noch ein Einzelbett steht.

Das Hotel selbst ist zweckmäßig. An vielen Stellen renovierungsbedürftig. Aber wir sehen darüber hinweg. Wir haben ein Bett, ein WC und können irgendwie duschen. Zum Frühstück gibt es auch alles - von Riesenauswahl oder sonderlich beachtenswerter Qualität kann jedoch nicht gesprochen werden. Aber London ist teuer und uns ist die Lage am wichtigsten gewesen und die stellt sich als ziemlich zentral und gut heraus: fast mittig zwischen den U-Bahn-Stationen Moorgate und Old Street, eine Bushaltestelle direkt vor dem Eingang, Supermärkte wenige Meter entfernt.

Wir starten zu einem Nachtspaziergang. Das funktioniert aufgrund der gerade erwähnten Lage tatsächlich zu Fuß.

Wir laufen Richtung Themse (River Thames). So im Dunkeln wirkt vieles sehr elegant.

London hat sich verändert, seit ich vor ca. 20 Jahren hier war:
zwischen den alten Gebäuden, die noch diesen viktorianischen Baustil haben, ragen nun Hochhäuser mit modernen Formen und viel Glas in den Himmel.

Die Beleuchtung ist beeindruckend. Und der Vollmond am Himmel gibt der Szenerie noch ein zusätzliches Highlight (im wahrsten Sinne des Wortes). In der Themse spiegeln sich die Lichter. Die vielen Pubs sehen alle sehr gemütlich aus, jeder mit einer eigenen Note von Stil und Charme.

Sehr schön finde ich, dass sich trotz des Fortschritts in die kalte moderne Zeit, die Form und Farbe der Doppeldecker-Busse gehalten hat. Auch die Taxis haben noch ein wenig von diesem Erscheinungsbild, das man aus alten Filmen kennt und erinnern ein wenig an Edgar-Wallace-Filme.

So beeindruckend diese Beleuchtung der Gebäude ist: an manchen Plätzen wünsche ich mir fast, dass statt der vielen bunten Lichter und der Japaner mit ihren Tablets und GoPros eine schwarz-weiß Atmo herrschte und ein paar Herren in Mantel mit Bowler auf dem Kopf die Strasse queren würden.

A propos Straße queren: Linksverkehr. Aber die Londoner machen Unfallprävention: an jeder Fußgängerüberquerung steht auf der Straße: "look left" oder "look right"- mit Pfeil in die entsprechende Richtung - sollte also sogar ohne Englischkenntnisse zu verstehen sein. Und: die Fußgängerampeln an Kreuzungen müssen gedrückt werden, um sie zu aktivieren. Dann braucht man Geduld - es dauert - keep patient - und dann wird die gesamte Kreuzung ROT FÜR DIE FAHRZEUGE. Hiermit wird das Risiko minimiert, dass Abbieger einen Fußgänger übersehen/überfahren.

Es ist Karfreitag und inzwischen kurz vor Mitternacht. Wir brauchen noch Wasser und finden tatsächlich einen Supermarkt, der geöffnet hat. Als ich mit meinem Wasser und ein paar Keksen zur Kasse gehe, schüttelt der Herr, der dort beschäftigt ist, den Kopf, deutet zur Seite und sagt: "self service"...

oh my god - jetzt komme ich mir vor, als ob ich ein paar Jahre Fortschritt verschlafen habe:

ich habe diese "Geräte" durchaus stehen sehen, hielt sie aber für Terminals, um Geld abzuheben oder irgendetwas ähnliches. NEIN, hier scannt und bezahlt man seine Einkäufe - eben selbst.....

Komische Vorstellung, dass dies eine Zukunftsperspektive ist. Da fällt der dumme Spruch dann weg: wenn ich mal arbeitslos werde, kann ich mich immer noch bei ALDI/LIDL/NORMA und Co. an die Kasse setzen...

ich liebe diese roten Doppeldecker

ich liebe diese roten Doppeldecker

die Lichter von London - überall: im Wasser, an Land und am Himmel

die Lichter von London - überall: im Wasser, an Land und am Himmel

"self service" beim Bezahlen der nächtlichen Supermarkt-Einkäufe

"self service" beim Bezahlen der nächtlichen Supermarkt-Einkäufe

© Birgit H., 2015
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 03.04.2015
Dauer: 6 Tage
Heimkehr: 08.04.2015
Reiseziele: Großbritannien
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Birgit über sich:
Ein Hobby von mir ist die Fotografie.
Mich reizt nicht so sehr die Technik im Hinblick auf die Kamera sowie das Bearbeiten hinterher mit diesen Wahnsinn-PC-Programmen, die es mittlerweile gibt.

Mich reizt der Blickwinkel und der Eindruck, den ich habe, in dem Moment, wo ich durch den Sucher schaue.

Und beim Reisen sind ganz viele dieser besonderen Momente gegeben - egal, ob es eine Kurzreise innerhalb Deutschlands ist, oder ein weiter Flug in einen anderen Teil dieser Welt.