Westküste Australien (Teil 1)

Reisezeit: Mai 2005 - April 2006  |  von Iris Lumetzberger und Stefan Pointner

Mit dem Campervan Australiens Westküste entlang!

Wir haben uns bei der Planung unserer Reise fuer die Westkueste Australiens entschieden, weil wir bisher nur sehr gutes ueber diesen Teil des Landes gehoert habe. Jetzt sind wir schon ueber 2 Wochen hier unterwegs und wir geniessen die Zeit hier sehr. Manchmal staunen wir nur so und sind uns sicher, im Paradis gelandet zu sein...

Von Uluru gings mit dem Flieger nach Perth, der groessten Stadt hier im Bundesstaat Westaustralien. Hier hatten wir einiges zu erledigen, zum Beispiel die Visa fuer Indonesien zu besorgen, ungeklaerte Probleme mit unseren Afrikafluegen aufklaeren und das 'Hauptproblem' war, fuer uns die beste Moeglichkeit zu finden, die 4 Wochen hier zu gestalten.
Natuerlich wollten wir wieder mobil sein und haben uns bei einigen Vermietungsfirmen ueber Campervans und Autos erkundigt. Aber das stellte sich sehr bald als ziemlich teuer heraus. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Auto zum Kaufen. In den Hostals haengen genug Zetteln von Reisenden herum, die ihr Fahrzeug am Ende des Tripps wieder verkaufen wollen. Haben uns da einige angesehen und hin und her ueberlegt und zum Schluss dann doch noch das passende Vehikel fuer uns gefunden. Und das beste an diesem Deal ist, dass wir das Auto am Ende unserer Reise wieder zurueckgeben koennen. Also muessen wir nicht kostbare Tage unseres Aufenthaltes hier mit Autoverkaufsverhandlungen verbringen.

Sind stolze Besitzer eines blauen Lieferwagens der zum Campervan umgebaut wurde und alles Notwendige fuer eine Reise enthaelt: Gaskocher, gemuetlichs Bett, Sessel, Benzinkanister,...

Von Perth selbst haben wir in den 5 Tagen eher wenig gesehen, aber es scheint eine sehr nette kleine, ueberschaubare Stadt zu sein.

Unser Plan war es, von Perth Richtung Norden bis Exmouth zu fahren. Die Kueste entlang rauf und im Landesinneren wieder runter. Wir sind bereits in Exmouth angelangt, werden hier noch einen Tag bleiben und dann das Outback im Landesinneren erkunden.
Haben unsere Karre beim Mechaniker checken lassen und nach dessen OK haben wir uns mit den noetigen Lebensmittel eingedeckt und sind losgefahren. Schon kurz nach Perth ist die Besiedelung eher duenn geworden. Dafuer haben wir traumhafte Straende gefunden. Weisser, feiner Sand und der tiefblaue bis tuerkise Indische Ozean dazu, teilweise gewaltige Sandduenen im Landesinneren und dann wieder bizarre Felsen. Ausserdem ist hier gerade Fruehling und ueberall bluehen die Wildblumen und die Baeume! In der Naehe von Cervantes haben wir uns die Pinnacles angesehen, das sind Kalksteingebilde in Sandduenen. Ein fahrbarer Track fuehrt durch den Park und im warmen Abendlicht haben sie super ausgesehen.

Und auch fuer die Naechte finden wir immer wieder sehr schoene Plaetze, zum Beispiel am Ellendale Pool, einem kleinen Suesswassersee im Nirgendwo!
Und manchmal fahren wir sogar fuer Wildblumen einen Umweg von 200km! Aber die Whreatflowers gibt es angeblich nur hier in Westautralien und standen zu dieser Zeit grad in voller Bluete. Und sehen wirklich sehr schoen aus. Sie wachsen einfach so am Strassenrand.

Eigentlich haben wir jeden Tag an mindestens einem schoenen Strand halt gemacht, dort gerastet, einen Spaziergang unternommen oder einfach die Landschaft wirken lassen.
Haben auch einen See mit dem Namen Pink Lake besucht und der war wirklich pink!! Eine Alge laesst das Wasser pink erscheinen und dort wird auch Beta Carrotin abgebaut.

Ellendale Pool

Ellendale Pool

Whreatflower

Whreatflower

Im grossen Nationalpark Kalbarri haben wir uns ein paar Tage aufgehalten und Wanderungen durch Schluchten und dem Fluss entlang gemacht. Natuerlich auch immer auf der Suche nach den Wildtieren Australiens. Haben uns ja schon vorher in Sydney sicherheitshalber die Tiere im Zoo angesehen. Aber bis jetzt haben wir ausser ein paar schoene Papageien und wilde Ziegen nicht viel gesehen. Naja, ausser den vielen toten Tiere am Strassenrand.

Natural Window - Kalbarri NP

Natural Window - Kalbarri NP

Einige Orte von Australien kannten wir schon von den diversen Universum-Folgen. Und nun besuchten wir sie selbst. Einer davon war Monkey Mia. Hier kommen taeglich wilde Delfine ganz nahe an den Strand und werden gefuettert. Auch erfuhren wir hier einiges Wissenwertes ueber diese schoenen Tiere. Zum Beispiel haben die Delfine keinen Atemreflex wie wir und koennen daher nicht ihr ganzes Gehirn beim Schlafen ausschalten. Sie loesen das in dem sie ein Auge schliessen und dadurch wird eine Gehirnhaelfte abgeschaltet und erholt sich. Die zweite ist aktiv und steuert das Atmen und nach einer Zeit kommt die andere Haelfte drann. War sehr interessant!
Stefan war hier auch das erste Mal im Wasser! Auch wenn es noch sehr frisch war.

Hier wachsen ausserdem auch Stromatoliten, das sind Einzeller (Blaugruene Alge), die Sedimente zu Tuermen aufbauen und die aelteste Lebensform auf unserer Erde darstellen. Diese kleinen Tiere beherrschten ca. 2 Billionen Jahre die Welt und erzeugten den Sauerstoff, der die Entwicklung hoeherer Lebewesen erst ermoeglichte! Also verdanken wir diesen Lebewesen unser Leben!! Heute gibt es nur mehr 4 bekannte Kolonnien dieser Tiere und eine davon ist hier in Hamelin Pool.

Ausserdem gibt es hier einen Shellbeach, da besteht der ganze Strand aus einer bis zu 10m dicken Muschelschicht. Frueher haben sie aus diesem Material sogar Haeuser gebaut.

Point Quobba war unser naechstes Ziel. Ein wildromantischer Strand mit der ersten Schnorchelgelegenheit weit weg von jeglicher Zivilisation. Haben da die ersten bunten Fische gesehen. Wie im Aquarium!
Die Blowholes sind gleich daneben. Hier schiesst das Wasser bei jeder Welle durch ein ausgewaschenes Loch bis zu 20m hoch in die Luft.

In Coral Bay waren wir etwas enttaeuscht von den vielen abgestorbenen Korallen in der Bucht. Auch hier hat die Korallenbleiche ihr Unwesen getrieben. Aber viele Fische sind trotzdem geblieben. Coral Bay bildet den suedlichen Anfang des Ningaloo Reefs. An einem Strandabschnitt kommen um diese Zeit des Jahres viele junge Schwarzspitzenriffhaie ins seichte Wasser und schwimmen ganz nah ans Ufer heran. Immer wieder sieht man die Haifischflossen aus dem Wasser ragen. Und Stefan war mutig genug und hat sich mit Schnorchel und Maske in die Fluten gestuerzt. Aber sobald er im Wasser war, haben die Haie reissaus genommen. Stefan, der Haischreck!! ;o

Vom Cape Range Nationalpark erwarteten wir uns von der Unterwasserwelt schon mehr und wurden da auch nicht enttaeuscht. Das Ningaloo Reef zieht sich entlang einer Halbinsel und an der Westkueste gibt es ein paar sehr einfache Campingmoeglichkeiten. Ausser Toiletten und Parkbuchten gibt es hier nichts. Dafuer eine Vielzahl von super schoenen, leeren Straenden und Schnorchelplaetzen und ein unbeschreibliches Sternenzelt!!
Die Fotos geben euch sicher einen Eindruck von dort! Hier haben wir das Paradis gefunden!!

Eigentlich schon zur Routine geworden sind die taeglichen Ueberlegungen, ob wir genug Benzin und Trinkwasser fuer die naechsten Ziele mithaben. Hier sind die Orte mehrere Hundert Kilometer voneinander entfernt, jede Tankstelle muessen wir zum Tanken nuetzen und eigentlich immer alles Notwendige fuer ein paar Tage mithaben. Jeden Morgen checken wir Oel und Kuehlerwasser beim Auto, fuellen bei jeder Gelegenheit unsere Frischwasserreserven auf. Ja, das ist das Reisen im Outback und dabei sind wir ja noch nicht mal mitten drinnen...

Ach ja, wir hatten auch schon einige schoene Begenungen mit den verschiedensten Tieren: 19 lebende Kaengurus bis jetzt, (leider auch mindestens 50 Tote am Strassenrand), einen Dornenteufel, Emus, Pelikane, Blauzungenskink, Oktopus, Muraenen, Stachelrochen und viele Fische und Korallen am Riff!

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Der Autor
 
Iris Lumetzberger und Stefan Pointner berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Iris Lumetzberger und sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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